Fußball-Landesklasse 1

Favoriten aus Osterburg, Salzwedel und Liesten finden sich oben ein

Zweikampf zwischen Müller und Köhn.
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Knallharter Titelkampf zwischen Philip Müller (links) und Chris Köhn.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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In der Fußball-Landesklasse 1 waren Salzwedel, Osterburg und Liesten vor der Saison als Favoriten genannt worden. Nach gut einem Viertel der Spielzeit haben sie diese Erwartungen bislang voll erfüllt. Ein Dreikampf bahnt sich an.

In der rein altmärkisch besetzten Fußball-Landesklasse 1 haben die Vereine das erste Viertel der Saison hinter sich gelassen. Die einen sind besser reingekommen, die anderen weniger. An der Spitze der Tabelle ist die ganz große Überraschung ausgeblieben. Wer vor der Saison auf Eintracht Salzwedel, den Osterburger FC und den SV Liesten als heißeste Titelanwärter gesetzt hätte, hätte allerorts Zustimmung erfahren. Nachdem die Eintracht am Wochenende die bisherige Überraschungsmannschaft aus Krevese mit einem krachenden 6:1 ausgebremst hat, scheint nun alles auf den erwarteten Dreikampf hinauszulaufen, wobei die beiden westaltmärkischen Teams lieber noch auf Understatement setzen.

„Es sind noch 15 Spiele. Da kann so viel passieren. Wir können zum Beispiel noch Ausfälle bekommen, die wir nicht kompensieren können“, versucht Salzwedel-Trainer Helge Kietzke die Erwartungen an sich und seine Mannschaft im Zaum zu halten. Doch angesichts der nackten Zahlen gestaltet sich das schwierig. Die „unaufsteigbare“ Eintracht der vergangenen Jahre hat plötzlich eine ungeahnte Konstanz entwickelt. Lediglich beim 1:1 im Topspiel gegen Osterburg gaben die Jeetzestädter Punkte ab. Ansonsten lieferte die Eintracht zumeist souveräne Auftritte, was die Tordifferenz von 31:8 belegt. Für Salzwedels Trainer ist es dennoch zu früh, um vom großen Wurf zu träumen: „Wir haben noch schwierige Spiele vor uns und freuen uns jetzt einfach nur über die Situation.“

Beim Osterburger FC, dem aktuellen Tabellenzweiten, ist die Zeit des Tiefstapelns Geschichte. Seit dem Amtsantritt von Trainer David Rose im vergangenen Jahr werden an der Biese offensivere Ziele formuliert. „Ich habe keine Lust, fünf Jahre gegen die gleichen Mannschaften zu spielen“, sagte Rose damals – und füllt diese Kampfansage seitdem mit Leben. Die bisherige Saison des OFC verläuft durchaus erstaunlich. Mit Jakob Lehmann und Marius Melms fielen sowohl der offensive, als auch der defensive Schlüsselspieler frühzeitig mit Kreuzbandrissen aus. Roses Kommentar: „Deswegen können wir doch unsere Ziele jetzt nicht ändern“. Und tatsächlich gewinnen die Osterburger trotz aller Widrigkeiten weiter konstant ihre Spiele. Der Schlüssel liegt in der besten Abwehr der Liga mit gerade einmal vier Gegentreffern.

Da fällt es im Moment auch (noch) nicht ins Gewicht, dass die Rose-Elf mit gerade einmal 14 Toren die minimalistischste Offensive des Spitzentrios stellt. Ein Makel, den Osterburgs Trainer aber erkannt hat und in den kommenden Wochen beheben möchte. „Wir arbeiten an Lösungen“, versicherte er nach dem jüngsten 2:0-Pflichtsieg gegen den MTV Beetzendorf. Und diese Lösungen wird es brauchen, denn nach dem kommenden Pokalwochenende stehen die Derbys gegen Rossau (A) und Krevese (H) auf dem Plan. Spiele mit eigenen Gesetzen und erhöhter Stolpergefahr.

Ins Straucheln gekommen ist auch der SV Liesten in dieser Saison bereits, beim 3:5 auf eigenem Platz gegen den 1. FC Lok Stendal II. Es war die einzige Niederlage, die eines der drei Topteams im ersten Viertel der Saison verschmerzen musste. Ansonsten marschieren aber auch Trainer Michael Piotrowski und seine Mannschaft bislang ganz solide durch die Spielzeit. Auch hier hat das Torverhältnis von 22:9 bereits eine gewisse Aussagekraft. Piotrowski sieht es aber eher nüchtern: „Unser Ziel war es gut reinzukommen. Jetzt wollen wir natürlich vorne dabei bleiben und gucken von Spiel zu Spiel.“ Alles andere mache in dieser Liga laut Piotrowskis langjähriger Erfahrung keinen Sinn. „Es ist immer alles personalabhängig und du kannst auch immer mal gegen eine Mannschaft von unten verlieren“, erklärt Liestens Trainer, der sich von seinem Team eine bessere Chancenverwertung wünschen würde. „Dann könnten wir manches einfacher haben.“

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