DARTS Winterfelder Lukas Kleinfeldt von den Stars der Szene inspiriert

Double-Out der Knackpunkt

Lukas Kleinfeldt hat den Dartssport beim SV Winterfeld heimisch gemacht. Vier Scheiben (Boards) bieten in der Mehrzweckhalle optimale Bedingungen.
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Lukas Kleinfeldt hat den Dartssport beim SV Winterfeld heimisch gemacht. Vier Scheiben (Boards) bieten in der Mehrzweckhalle optimale Bedingungen.
  • Renee Sensenschmidt
    vonRenee Sensenschmidt
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Derzeit läuft in London die PDC-Weltmeisterschaft im Darts. Aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr jedoch ohne Zuschauer, die den Alexandra Palace, in der Szene als „Ally Pally“ bekannt, in der Vergangenheit immer in einen Hexenkessel verwandelt haben.

Altmark – Der aktuelle Weltmeister Peter Wright, Gary Anderson (beide Schottland), Michael van Gerwen (Niederlande), Gerwyn Price (Wales), James Wade, Adrian Lewis, und Rob Cross (England) sind die großen Starts der Szene.

Der bekannteste Darts-Spieler der Welt ist jedoch Phil „The Power“ Taylor, der in seiner aktiven Zeit 16 Weltmeistertitel holte. Der Engländer hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich Darts von einer Kneipen-Veranstaltung zu einem anerkannten Präzisionssport gemausert hat, die immer größeren Zulauf erfährt und den Fernsehsendern überdurchschnittliche Einschaltquoten beschert.

Auch in Deutschland steigt die Anzahl der Aktiven stetig an, 13000 Spieler sind derzeit in 13 Landesverbänden unter dem Dach des 2010 gegründeten Deutschen Dart-Verbandes (DDV) organisiert. In Sachsen-Anhalt gibt es noch keinen Landesverband, deshalb organisieren sich die Spielerinnen und Spieler aus der Region in der Altmarkliga Steeldarts selbst. Zu ihnen gehört auch der Winterfelder Lukas Kleinfeldt, der seit zwei Jahren diesen Sport betreibt.

Der 27-Jährige ist bereits seit Kindertagen Mitglied beim SV Winterfeld, Tischtennis und Floorball waren seine bevorzugten Sportarten. Auch im Verein ist er äußerst engagiert, Lukas ist in zweiter Wahlperiode Mitglied im Vorstand und bekleidet die Funktion des Jugendwartes. Als vor zwei Jahren die örtliche Physiotherapie aus der Mehrzweckhalle auszog, kam die Frage auf, was aus dem leer stehenden Raum wird. Es lief gerade die Darts-WM und so kamen Lukas und einige Freunde in einer „Nacht- und Nebelaktion“ auf die Idee, diesen Sport beim SV Winterfeld als neue Sektion heimisch zu machen. „Das könnten wir doch auch machen“, erinnert sich der Jugendwart. Seine Vorstandsmitstreiter/innen fanden sofort Gefallen und unterstützte die jungen Sportler, die bei der Gründung der neuen Sektion sechs Mitglieder waren, bei ihrem Vorhaben. Vier Dartscheiben wurden angeschafft, mit Computertechnik und selbst gebauter LED-Beleuchtung komplettiert. Um den vorgeschriebenen Abstand zur Scheibe von 2,37 Meter zu markieren, wurden vier transportable Oche´s (Abwurflinie) gebaut. So entstand in der Altmarkgemeinde ein schöner Trainingsraum für die inzwischen 17 Dartspieler des Vereins.

Der Trainingsraum mit den perfekten Bedingungen, die nach Ansicht von Lukas Kleinfeldt noch zu wenig genutzt werden, avancierte auch schnell zu einer Spielstätte. Denn bei der Einweihung war auch die Kakerbeckerin Kirsten Schalkowski vor Ort, die Mitstreiter für eine Altmarkliga gewinnen wollte. Und bei den Winterfeldern fand die Initiatorin sofort Unterstützung, 2019 ging die Altmarkliga mit acht Mannschaften aus Tangermünde, Immekath, Neuferchau, Gardelegen, Köckte, Berkau und Winterfeld an den Start. Premieren-Sieger wurde das Team „Triple One“ aus Tangermünde, das sich im Finale gegen die Winterfelder Vertretung um Lukas Kleinfeldt behauptete.

