Fußball: Eine unvergessliche Saison

Die B-Jugend des SV Eintracht Salzwedel wurde 2000/01 Landesmeister

Fußballer erhält Ehrengeschenk
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Kapitän Dirk Peuckert konnte in der Saison 2000/01 zahlreiche Ehrungen und Geschenke für die B-Jugendmannschaft des SV Eintracht Salzwedel entgegennehmen.
  • Renee Sensenschmidt
    VonRenee Sensenschmidt
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Salzwedel – Mit einer guten Nachwuchsarbeit legen Vereine, die auf Nachhaltigkeit großen Wert legen, die Grundlagen für Erfolge im Erwachsenbereich. Auch bei der Fußball-Abteilung des SV Eintracht Salzwedel besitzt die Ausbildung junger Fußballer ab dem G-Jugendalter einen hohen Stellenwert. Dabei gibt es immer wieder Jahrgänge, die herausragen. So wie die Jungen der Jahrgänge 1984/85, die in der Saison 2000/01 ihren größten Erfolg landeten und erst von den Sportschülern des Chemnitzer FC in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga gestoppt wurden.

Team lange geformt

Vater des Erfolges ist der heute 65-jährige Siegmar Pätzold, der ab der E-Jugend eine Mannschaft formte, die in der westlichen Altmark eine Ausnahmestellung einnimmt. In der D-Jugend wurde das Pätzold-Team bereits Landesmeister und Landespokalsieger, zahlreiche Akteure standen danach auf den Zetteln der Landestrainer. Zur Überraschung von Trainer Pätzold schafften es jedoch nicht sein Sohn Marc, Marian Falkenhagen, Norman Weiß oder Dirk Peuckert zur Sportschule nach Magdeburg, sondern Matthias Fuhrmann und Peter Otte, der mit dem 1. FC Magdeburg 2007 knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasste. „Beim FCM setzte man damals mehr auf Athletik“, erinnert sich Siegmar Pätzold.

Aufstieg

Und so blieben der Eintracht technisch versierte Fußballer erhalten, die sich weiter entwickelten und zu einer spielstarken Einheit wurden. Der Erfolg in der Saison 2000/01 wurde jedoch nur möglich, weil die B-Jugend des SVE im Jahr zuvor den Aufstieg in die Verbandsliga realisieren konnte. Nach dem souveränen Staffelsieg in der Landesliga traf das Team von Uwe Peters in den Aufstiegsspielen auf die Reserve des 1. FC Magdeburg. Im Hinspiel setzten sich die Salzwedeler in heimischer Umgebung mit 5:2 durch, Norman Weiß glänzte dabei mit drei Toren. Im Rückspiel lag die Eintracht dann mit 1:3 zurück, der Aufstieg war in Gefahr. „Dann hat sich Norman den Ball geschnappt, zu einem Sololauf angesetzt und das 2:3 erzielt. Wenig später hat dann Tino Möllmann mit dem 3:3-Ausgleich alles klar gemacht“, erinnert sich Siegmar Pätzold, der als Augenzeuge dabei war.

Selbstvertrauen

Ein „guter Mittelfeldplatz“ war anschließend das Ziel des Aufsteigers in der Verbandsliga. Die Eintracht startete mit vier Siegen und einem Remis fast perfekt in die Saison. „Wir wussten, das wir mithalten können. Mit jedem Sieg stieg dann unser Selbstvertrauen“, erinnert sich der damalige Kapitän Dirk Peuckert. Erst am 6. Spieltag gab es eine 0:1-Niederlage bei Fortuna Magdeburg, mit dem sich die Eintracht anschließend einen Zweikampf um den Titel lieferte. Die Jeetzestädter steckten diese Niederlage jedoch sehr gut weg, es folgten zwölf Siege und zwei Unentschieden. Der FSV Lok Stendal brachte der Pätzold-Elf am 21. Spieltag die zweite Saisonniederlage bei. Doch diese steckte der SVE weg und gab sich bis zum Saisonende keine Blöße mehr. Und so sicherten sich die Pätzold-Schützlinge mit fünf Punkten Vorsprung auf Fortuna Magdeburg die Meisterschaft.

Aufstiegsspiele

Als Landesmeister von Sachsen-Anhalt hatten sich die Westaltmärker das Recht erworben, an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga teilzunehmen. „Es gab einige Diskussionen, ob wir uns dieser Aufgabe stellen sollen. Denn es war klar, dass die halbe Mannschaft in die A-Jugend wechseln wird und die Regionalliga dann für uns eine Nummer zu groß wäre. Auch finanziell wäre auf den Verein im Erfolgsfall eine große Last zugekommen“, blickt Dirk Peuckert zurück. Trainer Pätzold hatte jedoch seine Fühler bereits ausgestreckt und Gespräche mit Spielern geführt, die im Aufstiegsfall nach Salzwedel gekommen wären.

Aufstiegsspiele

In den Aufstiegsspielen traf die Eintracht auf die Sportschüler des Chemnitzer FC. „Amateure trafen auf Profis würde man heute sagen“, so Siegmar Pätzold, im Wissen, dass seine Jungs zweimal in der Woche trainierten, die CFC-Akteure täglich. Mario Schulz, der als C-Jugendlicher im Rückspiel eingewechselt wurde, erinnert sich an einen großen Betreuerstab des CFC. „Das war schon beeindruckend“, so Schulz, für den es eine große Ehre war, dass er bei dieser Mannschaft mittrainieren durfte und gelegentlich auch auf dem Platz stand. „Diese beiden Spiele mit Chemnitz werde ich nicht vergessen.“

Auch bei Kapitän Peuckert sind diese Partien noch in guter Erinnerung. „Die Chemnitzer hatten richtig Druck, sie mussten aufsteigen. Wir sind recht gelassen in das erste Spiel gegangen.“ Vor der Partie erhielten die Eintracht-Jungen die Goldmedaillen für den Landesmeistertitel, 338 zahlende Zuschauer verfolgten anschließend das Geschehen auf der „Flora“. Und die Eintracht begann frech, einmal mehr schloss Norman Weiß ein Solo zur 1:0-Führung ab. Erst sieben Minuten vor der Pause gelang dem CFC der Ausgleich, kurz nach dem Wechsel fiel das 1:2. Mehr ließen eine starke Hintermannschaft und ein guter Thomas Opitz im Tor der Eintracht jedoch nicht zu.

Etwas müde von der langen Anreise, musste die Eintracht im Rückspiel einen frühen Rückstand hinnehmen. Peuckert und Weiß hatten danach zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Im zweiten Abschnitt war der CFC dann klar überlegen, doch nur einmal ließ sich Opitz überlisten. „Wir haben unseren Verein und unsere Stadt würdig vertreten“, zeigte sich Siegmar Pätzold trotz der beiden Niederlagen damals nicht unzufrieden. „Wir haben uns achtbar aus der Affäre gezogen. Die Erfahrungen, die ich in diesen beiden Begegnungen sammeln konnte, möchte ich nicht missen“, gab Kapitän Dirk Peuckert zu Protokoll.

Später führte der Weg zahlreicher Spieler im Männerbereich bis in die Verbandsliga, inzwischen haben die meisten ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Dirk Peuckert ist noch für die Altherren des TSV Glinde in der Verbandsliga Hamburg aktiv, Stefan Schmidt ist für die Eintracht noch immer am Ball. „Wir waren eine verschworene Truppe. Daran hatten auch mein Co-Trainer Othmar Möllmann, Betreuer Norbert Peuckert, die Familie Schenk und nicht zuletzt die Eltern großen Anteil“, dankt Siegmar Pätzold.

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