AZ-SERIE „MEINE BESTE ELF“ Dobberkau nominiert mit Bauchschmerzen

Crème de la Crème aus 40 Jahren

Jürgen Dobberkau durchlief sechs Stationen als  Foto: Haack
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Jürgen Dobberkau durchlief sechs Stationen als Trainer im Herrenbereich.

Tangermünde – „Das ist wirklich ein schwieriges Unterfangen. “ Jürgen Dobberkau, mittlerweile seit knapp 40 Jahren als Trainer in der Region aktiv, ist sichtlich unwohl dabei, eine Elf seiner besten Spieler zusammenzustellen.

Etliche hoch veranlagte Akteure sind durch seine Fittiche gegangen. Jemanden zu vergessen, ist die größte Sorge, die der aktuelle Trainer des SV Germania Tangerhütte umtreibt. Doch was wäre eine Serie mit den erfahrensten Übungsleitern der Altmark ohne das Unikum aus Tangermünde? Es bedurfte einer gewissen Bedenkzeit, doch letztlich hat sich Jürgen Dobberkau der Aufgabe gestellt und eine Mannschaft nominiert, die auf Landesebene vermutlich so einige Titel eingefahren hätte.

Dobberkau konnte dabei aus einem großen Pool von Spielern schöpfen. Seine Trainerlaufbahn begann auf Nachwuchsebene in seinem Heimatdorf Goldbeck und seinem heutigen Wohnort Tangermünde. Bei den Herren stieg er als Spielertrainer von Empor Tangermünde ein (1988) und blieb dem Verein ein Jahrzehnt treu. Es folgten die Stationen Arneburg-Krusemark, 1. FC Stendal, Saxonia Tangermünde, Blau-Gelb Goldbeck, Rot-Weiß Arneburg und seit 2017 Germania Tangerhütte. Akteure seiner jüngsten Landesklasse-Stationen sucht man in Dobberkaus Traum-Elf vergeblich. „Die neue Generation mit Karsten Müller und Lars Korte war auch nicht schlecht, aber was ich davor hatte, war einfach nicht zu toppen“, erklärt die Trainer-Ikone.

Im Tor fiel seine Wahl auf Ronald Schmidt, mit dem Dobberkau unter anderem beim 1. FC Stendal zusammenarbeiten durfte. Aus der gleichen Zeit haben sich auch Libero Bastian Smolny und Vorstopper Heiko Buchheim ins Gedächtnis ihres damaligen Trainers eingebrannt. Auf dem Zenit seines Schaffens an der Gardelegener Straße war Dobberkau übrigens in der Landesliga-Saison 2001/2002, als seine Elf 29 von 30 Spielen gewann, 110 Tore erzielte – und dennoch nicht in die Verbandsliga aufstieg. Fehlerhafte Spielerpässe führten zu einem Abzug von zwölf Zählern. Die damals ebenfalls bärenstarken Bismarker profitierten. „Auf dieser Ebene hat es so ein Niveau in der Altmark nie wieder gegeben“, schwärmt Dobberkau beim Blick in die Archive von damals. Komplettiert wird seine Verteidigung von den Tangermündern Thomas Kunde und Jörg Braunschweig. „Jörg war ein unendlich solider Spieler. Sein Wert war für Außenstehende, die nur Tore und Kunststücke sehen, aber nicht immer erkennbar.“

Ein guter Mix aus Stendalern und Tangermündern ist auch das Mittelfeld der Dobberkau-Elf. Auf den Flügeln haben sich Silvio Demuth (1. FC Stendal) und Dirk Schulze (Saxonia Tangermünde) ihren Platz erspielt. Zentral sind Mike Klenge (1. FC Stendal) und Jörn Schulz das Maß aller Dinge. „Jörn hatte ich nur kurz in Tangermünde, aber er war fußballerisch einfach klasse“, erläutert Dobberkau. Komplettiert wird seine Traum-Elf von zwei Angreifern, die Spuren in der Region hinterlassen haben: Henry Berg (1. FC Stendal) und Sven Suckow (Saxonia Tangermünde). Torhüter Peter Seibt (Stendal), Toni Horn, Frank Lange, Steffen Lenz (alle Tangermünde), Mario Wesche, Randy Gottwald und Marko Oehm (alle FC Stendal) besetzen die imaginäre Ersatzbank. „Es soll niemand enttäuscht sein. Ich habe die Elf zusammengestellt, die am besten zusammenpassen würde“, resümiert die Trainer-Legende.

VON TOBIAS HAACK

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