Ostaltmärkische Handball-Top-Mannschaften im Halbzeit-Check: Seehausen, Osterburg und Stendal

Wie eine Schachtel Pralinen

Daniel Cornehl (oben links) und die SG Seehausen stecken genauso im Abstiegskampf wie Louisa Düsing und die Frauen der SGS. Philipp Kiebach (unten links) und die HSG Osterburg zeigen sich wechselhaft, Andree Hentschke und der HV Lok Stendal spitze.
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Daniel Cornehl (oben links) und die SG Seehausen stecken genauso im Abstiegskampf wie Louisa Düsing und die Frauen der SGS. Philipp Kiebach (unten links) und die HSG Osterburg zeigen sich wechselhaft, Andree Hentschke und der HV Lok Stendal spitze.

Seehausen/Stendal/Osterburg. Zwei mischen oben mit, zwei unten. Die Bilanz der ostaltmärkischen Handball-Top-Mannschaften zum Jahresbeginn 2015 und zur Hälfte der Spiele fällt durchschnittlich aus.

Während die Top-Teams der Region der SG Seehausen mit den Herren und Damen im Abstiegskampf der fünftklassigen Sachsen-Anhalt-Liga stecken, schaut die Tabelle für HSG Osterburg (Verbandsliga) und HV Lok Stendal (Nordliga) ansehnlicher aus. Die AZ macht den Halbzeit-Check der hiesigen Mannschaften – und zeigt die größten Probleme auf.

SG Seehausen Männer

Die Situation ist für die SGS-Männer nicht ungewohnt. Wie in den Vorjahren kämpft das Team von Spielertrainer Thilo Hennigs um den Klassenverbleib. Nach zwölf von 26 Spielen belegt das Kellerkind den zehnten Tabellenplatz bei vier Siegen und acht Niederlagen – noch vor den zwei Abstiegsplätzen. Vor Weihnachten landeten die Seehäuser noch einen wichtigen Sieg – und das auswärts. Das 25:24 beim HBC Wittenberg, einem Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, war der erste Erfolg in der Fremde für die auswärtsschwache SGS (sechs Pleiten). Damit hat die Hennigs-Sieben den ersten Schritt getan, um das Hauptproblem zu bekämpfen.

SG Seehausen Frauen

Nach dem Abstieg aus der Oberliga besteht für die SGS-Frauen die Gefahr, in die Nordliga durchgereicht zu werden. Als Vorletzter befinden sich die Seehäuserinnen nach zehn von 22 Partien in akuter Abstiegsnot. Bisher gelang der Mannschaft nur ein Sieg – gegen das Schlusslicht Jessener SV (37:25). Mit dem 28:28-Remis gegen das Top-Team SV Oebisfelde (3.) ließen die Schützlinge von Trainerin Jenny Martini immerhin noch aufhorchen. Alles in allem fehlen dem breiteren Kader als im Vorjahr allerdings die Tore von Rückraumfrau Johanna Willing, die nach dem Abstieg in die fünfte Liga zum Drittligisten Berliner TSC wechselte.

HSG Osterburg

In der Bundesliga nennen sie Eintracht Frankfurt die launische Diva vom Main. Die HSG ist die launische Diva von der Biese. Der Verbandsligist aus der Biesestadt kann unerwartet gewinnen, aber auch unerwartet verlieren. Die Osterburger, nach der Hälfte der 24 Spiele auf Rang drei im Klassement, haben den Spitzenreiter Post Magdeburg mal eben im Heimspiel mit zehn Toren Unterschied besiegt (29:19), um im nächsten Auftritt vor heimischer Kulisse gegen den abstiegsgefährdeten TuS Magdeburg-Neustadt einen Tag der offenen Tür zu veranstalten bei der 37:41-Niederlage. HSG-Co-Trainer Marco Podas zieht gerne eine Zitat aus dem Oscar-Streifen „Forrest Gump“ als Vergleich zu seiner Mannschaft heran: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt.“ Passt zur HSG.

HV Lok Stendal

Eigentlich können sich die Stendaler nur selbst schlagen. Und das haben sie ja auch schon getan. Gegen den damaligen Tabellenletzten Fortschritt Burg kassierte der HV Lok am dritten Spieltag die bislang einzige, unnötige Pleite in der Saison – 30:33. Nach acht von 20 Partien thront Stendal an der Spitze und erklärte schon den Titel als Ziel. Nach zwei zweiten Plätzen in Folge soll es in 2015 etwas werden mit dem Aufstieg in die Verbandsliga. Ruft das Team um Betreuer Franz Ziekau seine Leistung ab, ist es möglich den Top-Rang zu verteidigen und die lang ersehnte Meisterschaft einzufahren.

Von Benjamin Post

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