Flut auf Fußballplatz in Kamern – aber eine Spielgemeinschaft mit Warnau zum Start der Saison

Wie Empor aus dem Wasser

Sieht eher nach Wasser- statt nach Fußball aus: Wie hoch das Wasser auf dem Platz in Kamern steht, lässt sich an der Barriere rechts im Bild erkennen. Foto: privat

Kamern. Als Werner Meinschien davon hörte, dass in Kamern der Fußballplatz unter Wasser steht, ahnte er schon, was folgt. „Das könnte ein Problem geben“, sagt der Präsident des Kreisfachverbandes Fußball Altmark-Ost. Es ist ein Problem.

Vom Rasen, auf dem sonst die Kicker von Empor Kamern in der Kreisoberliga ihre Heimspiele austragen, ist nichts mehr zu sehen. Zu sehen ist ein Meter Wasser. Die Flutung des Geläufs folgte durch den Deichbruch in Fischbeck und den damit verbundenen Anstieg des Kamernschen Sees.

„Fußball ist ganz weit hinten“, erklärt Gordon Wagener, als er über Hochwasser auf dem Platz spricht. Die neue Saison naht, schließlich soll am 17. August wieder der Ball rollen, nachdem die zurückliegende Spielzeit aufgrund der Elbeflut in der Ostaltmark abgebrochen wurde. Den Elbe-Havel-Winkel hat es am schlimmsten getroffen. Doch Wagener, Verantwortlicher im Herrenbereich Empors, sieht nach dem Unglück sogar noch Positives. „Ich bin froh, dass es nur der Platz ist“, merkt der ehemalige Kicker an. Die Sporthalle hinter dem Deich hat es nicht getroffen, dort lagern etwa Trainingsutensilien. An Training ist aber nicht zu denken in Kamern. Für dieses Problem gibt es jedoch schon eine Lösung. Empor und der Nachbarverein SSV Havelwinkel Warnau haben sich entschlossen, ab kommender Saison zusammenzuarbeiten, zum Üben ist also ein Ort weiter möglich. Nicht nur ob der Flut: Eine Spielgemeinschaft war ohnehin geplant. Die Kamerner und die zweite Mannschaft der Warnauer spielen fortan als Spielgemeinschaft (SG) Kamern/Warnau II im Kreisoberhaus. „Für uns ist es positiver als letzte Saison“, findet Fußballchef Wagener. Empor plagten Personalprobleme, als Inhaber des ersten Nichtabstiegsplatzes schafften die Kamerner nur knapp den Klassenverbleib.

Für den SSV hat die SG auch Positives. Die Reserve kickte bisher in der 1. Kreisklasse. Es gab schon Planungen zum Training. Eigentlich war abgesprochen, dass die Zweite und der Landesklassist SSV Havelwinkel Warnau mittwochs gemeinsam trainieren und am Freitag separat und die Heimspiele in Kamern stattfinden. Der Plan ist hinfällig. „Wir werden eine Lösung suchen“, äußert sich Heino Kühne, Trainer der Warnauer. Wer für die Zweite überhaupt die Übungen leitet, steht auch noch nicht fest. Ein Coach für die Reserve muss noch gefunden werden. Bevor aber an Training, geschweige denn an Spiele zu denken ist, muss das Wasser auf dem Kamerner Rasen weichen. Sollten zum Start der neuen Spielzeit noch keine Partien in Kamern möglich sein, gibt es auch dafür eine Lösung. „Notfalls spielen sie bei uns“, bietet Kühne an.

Von Benjamin Post

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