Letzlingens Andreas Lenz wird vom Feldspieler zum Torhüter

Ein spät erkanntes Talent

Andreas Lenz strahlt auch mit dem Ball am Fuß eine enorme Ruhe aus und ist ein starker Rückhalt für seine Mannschaft.
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Vom Feldspieler zum Keeper: Andreas Lenz steht beim FSV Heide Letzlingen seit 2012 im Tor.
  • Tobias Weber
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Letzlingen - Mittlerweile ist Andreas Lenz im Tor des FSV Heide Letzlingen eine feste Größe und überzeugt dabei mit starken Leistungen. Doch dieses Talent wurde eher zufällig entdeckt, denn die längste Zeit seiner Fußball-Karriere war der Routinier als überaus talentierter Feldspieler aktiv.

Er kann mal der rettende Held sein, mal der verfluchte Versager. Seine Position ist Fluch und Segen zugleich. Mal wird er gefeiert, mal ausgepfiffen. Der Torhüter wandelt stets auf dem schmalen, oder eben torbreiten Grat zwischen Triumph und Niederlage. Dadurch nimmt er im Fußball eine ganz besondere Rolle ein. In unserer neuen AZ-Serie widmen wir uns dem „letzten Mann“ auf dem Rasen.

„Er ist ein trainingsfauler Hund“, gibt sein Trainer Dirksen Höft ehrlich zu und kann sich dabei ein Augenzwinkern nicht verkneifen. „Das hat aber natürlich auch etwas mit seiner Verletzungshistorie zu tun“, ergänzt der Coach des FSV Heide Letzlingen. Die Rede ist von Andreas Lenz, der seit einigen Jahren das Tor des FSV hütet und sehr schnell zu einem Führungsspieler wurde.

„Andreas strahlt eine unwahrscheinliche Ruhe aus und gibt damit der gesamten Hintermannschaft Halt. Zudem spielt er sehr gut, wobei man ohne Frage sieht, dass er früher ein sehr guter Feldspieler war. Er ist für uns einfach eine Bank und für mich ein echter letzter Mann mit einer starken Ausstrahlung“, lobt sein Trainer.

Doch genau die Vergangenheit als Feldspieler wird zumindest für seinen Trainer ab und zu mal knifflig. „Er hat einfach den Hang dazu, auch mal unnötige Dribblings aufzunehmen. Das war für mich in meiner Anfangszeit als Letzlinger Trainer ein Punkt, wo ich draußen schon das eine oder andere Mal mächtig nervös wurde. Mittlerweile habe ich gelernt, ruhiger zu bleiben und ihm zu vertrauen“, so Höft.

Der Ball war eigentlich schon immer mein Freund. Aus meiner Zeit als Feldspieler weiß ich auch dementsprechend damit umzugehen.

Andreas Lenz (FSV Heide Letzlingen)

Die fußballerische Laufbahn begann für Andreas Lenz 1985. „Mit fünf Jahren habe ich damals mit dem Fußballspielen angefangen“, berichtet er und das natürlich bei seinem Heimatverein FSV Heide Letzlingen. Bis zur A-Jugend durchlief der mittlerweile 40-Jährige alle Altersklassen und lief bereits als 17-Jähriger auch bei den Letzlinger Herren auf. Im Sommer 2005 folgte dann der sportliche Wechsel zur SG Eintracht Mechau, ehe es im Dezember 2010 wieder zurück nach Letzlingen ging. „Bis zur Saison 2012 habe ich immer als Feldspieler agiert. Ich war als Abwehrspieler aktiv, habe im Mittelfeld gespielt und in Mechau beispielsweise im Sturm. Im Tor stand ich bis dahin aber nie“, verrät Lenz. Doch wie kam es dazu, dass aus dem technisch beschlagenen Allround-Talent ein ebenso talentierter Keeper wurde?

„Vor der Saison 2012/2013 haben wir mit Letzlingen in Potzehne ein Testspiel absolviert. Unser damaliger Keeper hatte sich verletzt und ich bin im zweiten Durchgang einfach ins Tor gegangen. Das hat erstaunlich gut geklappt und so bin ich im Tor geblieben“, erinnert sich der Letzlinger. Für die Heide-Kicker eine absolute Bereicherung, denn mit Andreas Lenz haben die Letzlinger das, was sich so ziemlich alle Mannschaften wünschen: einen mitspielenden Torhüter.

„Der Ball war eigentlich schon immer mein Freund. Aus meiner Zeit als Feldspieler weiß ich auch dementsprechend damit umzugehen. Außerdem würde ich schon sagen, dass ich eine gute Strafraumbeherrschung habe“, so Lenz und bricht zudem eine Lanze für alle Keeper. „Die Torhüter werden ja im Allgemeinen manchmal etwas belächelt. Aber aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass der Torhüter auch sehr wichtig sein kann.“

Auch für die kommende Saison 2021/2022 hat Andreas Lenz signalisiert, dass er weiter als Torhüter zur Verfügung steht. „Ich habe immer noch Bock, denn es macht in Letzlingen einfach einen riesen Spaß, mit den Jungs zu spielen. Mit einigen Spielern stehe ich seit über 20 Jahren zusammen auf dem Platz“, berichtet der Heide-Kicker, kennt aber natürlich auch die Kehrseite der Medaille. „Ich weiß natürlich, dass es auch ganz schnell vorbei sein kann, denn wenn man sich noch einmal eine schwere Verletzung zuzieht, dann wird es schon schwer zurückzukommen“, ist der Routinier realistisch. „So lange es geht, will ich aber auf dem Platz stehen“, so Lenz.

Andreas Lenz

Alter: 40
Verein: FSV Heide Letzlingen
Position: Tor
Rückennummer: 21
Stationen:
Nachwuchs:
FSV Heide Letzlingen
Herren:
1997 - 2005: FSV Heide Letzlingen
2005 bis Dezember 2010: SG Eintracht Mechau
seit Dezember 2010: FSV Heide Letzlingen

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