FUSSBALL - OBERLIGA

Lok Stendal hadert mit sich

Johannes Mahrhold und Felix Knoblich tauschen sich kritisch während des Spiels gegen Blau-Weiß Berlin aus
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Redebedarf beim 1. FC Lok Stendal: Johannes Mahrhold (rechts) und Felix Knoblich so wie das gesamte Team des Oberligisten haben nach der 0:4-Heimniederlage gegen ein starkes Blau-Weiß Berlin einiges aufzuarbeiten.
  • Patrick Nowak
    VonPatrick Nowak
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Der 1. FC Lok Stendal hatte Zeit. Und Ruhe. Der Fußball-Oberligist bereitete sich intensiv auf die Partie gegen Blau-Weiß Berlin vor. Was folgte, dürfte der Mannschaft von Trainer Jörn Schulz nicht sonderlich gefallen haben. Eine Nachbetrachtung.

Stendal - Letztlich stand ein 0:4 (0:2) auf der Anzeigentafel. Die 0:6-Niederlage beim Torgelower FC Greif sollte vergessen werden. Eine richtige sportliche Antwort konnten die Stendaler gegen die Berliner, die sich am Sonntag im „Hölzchen“ eine Klasse besser präsentierten, nicht finden. Marco Gebhardt, Trainer der Gäste, zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz etwas irritiert. „Wir haben uns gedacht: Hier geht es richtig rund“, erklärte der ehemalige Bundesligaspieler, der Mitte der 90er-Jahre auch für die Stendaler die Fußballschuhe schnürte.

Wir hatten ein paar Räume, die wir bespielen wollten. Da konnten wir uns ganz gut durcharbeiten und haben dann diese Chancen, die du dann nutzen musst.

Jörn Schulz (Trainer des 1. FC Lok Stendal)
Grübelt: Lok Stendals Trainer Jörn Schulz.

Lok Stendal nutzt die Chancen nicht

Gerade nach dem 0:6 der Lok-Elf in Torgelow hatte er eine andere Heimmannschaft erwartet. Jörn Schulz, Trainer des 1. FC Lok, sah zumindest im ersten Durchgang einige positive Aspekte. Er wirkte mit den ersten 45 Minuten nicht unzufrieden und hob heraus: „Wir hatten ein paar Räume, die wir bespielen wollten. Da konnten wir uns ganz gut durcharbeiten und haben dann diese Chancen, die du dann nutzen musst.“

Dann kriegst du in der ersten Halbzeit zwei unglückliche Tore. Der 13er rechts, der war noch dreimal schneller als ich. Er macht es auch gut und dann steht es schnell 0:2.

Niclas Buschke (Kapitän des 1. FC Lok Stendal)

Einfache Gegentore

Zwei Möglichkeiten ergaben sich durch Dimos Daramaras und Niclas Buschke. Ohne Erfolg. Die Berliner zeigten sich cleverer und verwerteten zwei Gelegenheiten über die rechte Außenbahn. Und lagen dann zur Pause mit zwei Treffern vorne. „Dann kriegst du in der ersten Halbzeit zwei unglückliche Tore. Der 13er rechts, der war noch dreimal schneller als ich. Er macht es auch gut und dann steht es schnell 0:2“, haderte Lok-Kapitän Niclas Buschke. Mit seinen Aussagen bezog sich der Stendaler Offensivmann auf Berlins Shean Mensah, der beim neuen Oberliga-Tabellenzweiten zwei Vorlagen und noch das das Tor zum 4:0 in seinem Arbeitsnachweis stehen hatte.

Jörn Schulz hatte sich erneut einen Plan zurechtgelegt und ein neues System versucht. Diesmal sollte das 4-2-3-1 zum Erfolg führen. In dieser Saison hatte der 44-jährige Stendal-Coach gegen manchen Gegner die richtige taktische Idee, die in ein zufriedenstellendes Lok-Ergebnis mündete. Am Sonntag war dies aber nicht der Fall. Auf ein 0:6 in Torgelow folgte für den 1. FC Lok Stendal, der 15. in der Tabelle bleibt, ein 0:4 gegen Blau-Weiß Berlin.

Schönburg-Platzverweis der Knackpunkt für Lok Stendal

Der Gast aus der Hauptstadt war als Favorit angereist und erfüllte seine Aufgabe solide. Vorteilhaft war dann für die Elf von Marco Gebhardt, dass Stendals Paul Schönburg in der 58. Minute mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Ein „Nackenschlag“, meinte Niclas Buschke, der stellvertretend für seine gesamte Mannschaft ergänzte: „Du läufst nur noch hinterher. So war es auch. Und das tat dann schon weh.“

Ähnlich schmerzhaft waren die Gegentore drei und vier. Bei Letzterem sah Lok-Keeper Mateusz Zlotogorski nicht gut aus. Aber auch diese Szene passte dann ins Gesamtbild des 1. FC Lok Stendal, der nach den zuletzt schweren Wochen versuchen wird, am kommenden Sonntag beim MSV Pampow (14.), wieder Fuß zu fassen.

Wenige Abschlüsse, Offensivoptionen fehlen

Zu analysieren wird es für Trainer Jörn Schulz und seine Mannschaft einiges geben. Torwart und Abwehr präsentieren sich gegen überlegene Berliner zu schwach. Die wenigen offensiven guten Ansätze im ersten Durchgang machen Mut. Der letzte Pass wurde aber vermisst. Auch beim Thema Torabschluss innerhalb von 90 Minuten gibt es Handlungsbedarf. Wenn Niclas Buschke und Dimos Daramaras keine Gefahr ausstrahlen, fehlen im Angriffsspiel die Alternativen. Gleiches gilt für die Bank, wo offensive Optionen fehlen.

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