AZ-SERIE „Meine beste Elf“: Gerhard ter Burg legt im Nachwuchs Grundlagen

Für einige Spieler war mehr möglich

Trainierte nie ein Herrenteam: Gerhard ter Burg zieht die Arbeit im Fußball-Nachwuchs vor. Foto: weber

Altmark – Die Altmark-Zeitung hat sich bei langjährigen Trainern erkundigt, wie denn ihre Start-Elf aussehen würde, wenn sie aus allen Spielern wählen könnten, die sie jemals trainiert haben.

In der AZ-Serie „Meine beste Elf“ blicken Fußball-Trainer aus der Altmark auf ihre besten Spieler zurück.

Der gebürtige Holländer Gerhard ter Burg hat zwar nie ein Herrenteam betreut, doch als Nachwuchstrainer beim VfL Kalbe, Eintracht Salzwedel, SSV Gardelegen, TuS Schwarz-Weiß Bismark und verschiedener Kreisauswahl-Vertretungen legte der heute 53-Jährige die Grundlagen für spätere Erfolge. Der Bismarker Marvin Kleihs (aktuell BFC Dynamo), der mit dem VfL Wolfsburg 2013 Deutscher A-Jugendmeister wurde, und der Brunauer Tino Schulze, Kapitän des VfB Germania Halberstadt, sind in der Regionalliga aktiv. „Manch einer hätte mehr aus sich herausholen können. Familie, Beruf, fehlender Ehrgeiz, es gibt viele Gründe, warum das vorhandene Talent nicht ausreichte, um höherklassig spielen zu können“, bedauert Gerhard ter Burg, für den immer die Entwicklung eines jeden Kindes im Vordergrund steht. „Wenn ich für einen Spieler oder eine Spielerin, die ich trainiert habe, später Eintrittsgeld bezahlen muss, dann habe ich alles richtig gemacht.“ Für seine Elf setzt der Wahl-Altmärker auf ein 4-3-3-Spielsystem.

Tor

Zwischen den Pfosten agiert Dean Kamieth, der aufgrund einer schweren Knieverletzung inzwischen seine Laufbahn beenden musste. „Dean war ein super Sportsmann und sehr talentiert. Er war ein Torhüter der modernen Prägung, denn er spielte mit und war für seine Mitspieler immer anspielbar.“

Abwehr

In seiner Viererkette überrascht Gerhard ter Burg mit Marvin Kleihs als rechten Außenverteidiger. „Ein großes Talent mit sehr viel Offensivdrang und vielseitig einsetzbar.“ Die Innenverteidigung bilden Mathias Wiese und Malte Liestmann. „Matthias ist ein Sportsmann durch und durch. Er spielt hart, dabei aber nie gemein. Zudem ist er sehr kopfballstark und kann eine Mannschaft führen. Ich hatte viel Spaß mit ihm. Malte ist ebenfalls sehr zweikampfstark und dabei fair. Er hat bereits viele Gegenspieler regelrecht kaltgestellt und agiert sehr diszipliniert.“ Auf der linken Seite verteidigt Tino Schulze. „Er hat eine riesen Karriere hingelegt und ist ein torgefährlicher Abwehrspieler. Wenn er aus der Tiefe des Raumes kommt, ist er richtig stark.“

Mittelfeld

In der Spielfeldmitte setzt der Kalbenser auf Philipp Grempler, Carlo Rämke und Julian Müller. „Philipp hat aufgrund seiner Spielstärke sehr oft in älteren Jahrgängen mitgewirkt. Er ist äußerst laufstark und sehr ehrgeizig. Carlo ist ein technisch starker Linksfuß, der seine Mitspieler gut einsetzt und auch ein Spiel allein entscheiden kann. Ein feiner Spieler. Julian ist ein Spieler, der viel mehr aus sich hätte machen können. Er war schwer zu bespielen, unberechenbar und bewies viel Spielübersicht.“

Angriff

Patrick Baudis, Philip Müller und Felix Pitzner gehen für die ter Burg-Elf auf Torejagd. „Bei Patrick hatte ich gedacht, dass er mehr aus seinem Talent macht. Er spielte mit viel Köpfchen und war aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen seinen Alterskameraden physisch ein Stück voraus. Philip war eigentlich untrainierbar. Er ist ein echter Straßenfußballer, ein Schlitzohr und wenn er Lust hatte, konnte er Spiele im Alleingang entscheiden. Er war für mich goldwert. Felix ist ein begnadeter Fußballer. Schnell, trickreich und torgefährlich. Er hat nicht viele Chancen ausgelassen.“

Auch Michael Hille, Andy Lingemann, Fabian Schröder, Ralf Nugel und Philip Bothstede haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und schafften es beim zweifachen Familienvater zumindest auf die Ersatzbank.

VON RENEE SENSENSCHMIDT

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