Paul Seguin möchte weiter in der Startelf des VfL Wolfsburg stehen, hat aber namhafte Konkurrenz

Wer drin ist, will drin bleiben

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Will einen Platz auf dem Feld, nicht daneben: Der einstige Stendaler Jugendspieler Paul Seguin (links) im Duell mit Bremens Robert Bauer. Seguin spielt im defensiven Mittelfeld – die Position eines Luiz Gustavo.

Wolfsburg. Er hatte in dieser Saison schon seine besonderen Momente. Etwa, als er seine erste Torvorlage in der Fußball-Bundesliga für die Statistik verbuchte. Paul Seguin hatte zuletzt seinen Platz in der ersten Elf des VfL Wolfsburg gefunden.

Sein Trainer Dieter Hecking stellte ihn zwei Mal in Folge in die Startelf. Bei seinen ersten 90 Minuten in dieser Saison beim 0:0 gegen den FSV Mainz 05 vor zwei Wochen lieferte der 21-Jährige eine ordentliche Leistung ab. Doch jetzt kommt der erfahrene Luiz Gustavo (29) zurück. „Ich möchte spielen“, erklärte Seguin den „Wolfsburger Nachrichten“ – der einstige Jugendspieler des 1. FC Lok Stendal will seinen neunten Einsatz in der Eliteliga wieder von Beginn an erleben.

Wer drin ist, will drin bleiben. Hinter Seguin liegt schließlich eine lange Durststrecke, nachdem er im Winter 2014 zum Profi befördert wurde. Am Ende der zurückliegenden Spielzeit kam er endlich auf vier Einsätze (177 Minuten), bis jetzt sind es wieder vier (183 Minuten). Immerhin verdrängte der gebürtige Magdeburger gegen Mainz den Sommer-Millionen-Einkauf Yannick Gerhardt auf die Bank. Seguin agierte mit Maximilian Arnold im defensiven Mittelfeld. Die beiden einzigen Ostdeutschen im Kader des VfL wären auch wieder eine mögliches Positions-Duo auf der Sechs für das nächste Spiel der Wolfsburger am Sonntag gegen RB Leipzig – doch einen fitten Gustavo wird Hecking nicht auf die Bank setzen. Der fiel mit einer Adduktorenverletzung aus, was Seguins Einsatzchancen erhöhte.

Vor einem gestandenen Kicker wie Gustavo, der nie besonders auffällig aber effektiv agiert, hat ein Seguin Respekt. „Luiz ist extrem wichtig mit seiner Ruhe, Ausstrahlung und Sicherheit“, lobt der Altmärker. In seiner Profi-Zeit stand Seguin hinter Akteuren wie Gustavo, Arnold und bis zuletzt auch Gerhardt immer hinten dran. Sein Talent will der VfL bislang dennoch nicht missen. Immer wieder stand in den Wechselperioden ein Leihgeschäft im Raum, immer wieder klappte das nicht. 1. FC Kaiserslauten, Karlsruher SC oder auch Dynamo Dresden schwirrten im Raum herum – Seguin blieb in Wolfsburg.

Dort stand er in der Vergangenheit oft nur in der Regionalliga-Mannschaft auf dem Feld. Vielleicht hat der Mittelfeldmann nun sein Rolle in der Bundesliga-Elf gefunden.

Dass er nicht nur Defensivarbeit verrichten kann, sondern auch offensiv Akzente setzt, bewies er gegen Mainz und nach seiner Einwechslung gegen Borussia Dortmund. Aus dieser 1:5-Partie resultierte sein erster Assist in dieser Saison. Dass Seguin noch ohne Sieg in dieser Spielzeit da steht, lag freilich nicht an ihm. Nur sechs Punkte aus sechs Spielen drückten auf die Stimmung in Wolfsburg, dass sich auch nach dem Transfercoup Mario Gomez mehr versprochen hat. Das einstige Lok-Talent berichtet vom Training aber Positives. „Wir trainieren gut, die Stimmung ist seit letzter Woche wieder lockerer. Man merkt in den Einheiten, dass jeder wieder den Ball haben will.“ Er auch, am liebten in der Bundesliga.

Von Benjamin Post

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