Saison-Abbruch in der Handball-Oberliga

„Eine vernünftige Entscheidung“

Der Oebisfelder Handballer Oliver Meinel (Mitte) setzt sich am gegnerischen Kreis durch.
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Oliver Meinel (Mitte) und die Männer des SV Oebisfelde absolvierten in der Mitteldeutschen Oberliga erst sechs Punktspiele.
  • Tobias Weber
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Oebisfelde - Der Volleyballverband Sachsen-Anhalt machte den Anfang. Die Handballer folgten. Nachdem der Handballverband Sachsen-Anhalt die laufende Saison 2020/2021 annullierte, zog auch der Mitteldeutsche Handballverband nach. Damit ist die Spielzeit auch für Oberligist SV Oebisfelde beendet.

Unmittelbar nachdem der Handballverband Sachsen-Anhalt (HVSA) beschlossen hat, die Saison 2020/2021 zu annullieren, hat der Mitteldeutsche Handballverband (MHV) nachgezogen und die laufende Spielzeit ebenfalls abgebrochen. Damit ist die Saison auch für den SV Oebisfelde, der in der Mitteldeutschen Oberliga auf Torejagd geht, offiziell beendet.

Selbst die Hinrunde vernünftig zu Ende zu spielen, wäre zeitlich fast nicht möglich gewesen. Die Entscheidung war schon vernünftig.

Christian Herrmann (Trainer SV Oebisfelde)

„Aus meiner Sicht war es ja der letztmögliche Zeitpunkt, diese Entscheidung zu treffen. Selbst die Hinrunde vernünftig zu Ende zu spielen, wäre zeitlich fast nicht möglich gewesen“, ist Christian Herrmann, Trainer des SV Oebisfelde, von der Entscheidung des MHV nicht wirklich überrascht. Die Oebisfelder haben in der laufenden Saison erst sechs Begegnungen ausgetragen. „Um die Hinrunde zu beenden, hätten wir noch zehn Partien spielen müssen, und das bis zum 30. Juni. Rechnet man die vierwöchige Vorbereitung, die man uns zugesichert hatte, mit dazu, wäre das zeitlich nicht zu schaffen. Außerdem kann ja noch keiner sagen, wann die Hallen überhaupt wieder geöffnet werden und ein Trainingsbetrieb möglich ist“, erklärt der SVO-Coach.

Wie der MHV in seiner offiziellen Mitteilung informierte, erfolgt in der Saison 2020/2021 keine Wertung. Das heißt, es werden keine Absteiger in die Landesverbände benannt. „Ich denke, das ist schon eine vernünftige Entscheidung“, so Herrmann, der mit seiner Mannschaft im Klassement auf Rang 13 liegt.

Damit wären die Oebisfelder auch sportlich gesichert, denn normalerweise hätte es vier Absteiger gegeben. „Es war eigentlich eine Reduzierung der Oberliga auf zunächst 16 Teams angedacht. Ich denke, dass dies dann verschoben wird“, berichtet der SVO-Coach. „Rein sportlich waren wir eigentlich auf einem guten Weg“, weiß Herrmann, der mit seiner Mannschaft gegen den HC Glauchau/Meerane (34:27) und die HG Köthen (33:31) bislang zwei Siege einfahren konnte.

Sportliche Zukunft des SVO noch offen

Aufgrund der Annullierung ginge es für die Allerstädter also auch in der Saison 2021/2022 in der Mitteldeutschen Oberliga bei Null los. Doch ob die Oebisfelder sich noch einmal der sportlichen Herausforderung stellen, ist noch nicht endgültig geklärt. „Wenn wir wieder in der Oberliga spielen wollen, müssen wir die Mannschaft bis zum 15. April melden“, informiert Herrmann. Doch er und sein Co-Trainer Florian Seiler treffen diese Entscheidung natürlich nicht allein. „Wir haben am 7. März eine Videokonferenz mit der Mannschaft geplant. Da brauche ich dann von den Jungs eine Entscheidung“, so Herrmann und ergänzt: „Wir brauchen einfach einen Kader, der für die Oberliga gewappnet ist.“

Eine Personalie steht indes schon fest. So hat Steve Sauer sein Karriereende aufgrund von beruflichen Verpflichtungen verkündet. Weitere personelle Veränderungen stehen hingegen noch nicht fest. „Mit Blick auf mögliche Neuzugänge führe ich derzeit zwar schon Gespräche, aber aktuell kann ich dazu noch nicht wirklich viel sagen“, informiert der SVO-Coach. Wenn es für die Oebisfelder in der Oberliga weitergehen sollte, steht im Raum, dass die Saison bereits Mitte August beginnen soll. Ist das der Fall, verschiebt sich auch die Saisonvorbereitung.

Saisonstart schon im August möglich

„Ich habe eigentlich immer zehn Wochen für die Vorbereitung eingeplant. Wird der Punktspielstart in den August gelegt, würde das bedeuten, dass wir bereits Anfang Juni mit der Vorbereitung beginnen müssten“, so Herrmann.

Doch egal, wie es kommt, der Oebisfelder Trainer ist gerüstet. „Ich hatte ja genügend Zeit und habe unsere sechs absolvierten Punktspiele intensiv ausgewertet und Videos zusammengeschnitten“, berichtet Christian Herrmann, der im Besitz der B-Lizenz ist und sich selbst auch gern weiterentwickeln würde. „Ich würde sehr gern im Training neue Reize setzen. Daher hatte ich vor, bei Bennet Wiegert und dem SC Magdeburg mal zu hospitieren und mir eine Trainingseinheit anzuschauen. Da kann man sicher jede Menge mitnehmen. Aber das ist aktuell leider auch nicht möglich“, so der SVO-Coach abschließend.

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