FUSSBALL – 2. LIGA: Michel Niemeyer über Abschied und Neuanfang

„Die Erinnerungen bleiben“

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Einer der Höhepunkte in Liga 2: Michel Niemeyer (Mitte) im Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen den Bundesligadino Hamburger SV. 

Magdeburg – Die Spekulationen reichten von Hansa Rostock bis Dynamo Dresden. Doch Michel Niemeyer zieht es nach Wiesbaden. Nach insgesamt neun Jahren beim 1. FC Magdeburg verlässt der 23-Jährige seine fußballerische Heimatstadt. Und freut sich auf das neue Abenteuer.

Auch wenn der gebürtige Salzwedeler noch nicht weiß, ob er beim SV Wehen in der 2. oder 3. Liga auflaufen wird.

Abschied: Der Salzwedeler verlässt den FCM.

„Es ist nicht einfach zu sagen: ‘Das war es jetzt’.“ Michel Niemeyer weiß, dass der nächste Schritt ein großer ist. Aber auch einer, der ihn weiterbringen kann. Der Abschied fällt ihm allerdings alles andere als leicht. „Ich hatte mit mir zu kämpfen.“ Dass er in den zurückliegenden Wochen nicht mehr selbst mit in den Kampf um den Klassenerhalt eingreifen konnte, tat ihm weh. Drei Tage vor der Partie bei Union Berlin war der Altmärker wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Und musste sich nur wenige Tage später eingestehen: „Es war zu früh. Das Knie war relativ in Ordnung, aber die Muskulatur hat zugemacht. Wahrscheinlich wollte sich zu sehr von Null auf Hundert.“ Die Reizungen im Meniskus und der Patellasehne konnten auch mit Spritzen nicht behoben werden. Da hilft nur Geduld.

Nun blickt der Außenverteidiger nach vorn. Er möchte die nächsten Wochen bis Ende des Monats nutzen, um fit zu werden. Dann fliegt er mit seiner Freundin für zwei Wochen nach Bali in den Urlaub. Um abzuschalten und Kraft für die neue Aufgabe zu tanken. „Ich habe mich bewusst für Wehen Wiesbaden entschieden“, erzählt er. Obwohl es auch Angebote aus der 2. Liga gab. Übersteht sein neuer Verein die Relegation gegen den FC Ingolstadt erfolgreich, läuft Niemeyer auch in der nächsten Saison im Fußball-Unterhaus auf. Doch er habe nicht gepokert, sagt er. Vielmehr seien die Gespräche mit Wehen am besten verlaufen. „Sie haben sich am meisten bemüht. Ich hatte das Gefühl, dort gebraucht zu werden. Letztendlich hat mein Bauchgefühl entschieden, dass ich die neue Herausforderung annehmen möchte.“

Bei aller Vorfreude wird der 23-Jährige aber auch seine Zeit beim 1. FCM nicht vergessen. „Ich bin hier groß geworden, habe mich immer wohlgefühlt, habe viele Freunde. Die Zeit werde ich vermissen. Aber die Erinnerungen bleiben für immer“, wird er emotional. Fünf Jahre hat er im Landesleistungszentrum gespielt, ist dann für zwei Jahre zu RB Leipzig gewechselt. 2015 kehrte er nach Magdeburg zurück. Und hat hier in 58 Drittliga-Spielen neun Tore erzielt, acht weitere vorbereitet. In der abgelaufenen Saison in der 2. Bundesliga stand er in 23 Partien auf dem Rasen.

Morgen schaut er sich das Relegationshinspiel seines neuen Clubs an. „Natürlich würde ich mich freuen, wenn sie es diese Saison schon schaffen, aber ich habe mich nicht für Wiesbaden entschieden in der Hoffnung, sie spielen in der 2. Liga“, betont Niemeyer. Auch eine Liga tiefer fühlt er sich wohl. „Ich möchte mich einfach persönlich weiterentwickeln, bin noch jung und will so viel wie möglich spielen.“

VON SABINE LINDENAU

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