AZ-ANALYSE Guter Oberliga-Start, zwei Mini-Mängel

1. FC Lok Stendal: Daumen nach oben

Lok Stendals Trainer Jörn Schulz zeigt während eines Spiels den Daumen nach oben
+
Er weiß, was er tut: Jörn Schulz (rechts). Lok Stendals Trainer hat nach dem Kader-Umbruch im Sommer mit seiner Oberligamannschaft einen guten Saisonstart im Rahmen der personellen Möglichkeiten hingelegt.
  • Patrick Nowak
    VonPatrick Nowak
    schließen

Acht Oberligaspiele, acht Punkte, 11:21-Tore: Platz 15. Der 1. FC Lok Stendal präsentiert sich nach dem Umbruch im Sommer – bis auf zwei kleine schmerzhafte Ausrutscher – ordentlich und im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die Analyse der Altmark-Zeitung zeigt auf, was bislang gut funktioniert. Und wo noch Handlungsbedarf besteht.

  • 1. FC Lok Stendal: Das läuft gut

Ordentliche Heimspiele des 1. FC Lok Stendal

Die Mannschaft von Trainer Jörn Schulz konnte bisher in überwiegend guten Heimspielen beeindrucken. Vor heimischer Kulisse wurden vier Partien bestritten. Schulz wünscht sich von seinen Spielern, dass sie auf heimischem Rasen ansehnliche Auftritte hinlegen. Dies ist mit einem Sieg (2:0 gegen den Brandenburg SC Süd), zwei Remis (2:2 gegen den FC Mecklenburg Schwerin und 2:2 gegen die TSG Neustrelitz) gelungen. Lediglich das 0:3 gegen den in der Summe zu überlegenen Rostocker FC sorgte für Heimbilanz-Schönheitsflecken. So holte Lok Stendal fünf der bisherigen acht Zähler zu Hause.

Trainer Jörn Schulz: Taktische Variabilität

Seit dem Umbruch im Sommer im Zuge des neuen Personals samt andersartigen Spielertypen, hat sich Jörn Schulz an der Taktiktafel etwas einfallen lassen. Die Eisenbahner sind in dieser noch jungen Saison taktisch variabel. Schulz ist von seinem klassischen 4-4-2-System und der 4-1-4-1-Formation in großen Teilen abgewichen. Derzeit pendelt er zwischen Dreier-, Vierer- und Fünferkette und macht die taktische Formation vom Gegner, seinen Stärken und der eigenen Spielweise, die Lok gegen diesen Gegner anwenden möchte, abhängig. Nach dem 1:6-Misserfolg in Charlottenburg stellte Schulz von 5-2-3 auf 3-4-3 um, bot den Zuschauern im „Hölzchen“ eine offensivere Ausrichtung gegen Brandenburg. Mit Erfolg. Lok gewann 2:0.

Auch die Rückkehr zum klassischen 4-4-2-System mit Niclas Buschke und Dimos Daramaras in der Doppelspitze erwies sich bereits als profitabel. Das überzeugende 4:0 beim FC Hansa Rostock II spricht für sich. Eine Woche später gab es in gleicher Formation ein 0:6 beim Torgelower FC Greif. Kurzum: Es kann nicht immer alles klappen. Schulz wird aber seine taktischen Lösungen dafür haben, um die nötigen Ergebnisse mit den Stendalern einzufahren.

1. FC Lok Stendal erzielt Tore

Ab und an muss sich der Lok-Fan gedulden, ehe er im „Hölzchen“ oder bei Auswärtsspielen mit den Eisenbahnern über eigene erzielte Treffer jubeln kann. Fakt ist: In dieser jungen Spielzeit erzielt Lok Stendal Tore. Elf mal gelang dies in den bisherigen acht Oberligapartien. Nur dreifach blieben die Ostaltmärker ohne eigenen Torerfolg. Verantwortlich dafür ist derzeit das gut funktionierende Sturmduo bestehend aus Niclas Buschke und Dimos Daramaras. Der eine ist schnell, dribbelstark und sucht den Abschluss. Der andere ist körperlich robust, Zielspieler und ebenfalls für Tore gut. Beide Akteure trafen bislang dreifach und kommen damit zusammen auf mehr als die Hälfte aller Lok-Tore (sechs von elf). Aber: Haben die beiden Torjäger einen schlechten Tag, müssen zwingend Spieler aus den anderen Mannschaftsteilen ihre Gier auf Tore steigern.

1. FC Lok Stendal baut Jugend ein

Im Sommer hieß es immer wieder vom Lok-Vorstand um Präsident Thomas Weise und Trainer Jörn Schulz, dass der Verein eine Idee verfolgt. Diese wollte man bedingungslos umsetzen. Man musste sogar. Aus Mangel an Alternativen, da die zahlreiche Oberligakonkurrenz – speziell aus Berlin – für potenzielle Neuzugänge äußerst lukrativ erscheint. Lok musste sich selbst helfen, holte den einen oder anderen unerwarteten Neuzugang. Und baut vor allem auf die Jugend. Es funktioniert. Der junge und lernwillige Mattes Flöther zeigte sich beispielsweise in seinen bisherigen Einsätzen furchtlos. Er traf beim 4:0 über Rostock II und bewies, dass man auf ihn zählen kann.

Bisherige Ergebnisse des 1. FC Lok Stendal

Oberliga (H = Heim / A = Auswärts):

1. Spieltag (H): FC Mecklenburg Schwerin (2:2)

2. Spieltag (A): CFC Hertha 06 (1:6)

3. Spieltag (H): Brandenburger SC Süd (2:0)

4. Spieltag (A): Greifswalder FC (0:2)

5. Spieltag (H): TSG Neustrelitz (2:2)

6. Spieltag (H): Rostocker FC (0:3)

7. Spieltag (A): FC Hansa Rostock II (4:0)

8. Spieltag (A): Torgelower FC Greif (0:6)

9. Spieltag (H): Blau Weiß Berlin (17. Oktober)

FSA-Landespokal

3. Runde (H): 1. FC Magdeburg (0:3)

  • 1. FC Lok Stendal: Das läuft schlecht

Zwei hohe Niederlagen für Lok Stendal

Die zwei Ausrutscher in Charlottenburg (1:6) und in Torgelow (0:6) dürften Jörn Schulz nicht besonders gefallen haben. Der Trainer hatte Rückschläge einkalkuliert. Nach einem Umbruch ist dies auch kein Umstand, der ungewöhnlich ist. Charlottenburg war an dem Tag eben zu spielfreudig und effektiv. Torgelow spielte seine Stärken aus. Dennoch sind solche klaren Niederlagen gefährlich – gerade im Hinblick auf die Lok-Tordifferenz.

Trainer Jörn Schulz verteidigt seine Mannschaft

Wir haben eine ganz junge Mannschaft. Ich habe immer wieder gewarnt nach Erfolgen, dass es Rückschläge geben wird. Wir müssen das schnell abhaken, ich muss meine Mannschaft wieder aufrichten.

Jörn Schulz (Trainer des 1. FC Lok Stendal)

Das weiß auch der 44-jährige Coach, der seine Elf vehement verteidigt. „Wir haben eine ganz junge Mannschaft. Ich habe immer wieder gewarnt nach Erfolgen, dass es Rückschläge geben wird. Wir müssen das schnell abhaken, ich muss meine Mannschaft wieder aufrichten“, erklärte Schulz nach der Torgelow-Pleite. Zuletzt war Lok spielfrei. „Das tut uns gut, dass wir mal durchschnaufen können. Dann müssen wir weitermachen. Spiel für Spiel, Schritt für Schritt“, betonte Schulz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare