FUSSBALL – RWA-Trainer Nagel über seinen ersten Titel und die Zukunft

Emotionale Premiere

Ab in den Himmel von Stendal: Die Arneburger Mannschaft lässt ihren Trainer Oliver Nagel nach dessen ersten Titel hochleben.
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Ab in den Himmel von Stendal: Die Arneburger Mannschaft lässt ihren Trainer Oliver Nagel nach dessen ersten Titel hochleben.

Arneburg – Als Schiedsrichter Michael Müller das Pokalfinale zwischen Rot-Weiß Arneburg und Medizin Uchtspringe (3:1) abgepfiffen hatte, jubelte jeder, der es mit dem Titelverteidiger hielt, auf seine Weise.

Die meisten Spieler lagen sich in den Armen, zahlreiche Fans stürmten das Feld. Trainer Oliver Nagel schlug die Hände vor seinem Gesicht zusammen, wirkte ungläubig und ließ dann seinen Emotionen freien Lauf. Sogar Tränen flossen. Für den 29-jährigen Novizen an der Seitenlinie war es der erste Titelgewinn als Hauptverantwortlicher. Und obwohl Nagel den Pokal als Spieler nicht nur einmal geholt hatte, schien dieser Triumph etwas ganz Besonderes zu sein.

„Letztes Jahr habe ich den Pokal noch als Spieler gewonnen, jetzt als Trainer. Das macht die Sache schon speziell“, erklärte der Arneburger später. Die Tränen seien ihm allerdings aus privaten Gründen gekommen. Es fiel einfach viel von ihm ab, einige Erinnerungen kamen hoch. Schon wenige Minuten später hatte sich Nagel gefangen, jubelte ausgelassen mit seiner Mannschaft. Bei der Siegerehrung ließen ihn seine Spieler mehrfach hochleben. Im Feiern von Pokalsiegen sind die Rot-Weißen schließlich geübt.

Doch was macht die Arneburger eigentlich zu dieser Pokalmacht, die binnen fünf Jahren dreimal den Titel holen konnte? „Wir können einfach mit Erfahrung glänzen“, meint Nagel. „Spieler wie Michael Winkelmann und Danny Kiefel schaffen es in diesen Hop-oder-top-Spielen Ruhe auf die gesamte Mannschaft auszustrahlen. Das ist viel wert!“

Auch gegen Uchtspringe ließ sich der neue und alte Pokalsieger nicht verunsichern. Nicht von einem mühevollen Start, nicht vom Gegentreffer, erst recht nicht von kleineren Provokationen des Gegners. Arneburg behielt kühlen Kopf und stach im richtigen Moment zu. „Das 2:1 durch ein Eigentor kurz vor der Pause war wichtig für uns. Nach dem 3:1 in der zweiten Halbzeit war ich mir dann sicher, dass wir es schaffen“, so Nagel. Er sollte sich nicht täuschen: Auch wenn die Mediziner noch zu Chancen kamen, änderte sich am Ausgang der Partie nichts mehr. Rot-Weiß Arneburg durfte jubeln. Mal wieder.

Damit RWA auch in Zukunft noch Gründe zum Feiern hat, wurden in den vergangenen Wochen bereits die wichtigsten Weichen gestellt. Obwohl Nagel mit dem Pokalsieg einen fulminanten Start als Trainer hingelegt hat, wird er künftig Unterstützung bekommen. Florian Steinhagen kehrt zur neuen Saison an die Elbe zurück, nachdem er mit Grün-Weiß Staffelde das Ziel Kreisoberliga-Aufstieg verpasst hat. „Er ist dann aber nicht mein Co, sondern wir werden eine Doppelspitze bilden. Ich bin mir sicher, dass wir beide zusammen dann ein guter Trainer sind“, sagt Nagel, der als ein Teil des neuen Trainer-Tandems dann auch wieder als Spieler auf den Platz zurückkehren möchte.

Die Zielsetzungen unter dem neuen, jungen Gespann Nagel/Steinhagen werden sich nicht großartig ändern. „Im Pokal wollen wir wieder ins Finale kommen und in der Liga kann es nur darum gehen, dass wir Konstanz in unsere Leistungen bekommen“, so Nagel, der sich trotz seines Erfolgs glücklich schätzt, nun die Traineraufgaben beim RWA teilen zu können. „Es war immer unser Bestreben, Florian Steinhagen zurück in den Verein zu holen. Ich bin erleichtert, dass das jetzt geklappt hat.“

VON TOBIAS HAACK

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