Fußball – Landesklasse: TuS Wahrburg leitet Umbruch ein / Teichert neuer Sport-Koordinator

Ende des Zuckerhut-Experiments

Unbeschwert jubeln konnte der TuS Wahrburg zuletzt eher selten. In Zukunft sollen deshalb wieder junge, deutsche Spieler das Gros des Kaders stellen.
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Unbeschwert jubeln konnte der TuS Wahrburg zuletzt eher selten. In Zukunft sollen deshalb wieder junge, deutsche Spieler das Gros des Kaders stellen. 

Stendal. Der TuS Wahrburg im Jahr 2018 ist ein Verein, der polarisiert. Die Altmark ist mit Blick auf den Stendaler Landesklassisten regelrecht gespalten.

Die Wahrburger Philosophie, vornehmlich auf Spieler aus Brasilien zu setzen, stößt in der Region auf Ablehnung und Unverständnis. Der Beliebtheit des Klubs hat der Südamerika-Kurs geschadet. Und auch innerhalb des Vereins rumort es. Nicht zuletzt, da trotz der zehn Legionäre im Kader der sportliche Erfolg ausbleibt. Um den Klub auf und neben dem Platz wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, hat sich der TuS Wahrburg unlängst noch einmal auf Vorstandsebene verstärkt und den ehemaligen Trainer der Schinner Eintracht, Marc Teichert, als neuen Sport-Koordinator installiert. Das erklärte Ziel des 33-Jährigen: Ein schonungsloser Umbruch.

„Wir wollen uns im Winter von einigen Brasilianern trennen“, erklärt Teichert, „es sind zwar sehr gute Spieler unter ihnen, aber die Integration lief nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Es gibt ein Sprachproblem und das erschwert vor allem die Arbeit im Training.“

Die Südamerikaner waren ein wichtiger Bestandteil des Konzepts von Ex-Trainer Thomas Schulze, der mit einigen von ihnen auch schon beim Burger BC zusammengearbeitet hatte. Doch Schulzes Plan griff lediglich in der Rückrunde der Vorsaison, als Wahrburg bis auf Rang vier kletterte und im Pokal das Endspiel erreichte. In dieser Spielzeit hinkt der TuS den eigenen Ansprüchen jedoch hinterher. Vor Kurzem kam es zur Trennung vom Trainer. Auch Assistent Markus Hinz ging von Bord. „Das ist aber alles ganz sauber abgelaufen. Wir haben uns einvernehmlich getrennt“, stellt Teichert klar. Die sportliche Verantwortung liegt nun bei Philip Dieckmann, der unter Schulze ebenfalls als Co-Trainer fungierte. „Das ist erstmal eine Interimslösung bis zum Winter. Dann wird man sich zusammensetzen und die Hinrunde auswerten“, so Teichert.

Ob die Trainerposition im Winter neu besetzt wird, ist derzeit offen. Das Hauptaugenmerk gilt dem Kader der ersten Mannschaft. „Wir brauchten in der Vergangenheit die Brasilianer, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein, aber jetzt wollen wir wieder den Weg hin zu mehr deutschen Spielern gehen“, erklärt der neue Sport-Koordinator. „Wir wollen auf den eigenen Nachwuchs setzen, auch wenn das ein weiter Weg ist. Wenn wir langfristig nur noch drei oder vier Brasilianer im Kader haben, ist das, denke ich, alles legitim.“ Zudem soll die zweite Mannschaft des Vereins gestärkt werden. „Unser Ziel ist es, dass sie in die Kreisoberliga aufsteigt und dann einen noch besseren Unterbau für die erste Mannschaft gewährleistet“, sagt Teichert, der zuvor aber noch als Vermittler agieren muss. „Ja, es gab einen großen Graben zwischen beiden Mannschaften“, bestätigt er, „aber ich denke, dass er bis zum Winter geschlossen ist.“

In der Landesklasse haben die „Blauen Bullen“ aktuell gerade einmal elf Zähler auf dem Konto und müssen sich in der Tabelle eher nach unten orientieren. Ein Umstand, der einen personellen Umbruch im Winter nicht gerade begünstigt. Gleiches gilt für die lange Verletztenliste. Doch Teichert, der bereits seit der Sommerpause im Hintergrund mitläuft, ist sich sicher, in Wahrburg Erfolg haben zu können. „Der Verein hat eine super Infrastruktur und einen großen Sponsorenpool. Ich glaube schon, dass man hier etwas aufbauen kann.“ Nicht zuletzt deshalb wurde Teichert verpflichtet und vielleicht steigen bald auch wieder die Beliebtheitswerte.

Von Tobias Haack

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