Handball, Verbandsliga: Stendal verliert Krimi gegen Solpke/Mieste / Trainer uneins über die Ursachen

Ein Ergebnis, zwei Ansichten

Zwei Protagonisten eines packenden Spiels: Stendals Elias Tembe (rechts) und Solpkes-Matchwinner Steve Sauer. Foto: Haack

tha Stendal. Der abstiegsbedrohte HV Lok Stendal hat am 14. Spieltag der Handball-Verbandsliga eine unglückliche 27:29 (10:13)-Heimniederlage im B188-Derby gegen den HV Solpke/Mieste kassiert.

Die Unterschiede zwischen den beiden altmärkischen Teams waren am Ende nicht groß, doch sie waren vorhanden. Für Gäste-Trainer Marco Weis war SoMi die beiden Treffer besser. In den Augen von Lok-Coach Frank Ziekau hatte die Pleite andere Gründe.

„Wir bekommen fünf unberechtigte Siebenmeter gegen uns, in Phasen, wo wir davonziehen können. Vier davon waren drin und so kommt es dann zu diesem Ergebnis. Ich möchte eigentlich immer nichts zu den Schiedsrichtern sagen, aber heute war es nunmal so“, schäumte der Geschlagene nach dem Abpfiff vor Wut. Sein Miester Pendant Weis vermied Aussagen zum Schiedsrichter-Kollektiv, sah die Ursachen für den knappen Erfolg seines Teams aber ohnehin anders begründet: „Stendal hat gute Einzelspieler, die sie aber nicht ganz in ihre Mannschaft reinkriegen und bei uns war es einfach eine Mannschaftsleistung.“

Speziell im ersten Durchgang hatte Weis mit dieser Einschätzung auch recht. Solpke/Mieste zog nach ausgeglichenem Beginn Mitte der ersten Halbzeit auf drei Treffer davon (18./9:6), verpasste es aber in der Folge, die teilweise planlos wirkenden Stendaler schon frühzeitig zu distanzieren. SoMi ließ Lok am Leben und ging nur mit 13:10 in die Kabine. „Die erste Halbzeit haben wir verpennt“, gab auch Ziekau zu.

Nach dem Wechsel schaffte Stendal dann aber eine Wende, die sich zuvor überhaupt nicht angedeutet hatte. Solpke/Mieste wirkte plötzlich überfordert, Lok drehte auf und damit das Spiel auf 18:15 (37.). Es kam die von Ziekau erwähnte Phase, in der Stendal hätte davonziehen können, doch nun kehrte der Gast in den packenden Schlagabtausch zurück. Die zahlreichen Siebenmeter, die Solpke/Mieste in dieser Phase zugesprochen bekam, verwandelte Steve Sauer ohne Nerven zu zeigen.

Beim Stand von 24:26 (55.) ging das Derby in seinen mitreißenden Endspurt. Nochmals kam Lok auf einen Treffer heran, vergab danach aber zwei glasklare Ausgleichschancen fahrlässig. Die Gäste hatten mehr Glück, denn der überragende Sauer besorgte die Entscheidung mit einem abgefälschten Wurfversuch – 28:26 (60.). Nachdem Eric Leinung nochmals verkürzte, sorgte – natürlich – ein Siebenmeter für den Endstand. Dieses Mal versenkte zur Abwechslung Philipp Seiler.

„In der Schlussphase mache ich meinen Jungs keinen Vorwurf, dass sie die klaren Dinger nicht gemacht haben. Es hätte gar nicht soweit kommen dürfen und da sind wir wieder bei den Siebenmetern“, setzte die Pleite Ziekau spürbar zu. „Es war das erwartet schwere Kampfspiel, aber wir haben es gemacht und das ist alles, was zählt“, brachte Weis nochmals seine Erleichterung zum Ausdruck.

• HV Lok Stendal (Tore): Kurze, Vogel - Schumann (5), Leinung (3), Lüttge (1), Hepper (3), Stephan (5), Hentschke (3), Sens, Tembe (4), Hornuff, Elsner (2).

• HV Solpke/Mieste: Quatz, Wagner - Röscher (3), Soeder (4), Leder (1), Sauer (11), Winkler, Seiler (6), Schiefelbein (1), Hesse, Kleist (3).

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