Drei Stationen, drei Reize

Fußball: Philipp Dieckmann spricht über seine individuellen Trainerämter

Philipp Dieckmann (rechts) trainiert derzeit Arneburg, coachte zuvor zwei ostaltmärkische Fußballvereine. Dabei hat jedes Team für ihn seine eigene Besonderheit.
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Philipp Dieckmann (rechts) trainiert derzeit Arneburg, coachte zuvor zwei ostaltmärkische Fußballvereine. Dabei hat jedes Team für ihn seine eigene Besonderheit.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
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Altmark – „Für mich ist es wünschenswert, wenn ich mal über mehrere Jahre bei einer Station bleibe. “ Philipp Dieckmann, der für den FSV Borussia Genthin spielte, ist noch nicht allzu lange Fußballcoach in der Altmark.

Doch der 30-Jährige hat bereits mit dem TuS Wahrburg, dem Möringer SV und nun Rot-Weiß Arneburg drei Vereine trainiert. Seine bisherigen Stationen waren jeweils individuell und weisen für Dieckmann ihre eigenen Besonderheiten auf.

Gebürtig stammt Dieckmann aus Burg, wuchs dann in Genthin auf und hat dort 15 Fußballjahre seiner Spieler-Laufbahn verbracht. Es folgte der private Wechsel nach Stendal. Sportlich zog es ihn dann zum SV Viktoria Uenglingen, „weil ich weiter Landesklasse spielen wollte“, so Dieckmann. Dort blieb er ein halbes Jahr und durfte am Ende der Saison 2013/14 mit seiner Mannschaft als Stürmer den Klassenerhalt feiern. Dieckmann blieb daraufhin der östlichen Altmark erhalten und schloss sich dem TuS Wahrburg an.

Mit Möringen gelang der Landesliga-Aufstieg.

Mit den Randstendalern stieg er 2015/16 als Aktiver von der Kreisoberliga in die Landesklasse auf. Er konnte am sportlichen Erfolg verletzungsbedingt aber nicht so mitwirken, wie er gerne wollte, als er im August 2015 im Altmarkstrompokal gegen den TuS Sandau einen Knorpelschaden im Knie erlitten hatte. Als Spieler trat Dieckmann nun kürzer und wurde 2017/18 fester Bestandteil des Wahrburger Landesklasse-Trainerteams um Chefcoach Thomas Schulze. Ein Aspekt, der Dieckmann sehr geholfen hat. Die Umstellung vom Spieler-Dasein zum Trainer sei nicht einfach, gibt Dieckmann zu. „Ich bin da sehr dankbar, dass ich mit Thomas Schulze einen Mann an meiner Seite hatte, wo man sehr viel aufsaugen konnte.“ Gemeinsam wurde das Finale des Altmarkstrompokals erreicht. Hier unterlag Wahrburg gegen Dieckmanns jetzigen Verein Rot-Weiß Arneburg mit 1:2.

Als Wahrburg-Co-Trainer Pokalsieg verpasst.

In der Folgesaison ging plötzlich alles sehr schnell. Nach einer kurzen Zeit als Co-Trainer zeigte sich Dieckmann 2018/19 dann nach paar Spieltagen bis zum Winter als Chefcoach für den TuS Wahrburg, der einen Neuanfang wagte und sich erst finden musste, verantwortlich. Dieckmann stand vor der Herausforderung, die damals zahlreichen brasilianischen Spieler zu integrieren. Wenn er auf die Kaderstärke zurückblickt, kommt er heute noch ins Schwärmen „Das war eine hochveranlagte und qualitativ gute Mannschaft“, so Dieckmann, den eine neue Aufgabe erwarten sollte.

Wenig später stand er in der Rückrunde beim Wahrburger Landesklasse-Konkurrenten Möringer SV an der Seitenlinie. Dabei war er ursprünglich als Co-Trainer vorgesehen. Und auch an der Pappelarena ging es recht schnell auf den hauptverantwortlichen Posten. „Für mich gab es keinen Moment, wo ich dachte: Ich mache jetzt mal eine Pause.“ Dank einer starken Rückserie und Heide Letzlingens Verzicht auf den Aufstieg manövrierte sich der MSV als Tabellenzweiter mit Dieckmann in die Landesliga.

Und auch in der höheren Spielklasse wusste Dieckmanns Elf 2019/20 zu überzeugen, stand über dem Strich. Doch im März des vergangenen Jahres trennten sich die Wege. Dieckmann erinnert sich dennoch positiv zurück. Es sei eine schöne Zeit mit einer fußballerisch sehr guten Mannschaft gewesen. „Wenn Möringen ins Rollen kam, gerade mit Kevin Beyer, Patrick Huch, Philipp Kühne – ich möchte da auch keinen Namen vergessen – das ist schon eine brutale Qualität gewesen“, bezieht er sich auf die Möringer Offensivstärke. Wenn der MSV in seinen Lauf gekommen war, sei er ganz schwer zu stoppen, weiß Dieckmann.

Im Sommer 2020 wurde er als neuer Coach des Landesklassisten Rot-Weiß Arneburg vorgestellt. Und fühlt sich dort wohl, schätzt die ruhige Arbeit mit dem Sportlichen Leiter Mario Bittner, „der auch fachlich kompetent ist“. In Arneburg darf sich Dieckmann über eine Menge Erfahrung freuen. Auch Rot-Weiß hat für den jungen Coach seinen Reiz, um „die letzten Prozente aus diesen routinierten Spielern herauskitzeln“. Es mache ihm Spaß mit dem Team zusammenzuarbeiten. In Zeiten der Corona-Zwangspause vermisse er das Zwischenmenschliche sehr und stellt bezüglich seiner Trainertätigkeit klar: „Das ist nicht nur ein Hobby, sondern Leidenschaft. Ich hoffe, dass ich die gleiche Einstellung noch in 40 Jahren haben werde.“

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