HANDBALL Frauen des SV Oebisfelde mit kleinem Kader in die neue Saison

Erneuter personeller Aderlass

Beatrice Franke (Trainerin SV Oebisfelde): Es ist uns sehr wichtig, dass der Frauenhandball in Oebisfelde nicht unter-geht und so wollen wir es schaffen, alle Spielerinnen beider Teams rechtzeitig in die Bahn zu bringen, um bestmöglich für den Saisonbeginn gerüstet zu sein.

Oebisfelde – Hinter der ersten Frauen-Mannschaft des SV Oebisfelde liegen schwere Monate in der Sachsen-Anhalt-Liga, weitere werden folgen.

Die personelle Situation bei den Handballerinnen von der Aller verschärft sich weiter, doch mit Interimstrainerin Beatrice Franke stellt sich der SVO der Situation.

Mit Franziska Dietz, Juliane Thiele, Katrin Sobeck und Juliane Dreyer (Schulz) hatten vor der Saison mehrere Leistungsträgerinnen ihre aktive Laufbahn beendet, Kreisspielerin Josefin Meyer wechselte kurzfristig zum VfL Wolfsburg. Zudem übernahm der langjährige Coach Christian Herrmann die erste Männer-Mannschaft des Vereins in der Oberliga.

Er gab sein Amt auf der Bank an Robert Krause ab, doch der Haldensleber war nach drei Niederlagen in Folge gleich zu Beginn auch schnell wieder verschwunden. Die Allerstädterinnen waren fortan auf sich allein gestellt. Verletzungsbedingte Ausfälle von Stammspielerinnen wie Lena Witzke (Fingerbruch und Nasen-OP) sorgten für weitere Pleiten und den Absturz an das Tabellenende. Doch mit vereinten Kräften meisterte die SVO-Sieben diese kritische Phase.

Sicherlich auch ein großer Verdienst von Franziska Dietz, die wieder ins Team zurückkehrte, und die recht schnelle Genesung von Lena Witzke. Das gab den nötigen Schub. Als Betreuer stand zudem oft Christian Herrmann wieder an der Seite. Er wechselte sich mit anderen Übungsleitern wie Thomas Müller und Thomas Meinel ab. Und so verbesserte sich der SVO auf 11:21-Punkte und Platz neun. In einem sind sich die Spielerinnen sicher, den Klassenerhalt hätten sie auch ohne den Saison-Abbruch aufgrund der Corona-Pandemie aus eigener Kraft geschafft.

Doch nun deutet sich ein weiterer starker Aderlass bei den Frauen des SV Oebisfelde an. Bei den letzten Heimspielen gab es öfter Besuch von Betreuern niedersächsischer Klubs, die auch davon profitierten, dass es den SVO-Verantwortlichen trotz großer Aktivitäten noch immer nicht gelungen ist, einen neuen Trainer für die Frauen-Mannschaft zu finden. Und so werden einige Spielerinnen den Verein verlassen. Lena Witzke und Elisa Wagner wechseln überraschend zum VfL Wolfsburg, Hanna Langbartels schließt sich dem MTV Braunschweig an. Wenigstens Alina Müller konnte dem Werben widerstehen und bleibt dem SVO weiter erhalten. Aus gesundheitlichen Gründen beenden Linkshänderin Yvonne Malinowski und Torhüterin Julia Hübe ihre sportliche Karriere, aus privaten und beruflichen Gründen werden vorerst Annika Brosig und Tori Linhardt nicht zur Verfügung stehen.

Eine nicht gerade einfache Personalplanung, vor der der SVO steht. Dennoch wird man bis zum 31. Mai das Team für die Saison 2020/21 in der Sachsen-Anhalt-Liga melden, wann immer diese auch beginnen wird. Einer Aufgabe, der sich auch die erfahrene Beatrice Franke stellen wird, die sich bereit erklärte, als Interimstrainerin die Mannschaft zu übernehmen. Natürlich ist der Kader mit derzeit elf Spielerinnen inclusive zweier Torhüterinnen mehr als dünn, es laufen aber noch Personalgespräche. Zumindest haben mit Hella Jablonski, Lara Füchsel und Marie Lindner drei Spielerinnen aus der B-Jugend ihre Bereitschaft signalisiert, am Training teilzunehmen. Dazu wird es wieder eine enge Zusammenarbeit mit dem Team der 2. Frauen geben, die von Lydia Adamietz trainiert werden. Gegenseitig will man sich unterstützen und auch gemeinsame Trainingseinheiten abhalten.

Da bis zum 31. August die Hans-Pickert-Halle in Oebisfelde wegen der strengen Auflagen noch geschlossen bleibt, ist Outdoor-Training in kleinen Fünfer-Gruppen angesagt. Mannschaftsbesprechungen werden per Videokonferenz abgehalten. Im SVO-Lager gibt man sich kämpferisch und schaut positiv nach vorn. „Es ist uns sehr wichtig, das der Frauenhandball in Oebisfelde nicht untergeht und so wollen wir es schaffen, alle Spielerinnen beider Teams rechtzeitig in die Bahn zu bringen, um bestmöglich für den Saisonbeginn gerüstet zu sein“, meinte die 29-jährige Beatrice Franke, die bei Bedarf selbst als Kreisläuferin auf dem Feld eingreifen will.

VON JÖRG STAADE

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