1. az-online.de
  2. Sport
  3. Altmark-Sport

1. FC Lok Stendal: Streißenberger spricht über die Krise

Erstellt:

Von: Tobias Haack

Kommentare

Lars Streißenberger im Gespräch.
Lars Streißenberger hat beim 1. FC Lok trotz allem viel vor. © Haack, Tobias

Der Oberliga-Abstieg des 1. FC Lok Stendal ist nur noch eine Formsache. Gegenüber der Altmark-Zeitung hat der Sportliche Leiter Lars Streißenberger nun erklärt, wie es weitergehen soll.

Wie geht es weiter beim 1. FC Lok Stendal? Diese Frage stellen sich aktuell viele Beobachter des altmärkischen Traditionsklubs, dessen Abstieg in die Verbandsliga kaum noch zu verhindern ist. AZ-Sportredakteur Tobias Haack hat bei Lars Streißenberger nachgefragt. Das sagt der Sportliche Leiter des 1. FC Lok über ...

... die aktuelle Situation:

„Es ist natürlich alles anders gekommen, als wir es uns gewünscht haben. Wir waren im Winter sehr positiv, haben gedacht, dass wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gut verstärkt haben. Aber, dass natürlich ein Adam Wolak zum Beispiel nur anderthalb Spiele macht, ist natürlich eine Katastrophe. Ein Dimos Daramaras wurde jetzt am Knie operiert. Dazu kam Corona. Das ist kein Jammern, aber wir sind schon arg gebeutelt. Wir haben einfach einen zu kleinen Kader. Um eine erste und zweite Mannschaft durch die Saison zu bekommen, sind 30 Leute einfach zu wenig.“

... die Fehler, die passiert sind:

„Wir haben im Sommer sicherlich zu positiv gedacht, was unseren Kader angeht. Aber wir wollen halt auch nicht mehr Geld ausgeben, als wir einnehmen. Das muss man dem Vorstand zugutehalten. Wir hatten Pech mit den Abgängen und dass die Neuzugänge nicht so eingeschlagen haben, wie wir alle gedacht haben, liegt auf der Hand, wenn man sieht, dass wir uns inzwischen wieder von drei Spielern getrennt haben. Und dass in einer Phase, in der wir eh schon keine Leute hatten. Das war ein Brett. Dann hatten wir nie in zwei Spielen mal die gleiche Aufstellung hintereinander. Immer wieder waren die Jungs verletzt, mussten sich von Training zu Training schleppen, oder haben gar nicht trainiert und mussten trotzdem wieder spielen. So hast du in der Oberliga keine Chance. Diese Probleme sind aber hausgemacht. Die haben wir auch in der zweiten Mannschaft und in der A-Jugend. Da müssen wir als Verein draus lernen.“

... die Ziele für den Rest der Saison:

„Ich würde mich freuen, wenn die Jungs sich nochmal selbst beschenken, denn sie haben zuletzt ziemlich Haue bekommen. Und natürlich wollen wir den Fans auch mal wieder ein geiles Spiel bieten. Aber es wird schwer, weil es gibt im Moment fast keinen Spieler, der zu hundert Prozent fit ist.“

... die Verletztenmisere:

„Es soll keine Ausrede sein, aber du kannst die Jungs ja im Moment nicht mal schonen, damit sie zum nächsten Spiel fit sind. Und dann kommt ein Gegner wie Hansa Rostock II und hat an dem Tag mal richtig Lust. Trotzdem darf ein 0:10 niemals passieren. Auch nicht unter diesen Voraussetzungen. Aber klar ist auch, dass es für alles irgendwie Gründe gibt.“

... die Trainerfrage:

„Wir sind da in den finalen Zügen und werden in den nächsten Tagen einige Meldungen bekannt geben, die positiv sind. Natürlich wollen wir uns auch im Trainerteam noch breiter aufstellen, aber ich würde wirklich bitten, dass man noch eins, zwei Tage wartet und dann wird etwas passieren.“

... Kaderplanung:

„Wir haben im Hintergrund schon gewirbelt. Ein Großteil der Mannschaft wird zusammenbleiben, was auf jeden Fall gut ist. Unabhängig von der Liga werden wir uns weiter verstärken und dabei auf junge Leute setzen. Aus dem eigenen Verein wird das ein bisschen schwierig, aber ein Silas Lehmann zum Beispiel wird auf jeden Fall hochkommen. Dann gucken wir in der Region, ob wir den einen oder anderen Spieler noch dazu holen können. Aber auch überregional suchen wir junge Leute, die vielleicht in einem NLZ ausgebildet wurden. Wir wollen eine junge, schlagkräftige Truppe aufstellen.“

... einen Verbleib der Leistungsträger Buschke und Schubert:

„Wir sind im Austausch. Es ist natürlich nicht leicht für die Jungs. Sie sind Urgesteine von Lok und schon länger dabei. Es ist eine schwierige Situation, aber ich bin positiv gestimmt. Wenn sie sehen, was wir in die Wege leiten, ist die Chance da, sie weiter im Lok-Trikot zu sehen.“

... die Zielsetzung in der Verbandsliga:

„Grundsätzlich haben wir gewisse Dinge besprochen. Wir möchten uns aber zuerst ein Bild machen, welche Mannschaft wir zur Verfügung haben. Wenn wir da ein Bild haben, werden wir als Sportliche Leitung uns klare Ziele setzen und die auch äußern. Da bitte ich aber noch um Zeit.“

... einen möglichen Oberliga-Klassenerhalt am „Grünen Tisch“:

„Das ist bei uns gerade eine heiße Diskussion. Wir hatten die Frage auch im letzten Jahr schon: Freiwillig zurück in die Verbandsliga oder sich mit einer jungen Truppe in der Oberliga probieren? Es steht und fällt ganz klar damit, wie der Kader aussehen wird. Ich bin gespannt, was die Gerichte sagen, da stehen ja auch noch Entscheidungen aus.“

... die Kritik an der Kommunikation des Vereins:

„Manche denken, hier bewegt sich nichts. Aber so ist es nicht. Man darf nicht vergessen, dass es immer mehrere Seiten gibt. Wenn wir Spieler von extern holen, gibt es gewisse Wünsche beim abgebenden Verein und daran halten wir uns. Da kann man von außerhalb poltern, wie man möchte. Wir kommen erst nach vorne, wenn Sachen fix sind und wir von allen Seiten das Okay haben.“

... die Probleme der zweiten Mannschaft und der A-Jugend:

„Ziel ist es, auch dort schlagkräftige Truppen zusammen zu bekommen. Das ist wichtig! Wir brauchen den Unterbau als Perspektive für die Nachwuchsspieler. Unser Ziel ist ganz klar, zwei starke Herrenmannschaften und einen starken Nachwuchs zu haben. Da arbeiten wir zum Beispiel mit Sören Osterland dran. Er hat gute Ideen und das schadet uns nicht.“

Auch interessant

Kommentare