FSA bricht die Saison 2020/2021 ab

Endlich herrscht Klarheit

Die Männer des SSV 80 Gardelegen bejubeln einen Treffer in einem Punktspiel der Fußball-Verbandsliga.
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Saison beendet: Die Verbandsliga-Kicker des SSV 80 Gardelegen können erst in der neuen Spielzeit 2021/2022 wieder Tore bejubeln.
  • Tobias Weber
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  • Patrick Nowak
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Altmark - Nun ist es also offiziell: Die Fußball-Saison 2020/2021 wurde seitens des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt abgebrochen. Zumindest gilt diese Entscheidung zunächst für den Herrenmannschaften, die auf Landesebene aktiv sind.

Seit Montagabend herrscht Klarheit und die Vereine, zumindest die auf Landesebene aktiv sind, haben Planungssicherheit. Auf seiner Vorstandssitzung hat der Vorstand des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) nämlich beschlossen, die Saison 2020/2021 im Herrenbereich auf Landesebene mit sofortiger Wirkung abzubrechen.

Aufsteiger auf Landesebene möglich

Dabei wurde auch besprochen, wie mit der Auf- beziehungsweise Abstiegsregel umgegangen werden soll. Mit Blick auf mögliche Aufsteiger hielt sich der FSA-Vorstand noch etwas bedeckt. „Aufsteiger in den Landesspielklassen gibt es nur, wenn der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) einen Aufsteiger aus der Verbandsliga vom FSA zulässt. Grundlage für den Aufstieg ist die dann vorliegende Tabelle nach Anwendung der Quotientenregel. Sollte dieses Szenario Anwendung finden, ist in den weiteren Spielklassen auf Landesebene genauso zu verfahren“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des Landesverbandes. Die ermittelten Staffelsieger haben dann die Möglichkeit, bei den jeweiligen Staffelleitern einen Antrag zu stellen, um in die nächsthöhere Spielklasse aufzusteigen. Dies muss bis zum 31. Mai 2021 erfolgen.

Sollten also Aufsteiger zugelassen werden, könnten auf den FSA weitere Probleme zukommen. In erster Linie dürfte hier die Staffelstärke in den jeweiligen Spielklassen ein großes Thema sein. Demnach würden die Verbandsliga, die beiden Landesligen (Nord und Süd) sowie die insgesamt sieben Landesklassen noch weiter anwachsen. Daher denkt der FSA darüber nach, die Staffelstärken zu verändern, um den Spielplan nicht noch mehr aufzublähen. So gibt es Überlegungen, in der Verbandsliga, die in der kommenden Saison durchaus auf 20 Mannschaften anwachsen könnte, zwei Staffeln zu installieren. In der Landesliga könnte es indes eine dritte Staffel geben und die Landesklasse könnte auf acht Staffeln anwachsen. Doch das sind aktuell lediglich Gedankenspiele. „Ich denke, dass das fast schon zwingend notwendig ist. Diese Saison hat ja schon gezeigt, wie eng der Terminkalender gestrickt ist. Größere Staffeln bedeuten natürlich mehr Begegnungen. Mögliche Pokalspiele oder Spielverlegungen aufgrund des Wetters muss man ja auch noch auf dem Zettel haben“, so Axel Garz, der beim Kreisfachverband Fußball Altmark West für das Spielwesen verantwortlich ist. „Natürlich sind wir froh, dass jetzt endlich eine Entscheidung getroffen wurde. Warum hätte der FSA noch länger warten sollen. Aus meiner Sicht war der Abbruch auch der einzig gangbare Weg. Jetzt haben die Vereine Sicherheit und können planen“, so Norbert Scheinert, Trainer des SSV 80 Gardelegen. Auf die Westaltmärker könnte jedoch eine Saison warten, die noch intensiver werden könnte. „Wenn die Verbandsliga tatsächlich mit 20 Mannschaften spielen würde, wäre das natürlich schon enorm heftig. Auf der anderen Seite kann ich es mir aber aktuell nur schwer vorstellen, dass die Verbandsliga mit zwei möglichen Zehnerstaffeln spielen soll“, warf Scheinert einen Blick in die Zukunft.

Grundsätzlich gibt es keine Absteiger

Absteiger wird es hingegen nach dem Saisonabbruch in den Staffeln auf Landesebene grundsätzlich nicht geben. „Sollten Vereine aufgrund vereinsinterner Gegebenheiten dennoch den Wunsch haben, in die nächstniedrigere Spielklasse oder tiefer abzusteigen, so kann dieser Antrag formlos an den zuständigen Staffelleiter bis zum 31. Mai 2021 eingereicht werden“, ist im FSA-Beschluss zu lesen. Das bedeutet, dass die altmärkischen Vertreter von der Verbandsliga bis zur Landesklasse keinen Abstieg befürchten müssen, es sei denn, es wird ein freiwilliger Rückzug in Erwägung gezogen.

Der Beschluss des FSA-Vorstandes spiegelt letztendlich auch das Meinungsbild der in einer Umfrage befragten Vereine der Spielklassen auf Landesebene wider. Von 122 Teilnehmern stimmten nämlich 90 Vereine für dieses Szenario, 23 Vereine lehnten ab und neun enthielten sich.

Keine Aussagen zum Landespokal

Völlig offen ist indes, wie die Verantwortlichen mit dem Landespokal umgehen wollen. Dieser wurde zwar auf der Vorstandssitzung thematisiert, doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Im Landespokal sind aktuell noch 18 Mannschaften dabei, unter anderem auch der 1. FC Lok Stendal, der in der dritten Runde gegen den 1. FC Magdeburg antreten muss. Hier will sich der FSA mit den entsprechenden Vereinen in Verbindung setzen. Immerhin ist der Landesverband bestrebt, einen Teilnehmer für den DFB-Pokal zu melden.

Kreisfachverbände beraten zunächst

In Bezug auf die Beendigung der Saison 2020/2021 gibt es folgende Entscheidung zum Spielbetrieb der Herren auf Kreis- und Stadtfachverbandsebene: „Sollten Aufsteiger auf Landesebene zugelassen werden und aus den Kreis- und Stadtfachverbänden ein Kreismeister beziehungsweise eine aufstiegsberechtigte Mannschaft für die Saison 2020/2021 ermittelt werden können, so besteht die Möglichkeit, das Aufstiegsrecht in die Landesklasse wahrzunehmen“, lässt der FSA-Vorstand in seiner Mitteilung verlautbaren. „Wir werden zeitnah mit unseren Kreisoberligisten Kontakt aufnehmen und ein mögliches Interesse an einem Landesklasse-Aufstieg erfragen“, berichtete Axel Garz, wollte aber demnächst folgenden Videokonferenzen mit dem KFV-Präsidium und den Vereinen aber nicht weiter vorgreifen.

„Es ist ein logischer Schritt, dass man die Sache dann auch umsetzt“, stützt sich Michael Müller, Präsident des KFV Fußball Altmark Ost, auf das Meinungsbild der befragten Vereine auf Landesebene. Für Müller und seine KFV-Kollegen gehen die Gedankenspiele bereits heute weiter, wenn ab 18.30 Uhr eine Videokonferenz mit den Vereinen ansteht. „Es soll diesbezüglich erstmal ein Austausch sein. Und es ist uns ein Anliegen da demokratisch und transparent zu handeln“, so Müller, der sich in der Vergangenheit immer auf die Umfragebeteiligung der ostaltmärksichen Vereine verlassen konnte.

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