Fußball – Oberliga: Niederlagen-Serie endet nach Trainer-Wechsel / Kühn trifft, Gödecke scheitert

Erster Teilerfolg für Lok

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Angreifer Vincent Kühn brachte Stendal in Torgelow in Führung. Für einen Sieg reichte es noch nicht ganz. 

Torgelow. Das Oberliga-Spiel des 1. FC Lok Stendal hat reichlich Platz für Spekulationen gelassen.

War es der positive Effekt des Trainerwechsels, die Trotzreaktion einer noch immer tief enttäuschten Mannschaft oder einfach nur die Rückkehr der nötigen Portion Glück? Fakt ist, dass es dem 1. FC Lok gelungen ist, mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden beim Torgelower FC Greif den ersten Zähler der Saison einzufahren.

In Spiel eins nach der überraschenden Freistellung von Trainer Sven Körner versuchte Interimslösung Daniel Fest mit zwei überraschenden Personalien, die nötigen Impulse für eine Trendwende zu setzen. Mit Bryan Giebichenstein kehrte der Aufstiegstorhüter von 2017 zwischen die Pfosten zurück. Der zuletzt schwächelnde Lukas Kycek fand sich auf der Bank wieder. Marcel Werner wurde von der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld versetzt. Als Grundformation wählte Fest ein klassisches 4-2-3-1.

Dass der Plan am Ende aufging und zum ersten Zähler der Saison führte, hatte aber auch mit dem nötigen Fortune zu tun. So hätte Torgelow in der zehnten Minute zwingend in Führung gehen müssen, doch Konrad Korczynski scheiterte per Kopf freistehend aus Nahdistanz an Giebichenstein. Auf der Gegenseite bot sich Vincent Kühn die erste Stendaler Chance der Partie. Nach einem maßgerechten langen Ball schloss er aber zu überhastet über den TFC-Kasten ab.

Dass er es auch kaltschnäuzig kann, bewies der Angreifer in der 27. Minute. Niclas Buschke hatte einen katastrophalen Ball von Torhüter Tim Beyer mustergültig erpresst, das Leder landete bei Kühn, der überlegt ins rechte Eck einschob. Völlig überraschend führte der bis dato punktlose Gast. Torgelow zeigte sich beeindruckt und lieferte bis zur Pause keine Antwort mehr.

Die Stendaler hatten die Angriffsbemühungen des Gegners über weite Strecken unter Kontrolle, ehe Toni Schmidt in der 63. Minute ein Sonntagsschuss zum 1:1-Ausgleich gelang. Giebichenstein streckte sich vergeblich, war aber chancenlos. Anders als einige Minuten später, als die neue, alte Nummer eins einen starken Torgelower Abschluss sehenswert aus dem Winkel fischte. Die Platzherren machten Druck und schienen der Entscheidung nun näher, doch plötzlich bot sich Stendal der Matchball. Buschke provozierte einen Handelfmeter. Martin Gödecke übernahm die Verantwortung, scheiterte mit seinem platzierten Abschluss aber an Torhüter Beyer (85.). Für die Platzherren traf Kevin Riechert nach einem Eckstoß noch die Querlatte und bestrafte Gödeckes Fehlschuss zum Glück für die Stendaler nicht.

„Wenn man den Aufwand beider Mannschaften betrachtet, ist das Unentschieden sicherlich gerecht. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut verteidigt, in der zweiten Halbzeit war es dann nicht mehr ganz so gut“, schätzte Daniel Fest ein.

• Tore: 0:1 Vincent Kühn (27.), 1:1 Toni Schmidt (63.). Bes. Vorkommnis: Martin Gödecke verschießt einen Handelfmeter (85./Lok Stendal).

• 1. FC Lok Stendal: Giebichenstein - Dagnet, Schaarschmidt, Hey, Groß - Werner, Erdmann - Buschke (90. Kiesse), Gödecke, Krüger (81. L. Breda) - Kühn (69. Schmidt).

Von Tobias Haack

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