FUSSBALL – OBERLIGA: Lok kämpft gegen Lichtenberg mit Personalsorgen

Ersatzgeschwächt, aber mutig

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Mit breiter Brust wollen Vincent Kühn und der 1. FC Lok Stendal gegen Lichtenberg antreten. 

Stendal – Die Form stimmt zurzeit, der 1. FC Lok Stendal hat einen Lauf. Zuletzt konnte die Elf von Trainer Jörn Schulz in der Fußball-Oberliga zwei wichtige Siege in Folge erringen. Diese kleine Serie am morgigen Sonntag fortzusetzen, wird verdammt schwer.

Denn mit dem SV Lichtenberg gastiert der Spitzenreiter der Liga im Stendaler „Hölzchen“. Die Gäste haben zuletzt dreimal in Folge gewonnen. Ihre letzte Niederlage kassierten sie Mitte April in Wismar.

„Wir werden alles versuchen, wissen aber natürlich um die Schwere der Aufgabe“, sagt Jörn Schulz. Doch seine Mannschaft habe ihr angeschlagenes Selbstbewusstsein durch nicht unbedingt erwartete Erfolge aufpolieren können und kann durchaus mit breiter Brust auflaufen. Zumindest die Spieler, die dem Trainer noch zur Verfügung stehen. Neben den Langzeitverletzten Marcel Werner, Steven Schubert, Martin Gödecke und Moritz Instenberg muss Schulz auf weitere wichtige Säulen verzichten. Tim Schaarschmidt fehlt wegen einer Gelb-Sperre. Das gleiche Schicksal hat Philipp Groß ereilt. Ob der Kapitän hätte spielen können, wäre ohnehin ungewiss gewesen. Er hat sich im Auswärtsspiel in Altlüdersdorf vor Wochenfrist verletzt. Auch Sebastian Hey und Martin Gebauer sind angeschlagen, konnten auch in der Woche nicht mittrainieren. „Wir haben aber noch zwei Tage Zeit, jede Minute zählt“, hofft Schulz auf einen Einsatz seiner abgeschlagenen Akteure.

Trotz aller Personalsorgen: „Wir spielen zu Hause und wollen das Spiel nicht von vornherein abschenken, sondern alles probieren“, gibt sich der Trainer kämpferisch. Für seine Elf, die sich durch die Ausfälle schon fast von allein aufstellen dürfte, gehe es darum, die starke Offensive des Tabellenführers auszubremsen. Und das von Beginn an. „Lichtenberg hat ganz viele Stärken, gerade in der Offensive und mit Ball.“ Aber Lok verfüge eventuell über eine Stärke, die für Entlastung sorgen könnte. Welche das ist und wie sich das auf die taktische Grundformation auswirkt, wollte Schulz gestern nicht verraten. Nur soviel: „Darin sehen wir unsere Chance.“ In Altlüdersdorf war sein Team im 4-4-2 erfolgreich, zuvor setzte der Trainer meistens auf ein 4-1-4-1-System. „Wir werden uns etwas einfallen lassen.“

Unter der Woche haben mehrere A-Junioren mittrainiert. Der eine oder andere könnte wieder in der Oberliga aushelfen. „Wir können die Situation nicht ändern, wir gucken nach vorn“, möchte Schulz von der Elf, die er morgen Nachmittag auf den Rasen schickt, vollen Einsatz sehen. Wie schon in der kompletten Rückrunde sollen sie „alles auf den Platz werfen.“ Was dann dabei herauskomme, werde sich zeigen. Anpfiff im „Hölzchen“ ist morgen um 14 Uhr.

Vom Urteil gegen den SV Altlüdersdorf, dem nach dem abgebrochenen Spiel gegen Blau-Weiß Berlin zwei Punkte aberkannt worden, hat Schulz natürlich erfahren. Es könnte dem 1. FC Lok Stendal in der Schlussabrechnung helfen. Aber: „Für uns ist das zweitrangig, wir müssen noch vier Punkte mindestens, eher fünf oder sechs holen und uns auf uns konzentrieren“, lässt sich der Trainer nicht ablenken.

VON SABINE LINDENAU

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