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VfB Meister der Fußball-Kreisoberliga

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Von: Renee Sensenschmidt

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Fußball-Mannschaft mit Pokal
Ausgelassen feierten die Fußballer des VfB Klötze um Kapitän Marko Wißwedel (mit Pokal) den Gewinn der Meisterschaft in der Kreisoberliga Altmark West und damit nach zehn Jahren die Rückkehr in die Landesklasse. © Sensenschmidt

Klötze – Bis vor zwei Wochen schien es so, dass die Fußballer des VfB Klötze ein zweites Mal sportliches Opfer der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Spielbetrieb des KFV Altmark West werden. Doch am Ende jubelten die Fans der Grün-Weißen. „Oberligameister, Oberligameister, Oberligameister VfB“, hallte es am vergangenen Sonntag durch das Klötzer Geschwister-Scholl-Stadion.

In der Saison 2020/21 lag der VfB bei Abbruch der Saison zwei Tore hinter dem TSV Kusey, der das Aufstiegsrecht auch wahrnahm, aktuell hatte lange der SV Langenapel die besseren Karten. Da sich alle Vereine der Kreisoberliga auf einen Abbruch der Saison geeinigt hatten, war klar, dass es nicht mehr zu einem direkten Vergleich zwischen Langenapel und Klötze kommen würde. Und so musste die Elf von Trainer Henry Mühl auf einen Ausrutscher des SVL warten. Bis vor zwei Wochen, als die Langenapeler nach 3:1- und 4:3-Führung in der Nachspielzeit noch zwei Treffer kassierten und beim FSV Eiche Mieste mit 4:5 unterlagen. Damit war der Weg frei und der VfB Klötze machte durch einen 7:2-Sieg gegen Wacker Lindstedt Titel und Aufstieg in die Landesklasse perfekt.

„Wir haben uns natürlich bei Mieste für die Schützenhilfe bedankt, den letzten Schritt müssen wir jedoch selbst erledigen“, meinte Henry Mühl vor dem Spiel gegen Lindstedt. Die Nervosität beim VfB-Coach und beim Umfeld war vor dem Anpfiff zu spüren, doch recht schnell sorgten die Grün-Weißen für klare Verhältnisse. Bereits zur Pause (4:0) war die Frage nach dem Meister geklärt.

Der VfB kehrt damit nach zehn Jahren in die Landesklasse zurück. „Manchmal zahlt sich Nachwuchsarbeit doch aus“, so Trainer Mühl, der die meisten Spieler seines Kaders selbst im Nachwuchsbereich geformt und sogar bis in die A-Jugend-Verbandsliga geführt hatte. Vor zehn Jahren stieg der heute 56-Jährige als Nachwuchstrainer ein, die Entwicklung seiner beiden Söhne Niklas und Marius war ein Antrieb. „Mein Ziel war es, zwei, drei Spieler für den Männerbereich zu entwickeln. Und jetzt sind fast alle oben angekommen“, freut sich Henry Mühl, von dessen Arbeit auch der SSV Gardelegen (Erik Lehmann) und der TSV Kusey (Julien Schulz) bereits profitiert haben. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn die Klötzer erneut den Aufstieg verpasst hätten...

So aber kann der VfB die Früchte seiner Nachwuchsarbeit selbst ernten und den eingeschlagenen Weg weiter fortsetzen. Denn der sportliche Erfolg ist auch ganz eng mit den Verbesserungen im Umfeld verbunden. „Ein Etappenziel ist erreicht“, freut sich Spartenleiter André Dörk, der mit einem starken Team in den vergangenen Jahren die Bedingungen für den Fußballsport stetig verbessert hat. Fred Steffens hat den Rasen der drei Spielfelder in einen perfekten Zustand versetzt, auf diesen Plätzen könnte man auch Tennis spielen. Olaf Reek, Michael Hartung, Mathias Krüger und andere bringen sich tatkräftig mit ein. Und das nicht nur als Trainer, sondern auch als Zugmaschinen bei Arbeitseinsätzen, gibt es doch im Umfeld der drei Plätze stets etwas zu tun. „Wir sind immer mehr Leute, die für den Verein etwas machen. Beim Arbeitseinsatz vor dem letzten Punktspiel waren 35 Helfer da“, freut sich André Dörk über die Entwicklung.

„Das, was hier in den vergangenen Jahren entstanden ist, daran habe ich nicht mehr geglaubt“, freut sich auch Spieler Rico Gose, der als Einziger aus der aktuellen Mannschaft vor zehn Jahren beim Abstieg mit dabei war. Der 35-Jährige fiel zuletzt aufgrund einer Rückenverletzung aus, hofft aber, dass er noch einmal auf den Platz zurückkehren und mit seiner Erfahrung der jungen VfB-Vertretung in der Landesklasse helfen kann. So wie die Altherren-Spieler Rodney Hermanski, Mathias Schulz und Andreas Horn, die mehrfach im abgelaufenen Spieljahr mit ausgeholfen haben.

Denn es war keine einfache Saison, die die Klötzer meistern mussten. „Wir hatten mit einigen Verletzungen und zahlreichen Corona-Erkrankungen zu kämpfen“, berichtet Henry Mühl, der insgesamt 30 Spieler eingesetzt hat, von denen Felix Fuhrmann und Marius Mühl (jeweils 17 Spiele) die meisten der 20 Begegnungen bestritten.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – so eine gängige Phrase der Fußballer. Doch an das nächste Spiel dachte am vergangenen Sonntag noch keiner der Verantwortlichen. „Wir genießen erst einmal unseren Erfolg. Es gibt noch nichts Konkretes“, meinte Henry Mühl zu den Saisonplanungen des VfB, der am 5. August im kreislichen Supercup auf Pokalsieger Eintracht Salzwedel treffen wird. Der Landesliga-Aufsteiger ist dann ein echter Gradmesser für die am 20/21. August beginnende Saison in der Landesklasse. Dort will sich der VfB etablieren und auch weiter auf den Nachwuchs setzen. In der B- und C-Jugend reifen bereits weitere Talente heran, der Trainerstab hat den 17-jährigen Felix Reek als Alternative für die Torhüterposition bereits im Blick. „Unser Ziel ist der Klassenerhalt, alles andere wird sich zeigen“, ist Trainer Henry Mühl noch gelassen.

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