Fußball – 2. Bundesliga: 1. FC Magdeburg muss nach dem Unentschieden nach vorn blicken

So nah dran wie nie zuvor

+
Kaum eingewechselt, setzte Michel Niemeyer (am Ball) seine ersten offensiven Akzente. Am Ende musste sich der 1. FC Magdeburg mit einem Unentschieden zufriedengeben.

Magdeburg. „Wir wollten diesen ersten Sieg in der Liga landen. Und wir waren nah dran. “ Jens Härtel war sichtlich geknickt. Die eine oder andere Situation wolle er sich noch einmal genau anschauen, sagte der Trainer des 1. FC Magdeburg am Sonnabendnachmittag nach dem 1:1-Unentschieden gegen den FC Ingolstadt.

 So nah war der FCM einem Sieg noch nie in dieser jungen Zweitliga-Saison. Von Beginn an drückten die Landeshauptstädter aufs Tempo. Wurde ihnen im Pokalspiel gegen Darmstadt noch die schlechte Chancenverwertung angekreidet, trafen sie schon nach drei Minuten. Doch Schiedsrichter Thorben Siewer pfiff ab. Dass Christian Beck bei seinem Treffer tatsächlich im Abseits stand, bewiesen die Fernsehbilder. Doch diese zeigten auch die Fehlentscheidung der 11. Minute auf, als Nils Butzen seinen Eckball direkt verwandelte. Siewer entschied auf Foul von Philip Türpitz an Gästekeeper Marco Knaller. Als Benedikt Gimber in der 19. Minute versuchte, mit erhobenem Arm Beck abzuschirmen, traf er ihn mitten im Gesicht. Und das im Strafraum. Glück für Ingolstadt, dass der Unparteiische erneut auf bayrischer Seite stand und nicht auf Strafstoß entschied.

Als in der 43. Minute auch noch aus dem Nichts das 1:1 fiel, verstand die Härtel-Elf die Fußballwelt nicht mehr. Der Trainer selbst hegte Zweifel, ob es nach dem Zusammenprall von Aleksandar Ignjovski und Thorsten Röcher überhaupt einen Freistoß hätte geben müssen. Noch umstrittener war indes, dass der direkte Treffer von Sonny Kittel zählte. Tobias Schröck und Stefan Kutschke standen im passiven Abseits und haben das Sichtfeld für Magdeburgs Keeper Jasmin Fejzic eingeschränkt. Doch alle Diskussion mit dem Schiedsrichter-Gespann half nichts. Wenig später kochten die Emotionen richtig über, als Björn Rother zu Fall kam und von Gimber in den Rücken gekniffen wurde. Zum Pausenpfiff prallten die Hitzköpfe beider Seiten erneut aufeinander. Ein Zeichen der Frustration. Aufseiten der Magdeburger, weil sie sich verpfiffen fühlten und aufseiten der Ingolstädter sicherlich, weil sie weit entfernt waren von einer guten Leistung.

Für Härtel war es nicht einfach, seine niedergeschlagenen Schützlinge in der Kabine zu beruhigen und Mut für die zweite Hälfte zu machen. „Was in der zweiten Halbzeit gefehlt hat, war die Präzision beim letzten Pass“, analysierte der FCM-Cheftrainer. So blieb es bei dem Punkt. „Das ist allemal besser, als zu verlieren. Aber wir sind natürlich nicht zufrieden, weil der Aufwand, den wir betrieben haben, sehr hoch war. Und das gegen eine Mannschaft, die sicherlich andere Ambitionen hat als wir. Wir haben heute gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind in der Liga“, lässt sich Härtel nicht unterkriegen.

„Das ging schon in die richtige Richtung“, meinte der gebürtige Salzwedeler Michel Niemeyer. Er kam in der 79. Minute für Marcel Costly in die Partie. „Leider haben wir ein Tor zu wenig geschossen“, sagte er. Die Schiedsrichterleistung wollte der 22-Jährige nicht weiter kommentieren. „Ich habe es von der Bank aus nicht gesehen.“ Dass es strittige Entscheidungen gewesen sind, war ihm aber klar.

Der FCM steht nach drei Spieltagen mit zwei Punkten auf Platz 15 der Tabelle.

Von Sabine Lindenau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare