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1. FC Lok Stendal verkauft sich gegen Torgelow besser, hat aber kaum eine Chance - 1:4

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Von: Tobias Haack

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Lehmann im Zweikampf.
Silas Lehmann (rechts) wurde ins kalte Wasser geschmissen. © Haack, Tobias

Eine Woche nach dem indiskutablen 0:10 gegen Hansa Rostock II hat der 1. FC Lok Stendal am Sonntag in der Fußball-Oberliga eine weitere klare Heimniederlage kassiert. Gegen den Torgelower FC Greif unterlagen die Altmärker mit 1:4 (0:2), wussten sich dabei aber immerhin zu wehren. Für einen sehr emotionalen Schlusspunkt sorgte Benjamin Bubke.

Es war ein Nachmittag, an dem spürbar war, dass der Fußball zwar eine schöne Nebensache ist – mehr aber manchmal auch nicht. Denn der 1. FC Lok Stendal trug Trauer und gedachte vor der Partie seinem kürzlich verstorbenen Betreuer Elimar Bubke. Dessen Sohn Benjamin stellte sich trotz großer emotionaler Belastung in den Dienst seiner ersatzgeschwächten Mannschaft, spielte eine ordentliche Partie und durfte am Ende sogar das Ehrentor zum 1:4 markieren (76.). Ein Moment, der nahe ging. „Das freut einen natürlich für den Jungen“, gönnte Trainer Jörn Schulz seinem Linksverteidiger das Erfolgserlebnis und schenkte ihm mit der Auswechslung in der Schlussminute auch noch den aufmunternden Applaus des Stadions. Gänsehaut.

Zuschauerinteresse schwindet

Den Beifall spendeten allerdings nicht so viele Hände wie sonst. Das Erlebnis der Vorwoche hatte Spuren hinterlassen, auch an der Kasse. Nur knapp über 100 Zuschauer fanden den Weg ins „Hölzchen“, wurden dafür allerdings mit einem couragierten Start der Eisenbahner belohnt. Lok war gut drin, doch dann vertändelte Torhüter John Ziesmann, der den Vorzug vor Mateusz Zlotogorski erhielt, einen schlampigen Rückpass von Paul Schönburg und musste dann zusehen, wie Przemyslaw Brzezianski das Leder zum 0:1 ins leere Tor schob (25.). Slapstick. Wieder einmal. „Es zieht sich durch die Saison“, kommentierte Schulz den nächsten individuellen Bock in dieser so unschönen Spielzeit.

Grober Fehler reißt guten Start ein

Kurz darauf legte Marcin Mista per Kopf nach einem Eckstoß nach (29.). Vom guten Auftakt war nun nichts mehr zu sehen. Lok traute sich nichts mehr zu und schluckte nur 25 Sekunden nach Wiederbeginn das 0:3 von Kamil Zielinski (46.), der in der 71. Minute auch für das 0:4 zuständig war.

Torwartwechsel als Höchststrafe

Nach dem vierten Treffer folgte die Höchststrafe, denn der TFC tauschte seinen Torhüter. Die Stendaler aber wollten sich nicht vorführen lassen und bäumten sich auf. Auch unerfahrene, junge Kräfte wie Silas Lehmann und Yannick Bäther wehrten sich achtbar und halfen so, einen weiteren Unfall wie in der Vorwoche abzuwenden. Der Lohn war der emotionale Bubke-Moment. Und sogar weitere Tore waren möglich, doch diverse Konter wurden dafür zu unsauber ausgespielt.

Versöhnliche Töne vom Trainer

„Wir wollten heute zeigen, dass uns die vergangene Woche unangenehm war und dafür die Basics auf den Platz bringen. Ich glaube, das hat meine Mannschaft geschafft“, schlug Jörn Schulz versöhnliche Töne in seinem Fazit an.

Tore: 0:1 Przemyslaw Brzezianski (25.), 0:2 Marcin Mista (29.), 0:3, 0:4 Kamil Krysztof Zielinski (46., 71.), 1:4 Benjamin Bubke (76.).

1. FC Lok Stendal: Ziesmann - Schönburg, Mahrhold, Balliet (20. Lehmann), Bubke (90. Mauer) - Lehmpfuhl, Salge - N. Breda, Erdmann, Bäther - Buschke.

Torgelower FC Greif: Barz (74. Justin) - Sobolczyk, Kosacki, Mista, Tiede - Jandt (65. Skorb) - Schölzke, Galoch (65. Klimko) - Juszczak - Brzezianski (65. Midzio), Okoye (46. Zielinski).

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