TANGERMÜNDER ELBDEICHMARATHON Viele Teilnehmer beim virtuellen Lauf

„Das war eine super Aktion“

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Seht her, ich war mit dabei: Frank Schauer vom gastgebenden Tangermünder Elbdeichmarathon e.V. bestritt den virtuellen Lauf an der Elbe.

Tangermünde – Der Tangermünder Elbdeichmarathon e. V. hat mit dem virtuellen Lauf und der Aktion #Coronathon mit Blick auf die Absage des 13. Tangermünder Elbdeichmarathons vieles richtig gemacht.

Seit Freitag beteiligten sich zahlreiche Läufer an den verschiedensten Orten daran. Über 2. 500 Anmeldungen laut Vereinsseite bedeuten einen neuen Rekord. Drei Teilnehmer konnten die Aktion in Zeiten der Corona-Pandemie im AZ-Gespräch nur begrüßen.

Für Frank Schauer, der seit 2015 für den gastgebenden Verein als Läufer startet, war es am gestrigen Sonntag der siebte Tangermünder Elbdeichmarathon. Der diesjährige Durchgang war anders als die anderen. Es sei motivierender, wenn einem Leute oder Zuschauer entgegenkommen, erklärt der gebürtige Kalbenser. Dies fehlte beim virtuellen Marathon. Doch Schauer, der seinen Lauf über zehn Kilometer an der Elbe absolvierte, machte wie viele andere Teilnehmer an den unterschiedlichsten Orten das Beste daraus.

Und erfüllte somit den Zweck, den der #Coronathon verfolgte: Jeder lief für sich selbst, aber am Ende doch irgendwie zusammen. Somit erreichten den Tangermünder Elbdeichmarathon, der einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen konnte, seit Freitag zahlreiche Beweisfotos, die den Zusammenhalt in der Läuferschaft dokumentierten. Lachende Gesichter zeigten ihre Medaillen, die samt Laufshirts vom Veranstalter per Post geschickt wurden, stolz in die Kameras.

Schauer verfolgte die positive Entwicklung auf den sozialen Netzwerken. Und zeigt sich von der Welle, die sein Verein losgetreten hat, beeindruckt. „Das war eine super Aktion. Ich habe keinen Verein gesehen, der T-Shirts und Medaillen verschickt. Solch ein Engagement sieht man nicht so oft. Dadurch war die Resonanz auch so groß“, lobt Schauer die Idee, an der Finanzwart Carsten Birkholz mit seinen freiwilligen Helfern großen Anteil hatte. Die Läufer zahlen es mit ihrer Teilnahme zurück. Und bleiben ihrem Elbdeichmarathon treu. Völlig unabhängig davon, wo sie sich befinden.

Auch ein gebürtiger Tangermünder zeigte sich vom virtuellen Lauf begeistert. Und machte ohne zu zögern mit. Helge Ziems wurde 1941 in der Kaiserstadt geboren, lebte bis 1968 dort und hat daher eine feste Bindung zur Altmark und zum Elbdeichmarathon. „Wenn man diesen mitzählt, war das mein Siebter“, so Ziems, der die zehn Kilometer in Berlin hinter sich brachte.

Der Kontakt zum Geburtsort reißt auch nach Jahren nicht ab. Gerne wäre Ziems die Strecke in Tangermünde gelaufen. Aufgrund der Corona-Pandemie war dies aber nicht möglich. In die Heimat zu kommen, sei immer schön. Man kenne dort ja noch einige Leute, so der 80-Jährige, der seine Lauferfahrungen weiterhin ausweiten möchte. „Ich habe noch einige Läufe auf dem Plan, wo ich nicht war“, schaut Ziems optimistisch in die Zukunft. Der Optimismus gilt auch für seinen Heimatlauf. Sofern im kommenden keine Veranstaltung mit dem Elbdeichmarathon kollidiert, komme Ziems, der die sonst so gute Organisation des Laufs schätzt, immer wieder gerne nach Tangermünde.

Und auch Neulinge hat es „erwischt“. So traf bei Franziska Schulz genau das ein, was sich der Elbdeichmarathon gewünscht hatte: er breitete sich durch das Gemeinschaftsgefühl aus. Sie machte das erste Mal mit und habe davon dank einer Freundin erfahren. Es sei eine schöne Abwechslung in dieser Zeit der Coronakrise, erklärt Schulz, die sich in Schleswig-Holstein für die 21,1 Kilometer entschieden hatte.

Der virtuelle Lauf hat ihr gefallen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn es beim nächsten Elbdeichmarathon auch die Möglichkeit geben könnte, online mitzulaufen. Der Onlinewettbewerb ist eine Bereicherung, um noch ein größeres Publikum anzusprechen.“ Dies ist dem Veranstalter mit dem neuen Teilnehmerrekord gelungen.

VON PATRICK NOWAK

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