Grün-Weiß Potzehne steigerte sich im Verlauf der Hinrunde

„Das Umfeld war ziemlich nervös“

Maik Krehl gehört zu den alten Hasen bei Grün-Weiß Potzehne. Der Mittelfeldspieler habe sich trotz seiner Erfahrung aber nochmal verbessert, findet sein Trainer Nico Bremse. Krehl überwintert mit Potzehne auf Landesliga-Platz acht. Foto: Jacobs

Potzehne. Die Saison 2012/2013 in der Fußball-Landesliga begann für den SV Grün-Weiß Potzehne und Neu-Trainer Nico Bremse, er löste im Sommer Trainer-Urgestein Erich Krümmling auf der Trainerbank ab, eher mäßig.

Vier Niederlagen und lediglich ein Unentschieden standen für die Bremse-Elf nach fünf Spielen zu Buche. Doch danach lief es von Woche zu Woche immer besser und nach dem grandiosen 6:2-Erfolg gegen den VfB Ottersleben zum Hinrunden-Abschluss überwintern die Südaltmärker sogar auf Tabellenplatz acht.

Für Trainer Bremse kam diese Positiventwicklung jedoch nicht überraschend: „Das Umfeld war zu Saisonbeginn schon ziemlich nervös. Das habe auch ich gespürt, aber unser Auftaktprogramm mit den Spielen gegen die Spitzenteams Schönebecker SC und SV Irxleben war nicht ohne. Wir haben uns dennoch nicht so schlecht verkauft“, meint Bremse rückblickend. Zweifel an seiner Arbeit hatte der Neu-Coach jedoch nie. „Ich wusste, dass wir Ruhe bewahren müssen. Wir haben schließlich den Trainingsbetrieb merklich verändert. Diese Umstellung brauchte Zeit, war aber zwingend notwendig, denke ich. Die gute Trainingsbeteiligung bestätigt mich in dieser Einschätzung.“

Dass die Trainingsumstellung Früchte trägt, bewiesen die Potzehner Kicker im zweiten Teil der Hinrunde. Besonders auf eigenem Platz fand das Team zu alter Stärke zurück, verlor keine Partie mehr und kam gegen Ottersleben sogar zum spielerischen Höhepunkt der Hinrunde. „Gegen Ottersleben haben wir vieles richtig gemacht. Wir haben einfach und schnörkellos den Ball laufen lassen und unsere Tore allesamt sehr gut herausgespielt. Da haben die Jungs gezeigt, dass Fußball ganz einfach sein kann“, so Bremse.

Neben dem Höhepunkt Ottersleben gab es für Bremse in der Hinrunde auch einen Tiefpunkt. Die 0:2-Niederlage in Wernigerode. „Da lief alles schief. Wir sind viel zu spät angekommen. Die Spielvorbereitung war damit für die Katz und entsprechend schlecht haben wir uns präsentiert. Wir haben das aber intern besprochen und es wird nicht wieder vorkommen“, ist sich Bremse sicher.

Ein weiterer Kritikpunkt Bremses war lange Zeit die Chancenverwertung: „Im Training haben mein Co-Trainer Rolf Wehrmeister und Ich uns häufig nur kopfschüttelnd angeguckt, weil die Jungs oft die unmöglichsten Bälle versenkt haben. In den Spielen lief das nicht so. Mittlerweile sind wir aber aus allen Mannschaftsteilen heraus recht torgefährlich. Das macht uns unberechenbarer“, sagt Bremse, der auch die gefährlichen Standards lobt. An dem Verhalten bei Eckbällen und Freistößen haben wir intensiv gearbeitet und deshalb große Fortschritte gemacht.“

Diese Fortschritte sind übrigens nicht nur Bremse aufgefallen, wie der Coach berichtet: „Nach vielen Partien haben gegnerische Trainer uns für unsere Spielweise gelobt. Davon kann man sich zwar nichts kaufen, aber es ist ein großes Kompliment für die Mannschaft“, findet Bremse. Ein Kompliment verteilt auch Bremse selbst an seine Akteure. „Wir treten geschlossen auf und selbst die erfahrenen Spieler wie Sebastian Feldmann oder Maik Krehl haben sich noch einmal verbessert. Man kann also auch niemanden aus der Mannschaft besonders hervorheben, außer vielleicht Kai Klose. Es hat mich ehrlich gesagt überrascht, dass er so schnell in der Landesliga Fuß gefasst hat“, sagt Bremse über den Neuzugang aus Miesterhorst.

Seinen Kader sieht Bremse übrigens „gut aufgestellt“ und schenkt ihm auch in der Rückrunde uneingeschränktes Vertrauen. „Wenn im Winter jemand dazu kommt, ist das schön, aber wir brechen nichts übers Knie. Neue Leute müssen ins Team passen. Das ist das Hauptkriterium“, sagt Bremse abschließend.

Von Michael Jacobs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare