Fußball – Oberliga: Vorsprung des spielfreien 1. FC Lok schmilzt

Druck aus dem Keller

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Der rotgesperrte Christos Iereidis (links) weiß wie es ist, hilflos zuzuschauen. Auch der Rest der Stendaler Mannschaft durfte am Wochenende nicht in den Abstiegskampf eingreifen.

Stendal. Der 1. FC Lok Stendal war in der Fußball-Oberliga am vergangenen Wochenende einmal mehr zum Zuschauen verdammt. Erneut konnte ein Heimspiel aufgrund der Platzverhältnisse nicht ausgetragen werden.

Der Rest der Liga hingegen trotzte den Bedingungen und brachte den 17. Spieltag planmäßig über die Bühne – mit Folgen für die Altmärker. Da mit dem SV Merseburg (3:2 in Sandersdorf) und Wismut Gera (4:1 gegen Inter Leipzig) zwei Abstiegskandidaten ihre Partien gewinnen konnten, hat sich der Vorsprung des 1. FC Lok auf fünf Punkte verkleinert. Je nach dem, wie sich der Abstiegskampf der 3. Liga entwickelt, könnten aus der Oberliga Süd am Saisonende auch vier Teams absteigen. Auf den Viertletzten Kamenz hat Lok aktuell ein Polster von vier Zählern.

„Wir haben von allen Vereinen die wenigsten Spiele. Das ist keine Garantie, aber immerhin die Chance, die nötigen Schritte zum Klassenerhalt rechtzeitig zu machen“, ist Lok-Trainer Sven Körner beim Blick auf die Tabelle noch halbwegs entspannt. Nach sieben sieglosen Partien am Stück mit dem jüngsten Tiefpunkt der 1:7-Klatsche in Rudolstadt, weiß aber auch der 35-Jährige um den nicht kleiner werdenden Druck. „Die Ausgangsposition ist aber immer noch gut“, wird der Trainer trotz allem nicht müde zu betonen.

Ob das freie Wochenende nach dem Debakel in Thüringen förderlich war, ist spekulativ. „Vielleicht war es gut, um mal zwei Tage nicht an Fußball denken zu müssen“, mutmaßt Körner. Nach zahlreichen Einzelgesprächen unter der Woche brenne seine Mannschaft allerdings auch darauf, Wiedergutmachung zu betreiben. „Die Jungs haben in unseren Gesprächen tolle Worte gefunden und wollen eine Reaktion zeigen“, so Körner.

Die soll es nun am kommenden Wochenende geben, wenn der 1. FC Lok den VfL Halle zum Sachsen-Anhalt-Derby empfangen möchte. In der Pflicht ist der Aufsteiger dann sowieso, nicht zuletzt, da der Druck aus der Abstiegszone zunimmt. Vor allem Gera scheint aufgrund namhafter Verstärkungen im Winter bereit für eine Aufholjagd zu sein. „Es ist normal, dass in der Rückrunde alle bedrohten Vereine ihre Kräfte bündeln“, sagt Körner, „das müssen wir jetzt auch machen. Wir hoffen alle, dass wir schnellstmöglich wieder spielen können.“

Von Tobias Haack

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