Die aktuelle Saison ist aufgrund der Corona-Pandemie und der aktuellen Verordnung derzeit unterbrochen. „Ich habe auch zu Hause eine Dartscheibe. So kann ich nach der Arbeit wenigstens für mich trainieren“, berichtet Lukas Kleinfeldt, der aber lieber mit seinen Vereinskameraden trainieren und spielen möchte.

Denn, um das eigene Leistungsniveau zu verbessern, muss man unzählige Pfeile werfen. „Eine 180 habe ich noch nicht geschafft. Ich bin aber auf die Einzelfelder bereits recht stabil“, meinte der Altmärker, dessen Lieblingsfelder die 19 und die 17 in der unteren Hälfte des Boards sind. Lukas Kleinfeldt will es irgendwann schaffen, mit drei Würfen in die Triple-20 die 180 Punkte zu knacken. Auch mental muss man dafür bereit sein. „Der Kopf muss mitspielen, der Kopf ist beim Darts entscheidend“, meint der junge Sportler, der davon beeindruckt ist, wie die Profis trotz bierseliger Stimmung und lautstarker Anfeuerung die kleinen Dreifach- und Doppelfelder treffen. „Das ist erstaunlich. Bei uns im Amateurbereich regt man sich bereits auf, wenn nur laut erzählt wird. Man darf sich nicht ablenken lassen, man muss sich auf das eigene Spiel konzentrieren.“

Da ein Leg beim Darts auch in der Altmarkliga nur mit einem Treffer in ein Doppelfeld (Double-Out) gewonnen werden kann, sind die Würfe auf den äußeren Ring von großer Bedeutung. „Man kann scoren, wie man will. Wenn man die Doppelfelder nicht trifft, kann man nicht gewinnen“, erklärt Lukas Kleinfeldt, der mit 23 Gramm schweren Pfeilen spielt.

Auch der Winterfelder wirbt als stellvertretender Ligaleiter für die Altmarkliga, für die es bereits weitere Interessenten gibt. „Es wäre schön, wenn sich noch mehr Vereine und Mannschaften finden, die sich dem Steeldarts widmen. Wer Interesse hat, der kann sich gerne bei Kirsten melden“, so der Kleinfeldt, der hofft, dass die aktuelle Darts-WM auch aufgrund der Erfolge von Gabriel Clemens, der am Wochenende Weltmeister Wright mit 4:3 ausschaltete, einen kleinen Boom in der Altmark auslösen wird.

Altmarkliga

Ligaleitung: Kirsten Schalkowski; Telefon: (01 63) 8 85 33 38; E-Mail: altmarkliga.steeldart@gmail.com

Begriffe

170: Das höchste Finish im Darts

180: Höchste mögliche Punktzahl mit drei Pfeilen.

9-Darter oder Perfect Game: Ein Spiel, das beim Modus 501 Double Out mit 9 Darts beendet wird.

Aufnahme oder Wurf: Die drei hintereinander geworfenen Pfeile.

Average: Der Durchschnittswert für ein Leg.

Bogey-Zahlen: Sieben Restwerte, die kleiner als 170 sind und trotzdem nicht gecheckt werden können: 169, 168, 166, 165, 163, 162, 159.

Bouncer: Prallt ein Dart vom Dartboard ab, spricht man von einem Bouncer. Der Pfeil bringt keine Punkte ein.

Bullseye: Der Boardmittelpunkt. Wer das Bullseye trifft, erzielt 50 Punkte.

Caller: So wird der Schiedsrichter beim Darts bezeichnet. Der Caller ruft die jeweils erzielte Punktzahl aus. Befindet sich ein Spieler im Finish-Bereich, so nennt er zusätzlich die Restpunktzahl.

Checkout: Die Aufnahme, mit der ein Leg gewonnen wird, ist ein Checkout. Bei 20 Punkten Rest, ist das Ziel die Doppel-10. Sitzt der Wurf, spricht man von einem 10er Checkout. Es wird oftmals auch vom auschecken gesprochen.

Doppel oder Double: Der äußere Ring des Boards. Die Punktzahl wird bei einem Treffer verdoppelt.

Double Out: Die WM wird mit der Vorgabe Double-Out gespielt. Man kann ein Leg nur dann gewinnen, wenn man abschließend eines der schmalen Doppelfelder trifft. Bei 20 Punkten Rest muss es beispielsweise die Doppel-10 sein. Bei 30 Punkten, die Doppel-15. Das Bullseye zählt dabei auch als Doppelfeld.

Quelle: sport1

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