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1. FC Lok Stendal geht gegen Hansa Rostock II mit 0:10 unter!

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Von: Tobias Haack

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Bubke und Lehmpfuhl traurig auf dem Platz.
Fassungslos: Dominik Lehmpfuhl (rechts). © Haack

Was war das denn? Der 1. FC Lok Stendal hat am Sonntag ein Waterloo erlebt. Im heimischen Stadion wurden die Altmärker vorgeführt und verloren indiskutabel hoch mit 0:10.

Wenn eine Mannschaft bereits zur Halbzeitpause eines Spiels drei Wechsel vornimmt, hat dies in der Regel eine Aussagekraft. Zumeist versuchen die Trainer dann, einem negativ verlaufenden Spiel eine Wende aufzudrücken. Im Fall von Hansa Rostocks Kevin Rodewald war am Muttertag das Gegenteil der Fall. Seine Elf führte nach 45 Minuten bereits mit 5:0 gegen desolate Stendaler und der Übungsleiter nutzte die Gunst der Stunde, seiner zweiten Reihe Spielzeit zu verschaffen. Bis zum Seitenwechsel hätte Rodewald dabei streng genommen gar nicht warten müssen, denn entschieden war das ungleiche Duell gefühlt schon nach vier Minuten.

Der 1. FC Lok, dem einmal mehr etliche potenzielle Stammkräfte nicht zur Verfügung standen, ging das Heimspiel gegen die Kogge mit lediglich einem echten Wechselspieler an. Und auch die Elf auf dem Platz hatte von Beginn an kein Oberliga-Format. Nur wenige Sekunden waren gespielt, da unterlief Paul Schönburg ein ungeschicktes Foulspiel im Strafraum. Den Elfmeter versenkte Sascha Schünemann zum frühen 0:1 (2.), dem der auffällig spielfreudige Nick Stepantsev umgehend das 0:2 nach einem Eckstoß folgen ließ (4.). „Die ersten beiden Tore haben das Spiel so beeinflusst, wie es dann am Ende lief“, analysierte Rodewald auf der Pressekonferenz später fast entschuldigend.

Nicht nur für den Rostocker Trainer war unverkennbar, dass bereits der frühe Doppelschlag genügte, um die Moral der Altmärker zu brechen. Der Rest lief für den Gast dann wie aus einem Guss. Immer wieder kombinierte sich Hansa II munter hinter die Stendaler Ketten, während Lok hilflos und fragwürdig zweikampfschwach hinterherhechelte. Nachdem Mahir Huber (18.), Oliver Zajac (31.) und Bill Willms (41.) zur Pause auf 5:0 gestellt hatten, empfahl der Stadionsprecher den Fans, sich das Resultat zur Pause „schönzutrinken“.

Ob die Fässer im „Hölzchen“ genug hergaben, um das zu ertragen, was in Durchgang zwei folgte, ist nicht übermittelt. Fakt war aber, dass es trotz einer lauten, sogar auf der Haupttribüne vernehmbaren Halbzeit-Ansprache keinerlei Verbesserung im Spiel der Eisenbahner gab. Sie wirkten wie gelähmt und fügten sich wehrlos in ihr Schicksal. Zwar parierte Torhüter Mateusz Zlotogorski noch einen Strafstoß (56.), zweistellig wurde es aber am Ende trotzdem. Mike Bachmann (52., 75.), Till Kozelnik (61.), Schünemann (62.) und Zajac (84.) netzten teilweise ohne Gegenwehr ein. Ein Stendaler Debakel historischen Ausmaßes war somit perfekt.

Während sich auf den Rängen Entsetzen, Fassungslosigkeit und Galgenhumor abwechselten, ging Jörn Schulz noch den schweren Gang zur Pressekonferenz. „Die Mannschaft war heute im Kopf und körperlich tot. Das muss man eingestehen“, gab der Lok-Coach bitter enttäuscht zu Protokoll.

Tore: 0:1 Sascha Schünemann (2./FE), 0:2 Nick Stepantsev (4.), 0:3 Mahir Huber (18.), 0:4 Oliver Zajac (31.), 0:5 Bill Willms (41.), 0:6 Mike Bachmann (52.), 0:7 Till Kozelnik (61.), 0:8 Schünemann (62.), 0:9 Bachmann (75.), 0:10 Zajac (84.). Bes. Vorkommnis: Lok-Torhüter Mateusz Zlotogorski hält einen Strafstoß (56.).

1. FC Lok Stendal (AZ-Note): Zlotogorski (6) - N. Breda (6), Schönburg (6), Balliet (6), Knoblich (6) - Salge (6), Lehmpfuhl (6) - Schmidt (6 / 62. Bäther), Erdmann (6), Werner (6) - Buschke (6).

FC Hansa Rostock II: Gaedtke - Huber (46. Sedi), Kozelnik, Schünemann, Ruschke - Willms (46. Korkmazyürek), Dietze - Stepantsev (46. Rosenberg), Syrbe (57. Juhrmann), Bachmann - Zajac.

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