Fußball – Oberliga: Lok Stendal zwischen Freude und Angst

Eine Achterbahn-Hinrunde

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Ex-Lok-Trainer Sven Körner. 

Stendal – Die Hinserie des Fußball-Oberligisten 1. FC Lok Stendal gleicht einer Achterbahnfahrt ins Ungewisse. Kurzum: Zwischen Freude und Angst war einiges dabei.

Der aktuelle Lok-Trainer: Jörn Schulz.

Lok Stendal überwintert mit elf Zählern auf einem Abstiegsplatz und mit Jörn Schulz ist bereits der dritte Coach im Amt. Die Stichwörter Troeger-Rücktritt, DFB-Pokalteilnahme, Körner-Entlassung, Verletzungssorgen, Landespokal-Halbfinale, Fest-Rücktritt, Schulz-Theater und Spielabsage verdeutlichen das Auf und Ab in Worten.

Eine Aufarbeitung von Lok Stendals Achterbahn-Hinrunde in fünf Punkten:

Troeger-Rücktritt ist der erste Aufreger

Das 0:2 zum Beginn der neuen Spielzeit beim SC Staaken war erst der Startschuss eines selten ruhigen Hinrundenverlaufs. Eine Woche später wurde es noch übler: Nach dem 2:3 gegen den Greifswalder FC war der Fehlstart für Lok perfekt. Damit nicht genug. Dr. Ralf Troeger, zu diesem Zeitpunkt als Sport-Vorstand bei Lok Stendal aktiv, stellte mit dem Rücktritt sein Amt zur Verfügung. Ihm gingen die Anfeindungen in Form von Schmähgesängen und Protest-Plakaten der Lok-Anhänger gegen seine Person zu weit.

Lok Stendals Rückkehr in den DFB-Pokal

Es folgte ein Erlebnis, auf das Verein, Stadt und Fans 22 Jahre lang gewartet haben. Der 1. FC Lok Stendal kehrte in den DFB-Pokal zurück. Beim 0:5 gegen den Zweitligisten Arminia Bielefeld war das Ergebnis nebensächlich. Das Stendaler „Hölzchen“ war gut besucht. Alle Beteiligten wirkten während dieses besonderen Spiels zufrieden. Präsident Ulrich Nellessen zeigte sich von der Choreografie und dem Verhalten der Fans begeistert. Ein Tag, um ganz kurz durchzuatmen.

Drei Trainer und zwei auffällige Parallelen

Mit Jörn Schulz steht bereits der dritte Lok-Trainer an der Seitenlinie. Schulz und seine beiden Vorgänger – Sven Körner und Daniel Fest – verbinden zwei Faktoren: Sie kämpfen mit den Verletzungssorgen des Kaders und haben ihre eigene Geschichte in diesem Saisonverlauf.

Interimstrainer Daniel Fest.

Für Körner folgte nach fünf sieglosen Ligaspielen die Beurlaubung. Co-Trainer Daniel Fest übernahm. Ergebnis: Stendal meldete sich im Abstiegskampf zurück. Trotz der positiven Tendenz unter Fest wurde ihm mit Jörn Schulz ein neuer Trainer vorgesetzt. Fest blieb konsequent und trat sofort zurück. Schulz musste sich bezüglich seiner chaotischen Verpflichtung unangenehmen Gesprächen stellen. Seine Premiere gegen Blau-Weiß Berlin verlor er zu Hause mit 0:5.

Landespokal glättet einige Wogen

Nebenschauplätze gibt es in der Rolandstadt ebenso wie erfreuliche Nachrichten. Lok Stendal steht im Halbfinale des Landespokals. Ein Aspekt, der die Wogen bei den Altmärkern mehr oder minder glättet. Der Landespokal gilt für Lok als mögliches Ticket für die DFB-Pokalteilnahme in der kommenden Saison. Klar, die Priorität liegt auf dem Klassenverbleib in der Liga. Träumen ist aber wohl noch erlaubt.

Spielabsage als Krönung des Chaos

Gegen den SC Staaken sollte vor dem Jahreswechsel die Oberliga-Rückrunde eingeläutet werden. Aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes im „Hölzchen“ wurde die Begegnung allerdings abgesagt. Dabei sollte es nicht bleiben. Anschließend wurde der Vorfall zum Thema Nummer eins in der Altmark und darüber hinaus. Während in den unterklassigen Ligen gespielt wurde, fiel das Lok-Spiel aus. Mehrere beteiligte Seiten erläuterten ihre Standpunkte. Die Diskussionen reichten von Verwunderung bis hin zu Verschwörungstheorien. Ein Abschluss einer nervenaufreibenden Hinserie, auf den Lok gerne verzichtet hätte.

Dann kam die Winterpause. In dieser kann Trainer Jörn Schulz von Null beginnen und seine Elf in Ruhe auf die richtungsweisende Rückrunde vorbereiten. Mit Martin Gebauer ist der erste Winter-Neuzugang fix. Weitere sollen folgen. In einem halben Jahr klärt sich dann die Frage, ob beim 1. FC Lok Stendal nach der wechselhaften Achterbahn-Hinrunde Freude oder Angst übrig bleiben. Bis zum Sommer gilt jedoch – nächster Stop: Ungewissheit.

Von Patrick Nowak 

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