Verstärkung in der Abwehr

Dominik Lehmpfuhl soll die Schießbude des 1. FC Lok Stendal schließen

Dominik Lehmpfuhl kontrolliert den Ball.
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Hoffnungsträger in der Abwehr: Dominik Lehmpfuhl.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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Der 1. FC Lok Stendal hat seine Baustelle in der Verteidigung mit Dominik Lehmpfuhl geschlossen. Der Neuzugang soll dazu beitragen, die schwache Defensive des Oberligisten nachhaltig zu stabilisieren.

Es besteht Handlungsbedarf. Darin waren sich nach den bislang absolvierten 13 Saisonspielen mit der dürftigen Ausbeute von elf Punkten alle Beteiligten beim 1. FC Lok Stendal einig. Trainer Jörn Schulz wünscht sich qualitativ gute Neuzugänge für nahezu alle Mannschaftsteile. Der neue Sportliche Leiter Lars Streißenberger versucht, diese Wünsche zu erfüllen. Bislang verläuft der Transferwinter am „Hölzchen“ aber relativ ruhig. Offiziell ist bis dato nur ein Neuzugang, der allerdings könnte sofort weiterhelfen: Dominik Lehmpfuhl (20).

Neuzugang mit guter Ausbildung

Der Innenverteidiger wurde pünktlich zum Trainingsstart vor knapp einer Woche vom FC Einheit Wernigerode in die Altmark gelotst. Ein kleiner Coup für den 1. FC Lok, denn Lehmpfuhl war bei seinem Ex-Klub Stammspieler in der Oberliga Süd. In zehn Spielen stand er auf dem Feld, beim 3:1 in Bautzen gelang ihm sogar ein Treffer. Und auch die Vita des blutjungen Verteidigers liest sich vielversprechend. So kann der Rechtsfuß 19 Spiele in der A-Jugend-Bundesliga vorweisen. Im Nachwuchs lief er für renommierte Klubs wie Tennis Borussia Berlin, den FC Carl Zeiss Jena und den SV Babelsberg 03 auf, ehe es ihn über die Stationen Brandenburg Süd und Wernigerode nun in die Hansestadt verschlug.

Kontakt bereits seit Sommer

Vom Himmel gefallen ist Lehmpfuhl freilich nicht. Tatsächlich besteht der Kontakt schon seit dem vergangenen Sommer. Damals trainierte der Innenverteidiger vor, entschied sich aber für einen Wechsel in den Harz. Nun folgte die Kehrtwende, teilweise auch begünstigt vom FC Einheit. „Es sind viele Sachen anders gekommen, als wir sie im Vorfeld besprochen hatten. Dann habe ich lange nachgedacht und gesagt, dass ich meinen Vertrag auflösen möchte“, schildert Lehmpfuhl den Ablauf seines Wechsels im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. „Ich war hier mit dem Trainer noch in Kontakt, seit ich im Sommer hier war. Das hat mir damals schon alles sehr gut gefallen in Stendal und so kam dann jetzt auch der Wechsel zustande.“

Keine Angst vor der großen Aufgabe

Schulz und Streißenberger dürften sich freuen. Ein junger, talentierter Spieler für die Problemzone Nummer eins: Die Verteidigung. Dort hat in der Oberliga Nord bis dato niemand so schwache Werte wie der 1. FC Lok Stendal, der im Schnitt 2,8 Gegentreffer pro Spiel kassiert. Eine Quote, die am Ende der Saison die 100 Gegentore-Grenze zu Fall bringen würde. Der Klassenerhalt wäre so kaum zu schaffen. Doch Lehmpfuhl soll nun die Probleme beheben – und traut sich dies zusammen mit seinen Defensivkollegen auch zu: „Wir kriegen das hin. Im Moment erlauben wir uns immer noch diese individuellen Fehler und laufen dann in Kontersituationen. Aber wir stellen das ab und werden dann hinten auch stabil stehen.“

Den Abstiegskampf scheue ich nicht. Es ist zwar ein bisschen Druck da, aber wir schaffen das auf jeden Fall.

Dominik Lehmpfuhl

Eine gute Deckung als Basis für einen erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt. Es ist das kleine Einmaleins des Fußballs und für die Eisenbahner bislang doch so schwer umzusetzen. Dominik Lehmpfuhl hätte die Drucksituation Abstiegskampf mit einem Verbleib in Wernigerode bequem umgehen können. Dort hat man solche Sorgen nicht. Dennoch entschied sich der Innenverteidiger zu wechseln. „Den Abstiegskampf scheue ich nicht. Es ist zwar ein bisschen Druck da, aber wir schaffen das auf jeden Fall“, sagt er nach seiner ersten Trainingswoche, inklusive Testspiel, am Stendaler „Hölzchen“.

Zum Auftakt gleich gesucht

Wie es der Zufall so will, fand Lehmpfuhls Debüt im Dress des 1. FC Lok am vergangenen Wochenende natürlich gegen den Ex-Klub aus dem Harz statt. Lok Stendal unterlag mit 2:3. Gänzlich schlecht war der Auftritt der Eisenbahner aber nicht, weshalb der neue Hoffnungsträger in der Innenverteidigung auch ein zuversichtliches Fazit zog. „Natürlich hat es mich erstmal gefreut, die Jungs aus Wernigerode wiederzusehen. Für uns fand ich, dass wir eine gute Leistung gebracht haben. Wir hatten aber zu viele kleine Fehler. Wenn es uns gelingt, die abzustellen, sieht es schon ganz gut aus“, so der 20-Jährige.

Eine gute erste Woche

Er selbst hinterließ auf dem Stendaler Kunstrasen einen guten Eindruck. Auffällig: Obwohl er als Rechtsfuß auf der für ihn etwas umständlichen Position des linken Innenverteidigers spielte, lief der Stendaler Spielaufbau nahezu komplett über ihn. Dominik Lehmpfuhl wird bereits gesucht. Auch lautstarke Kommandos waren von dem Neuling schon zu vernehmen. Direkt beteiligt war Lehmpfuhl an keinem der drei Gegentreffer. Dafür hätte er selbst um ein Haar jubeln dürfen, als er einen Kopfball in der Schlussphase aus schwierigem Winkel auf das Tornetz setzte. Die Partie gegen den FC Einheit war ein guter Abschluss für seine erste Stendaler Trainingswoche, wie der Verteidiger selbst fand: „Ich habe mich hier gut eingelebt. Die Jungs sind top. Es macht mir sehr viel Spaß mit der Mannschaft und dem Trainerteam zu arbeiten.“

Weitere Spieler sollen folgen

Nun hofft der 1. FC Lok Stendal, nach Lehmpfuhl auch noch weitere Glückstreffer in der laufenden Transferphase zu landen. Im Falle des polnischen Mittelfeldstrategen Adam Wolak sind nur noch Formalien zu klären. Zudem wird auch noch fieberhaft nach einem neuen Torjäger Ausschau gehalten. Die kommenden Wochen werden spannend.

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