FUSSBALL – 3. LIGA Intensiver Trainingsauftakt beim 1. FC Magdeburg

„Da war direkt Feuer drin“

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Intensiv statt locker: Zum Trainingsauftakt mussten die Spieler des 1. FC Magdeburg gestern zwei anstrengende Einheiten absolvieren.

Magdeburg – Stefan Krämer war gestern schon früh auf dem Trainingsplatz. Und baute gemeinsam mit Silvio Bankert den Parcours auf. Der neue Chefcoach des 1. FC Magdeburg und sein Co-Trainer bereiteten alles vor für den Trainingsauftakt.

Bis die Spieler den Rasen betraten, ging noch fast eine Stunde ins Land. Bis zum Start der neuen Drittliga-Saison bleiben keine sechs Wochen mehr Zeit, aus den elf etablierten Spielern und den 13 Neuzugängen eine Mannschaft zu formen.

„Ich bin noch nicht mal geduscht, bin gerade erst vom Platz gekommen“, entschuldigte Krämer, als er zur Pressekonferenz kam. Aus einem lockeren Aufgalopp, mit dem so mancher Spieler bei fast 30 Grad spekuliert hatte, wurde nichts. Der neue Cheftrainer ließ seine Schützlinge nach kurzem Aufwärmen rotieren. Mal mit, mal ohne Ball. Eine schweißtreibende Vormittagseinheit, die ganz nach den Vorstellungen Krämers verlief.

„Mein Eindruck vom Training war schon sehr gut. Da war direkt Feuer drin. Das soll auch dafür stehen, wie wir Fußball spielen wollen: Vom ersten Tag an mutig, aggressiv, offensiv“, erklärte er und wischte sich Schweißperlen von der Stirn. „Das will ich von der ersten Einheit an in der Mannschaft haben“, betonte Krämer. Obwohl er die Mannschaft kaum zehn Minuten kenne, habe er versucht, genau das zu vermitteln und auf den Platz zu bringen. Und es funktionierte schon sehr gut. Krämer war mittendrin, agierte als Motivator und verlangte auch von den Profis immer wieder Kommunikation.

Integration ist für den 53-jährigen Mainzer, der zuletzt den KFC Uerdingen trainiert hat, kein Fremdwort. Als er 2014 Energie Cottbus übernahm, bestand der Kader nur noch aus drei Akteuren. „Das war ein bisschen komplizierter.“ Mit den Arrivierten des FCM hat sich Krämer schon intensiv beschäftigt, bei einigen Neuzugängen war er sogar noch involviert. „Von daher habe ich schon ein klares Bild von den Jungs, die jetzt da sind.“ Und so hat er längst alle Namen intus, was die Kommunikation noch einmal zusätzlich erleichtert. Das entging auch den Beobachtern der ersten Trainingseinheit gestern Vormittag nicht. Die knapp 40 Fans am Spielfeldrand sahen einen Stefan Krämer, der seine Jungs forderte, aber auch anfeuerte. Immer wieder rief der Trainer „Super, weiter so!“ oder „Ruhe am Ball, sehr gut Männer!“ Der Teamgeist scheint zu stimmen. Das sei eine wichtige Voraussetzung, um in der Dritten Liga erfolgreich sein zu können.

„Unser erstes Ziel ist es, eine Mannschaft zu formen, die das Wort Mannschaft auch verdient, mit der die Leute sich identifizieren können“, machte Krämer deutlich. „Dann sind wir auf einem guten Weg, gemischt mit dem Talent, das die Mannschaft hat, erfolgreich Fußball spielen zu können.“ Die Dritte Liga sei kompliziert, die Leistungsunterschiede nicht so groß. Da komme es auf viele Kleinigkeiten an. Wer den besten Zusammenhalt habe und mit schwierigen Situationen am besten umgehe, habe die besten Chancen, in der wohl „intensivsten Liga im Profifußball“ zu bestehen. Der Zusammenhalt würde beim 1. FCM stimmen. Einen Tabellenplatz wollte Krämer allerdings nicht prophezeien. „Du brauchst ein Quäntchen Glück, Überzeugung und Beharrlichkeit auch in Phasen, wo es nicht so läuft“, weiß er aus Erfahrung. Daran arbeitet er mit seinem Team.

VON SABINE LINDENAU

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