11. Elbdeichmarathon in Tangermünde – Randgeschichten: Plötzlich fehlen 500 Meter

Ein fataler Navigationsfehler

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Not macht erfinderisch: Ein Athlet besorgt sich Schatten.

mth Tangermünde. Am Rande des 11. Elbdeichmarathons gab es trotz des tragischen Unglücks (die AZ berichtete), das im Nachhinein alles überschattet, auch einige Randgeschichten.

Frank Schauer lief über 10 Kilometer eine rekordverdächtige Zeit, die sich im Nachhinein aber noch relativierte. 

„Okay?!“, staunte Frank Schauer nicht schlecht, als ihm seine Zeit genannt wurde. Der Ausnahmeathlet, der 2013 Deutscher Meister im Marathon wurde, konnte es nicht so richtig glauben. 28:44,6 Minuten lautete seine Zielzeit – rekordverdächtig! Die bisherige Bestzeit liegt bei 28 Minuten und 34 Sekunden und wurde 2003 aufgestellt. Bei der Siegerehrung aber musste Carsten Birkholz, Mitglied des Organisationsteams, einen fatalen Fehler eingestehen.

Der Helfer, der auf dem Fahrrad die Spitzengruppe begleitete und den Weg vorgab, bog zu früh ab. „So war die Strecke keine zehn, sondern nur noch circa 9,5 Kilometer lang.“ Die Wertung blieb allerdings unverändert, obwohl etliche nachfolgende Läufer die ursprüngliche Strecke und somit die volle Distanz zurücklegten. Diesen Fauxpas nahm Schauer aber mit einem Lächeln. Seine Zeit war so oder so bärenstark. Und das bei diesen Hochsommer-Temperaturen. „Es war ganz schön warm“, stöhnte Schauer, der seine Wurzeln beim westaltmärkischen VfL Kalbe hat. Er freute sich darüber, bei seinem Heim-Verein antreten zu können. Die Bedingungen seien aber schon extrem gewesen.

Marco Grund konnte nach dem Lauf noch lächeln.

„Gut, dass wir nur die 10 Kilometer gelaufen sind. Die 21 Kilometer wären hart gewesen“, blies der elftplatzierte Marco Grund von den Osterburger Triathlonfüchsen ins selbe Horn und aus dem letzten Loch. Auch er hatte mit der Hitze zu kämpfen. „Es gab kaum Schatten, besonders die Strecke direkt auf dem Deich war extrem.“

Eigentlich beim Fußball zu Hause: Sören Stamer (l.) und Timm Hensel (r.) liefen die 9,5 Kilometer entlang der Elbe.

90 Minuten Fußball am Vortag reichten Timm Hensel und Sören Stamer nicht aus. Sie nahmen auch noch am Sonntag beim 10-Kilometer-Lauf teil. „Bei so einem Event machen wir gerne mit“, sprach Hensel für die beiden Freunde. Stamer ist eigentlich Spielertrainer beim Fußball-Kreisoberligisten SV Germania Klietz und Hensel läuft für den SSV Havelwinkel Warnau in der Landesliga auf. Die Hitze sei auch für die Fußballer extrem gewesen. „Zumal das Spiel am Sonnabend auch nicht ohne war“, so Hensel.

Ärgerlich war es für einen Teilnehmer, der seinen Zeit-Chip auf der Zielgeraden verloren hatte. Ein nachfolgender Läufer entdeckte die kleine Karte auf dem Asphalt und informierte im Ziel das Helfer-Team. Eine Helferin machte sich daraufhin auf den Weg, den Chip zu bergen, und trug ihn über die Ziellinie.

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