Handball, Verbandsliga: Seehausen und Osterburg zeigen verbitterte Abwehrschlacht – 21:21

Derby, das keinen Verlierer verdient

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Die SG Seehausen (hier Alexander Söhnel) kann gut zupacken. Gegen die HSG Osterburg rund um Philipp Kiebach (am Ball) zeigten die Hallenherren vor allem in der Deckung ihr Können und bremsten den besten Angriff der Liga rigoros aus.

Seehausen. Volle Halle, prächtige Stimmung und zwei Teams, die guten Handball auf das Parkett brachten. Das ist das Fazit des altmärkischen Derbys in der Handball-Verbandsliga am Sonnabend zwischen der SG Seehausen und der HSG Osterburg.

Am Ende einer „Abwehrschlacht“, wie HSG-Trainer Uwe Knust die Partie im Anschluss betitelte, trennten sich die Nordaltmärker 21:21 (13:12). Es war ein Derby, das auch keinen Verlierer verdient hatte.

Direkt vom Anwurf an, zeichnete sich ein enges Duell ab, in dem sich kein Team zu keiner Zeit der Partie absetzen sollte. Den ersten Treffer des Derbys erzielte Osterburgs Thomas Kuhlmann nach einem Tempogegenstoß. Die HSG kam besser in die Partie und führte nach knapp sieben Minuten Spielzeit mit 4:2. Zusätzlich bekam Seehausen die erste Zeitstrafe. Doch anstatt davon zu ziehen, brachte die Überzahl Osterburg in Bedrängnis. Nach zehn Minuten ohne eigenen Treffer nahm Knust beim stand von 4:7 die erste Auszeit. Nützen sollte sie nichts – Seehausen spielte weiter druckvoll und stellte auf 10:7.

Einzig Anton Feindt, der zwei Siebenmeter parierte, und Philipp Kiebach, der seine Siebenmeter eiskalt verwandelte, war es zu verdanken, dass sich die Seehäuser nicht weiter absetzen konnten. Bis zur Pause kamen die Biesestädter noch auf 12:13 heran.

Nach dem Seitenwechsel gönnte sich dann die SGS eine lange Phase ohne eigenen Treffer. Erst nach einer Auszeit beendeten die Hallenherren vor vollen Rängen ihre Durststrecke.

Mit einem 18:18 ging es nach knapp 54 Minuten in die Crunchtime. Beide Fanlager peitschten ihre Mannschaften nach vorne und gaben dem Derby einen würdigen Rahmen. Das Spiel wogte nun hin und her. Die HSG führte immer wieder mit einem Treffer, fing sich jedoch regelmäßig den Ausgleich.

Eine mögliche Entscheidung zu Gunsten der HSG hatte Philipp Kiebach vier Sekunden vor dem Ende auf der Hand. Die Biesestädter bekamen noch einen Freiwurf. Kiebach fasste sich ein Herz und schloss zügig ab, hatte aber Pech, dass der Ball vom Block abgefälscht wurde.

Die Schlusssirene ertönte und beide Teams feierten mit ihren Fans als hätten sie die Partie gewonnen. Mit dem Punkt können die Seehäuser zwar besser Leben als Spitzenreiter Osterburg, dennoch war Uwe Knust mit der Leistung seiner Jungs zufrieden. „Es war eine Abwehrschlacht von beiden Seiten. Das Unentschieden geht in Ordnung. Wir haben in der ersten Halbzeit den Anfang in der Abwehr verpennt, aber dann stand sie. Es war ein Derby. Die Fans waren brutal.“

„Es war sicherlich mehr drin. Wir haben zehn Minuten kein Tor geworfen, aber sind nach dem Rückstand nicht eingebrochen. Den Punkt nehmen wir gerne mit“, so SGS-Betreuer Thilo Hennigs.

• SG Seehausen (Tore): Johannes, Kramer – Fiedler (3), Philipp (3), Liepelt, A. Söhnel (4), Wille, C. Söhnel (1), Arndt (1), D. Cornehl (1), Krüger, Spöttle (1), Bertram (3), Weber (4).

• HSG Osterburg: Schrödter, Feindt – Zerrahn, Kiebach (10), T. Kuhlmann (3), Hallasch, Papendiek (4), Dobberkau (1), Roese, Zierke (1), Fieseler, Knust, Hahne (2), Reichert.

Von Falk-Stéphane Dezort

Handball: Packendes Derby-Wochenende

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