Wunsch nach Perspektiven

Tischtennisverband schreibt sorgenvollen Brief an die Politik

Sebastian Stegmann beim Aufschlag.
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Tischtennis-Spieler wie Sebastian Stegmann (TTC Lok Stendal) wollen zurück in die Halle.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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Die Einschränkungen aufgrund der Pandemie machen dem Amateursport zu schaffen. Besonders betroffen sind Hallensportarten wie Tischtennis. Der Landesverband TTVSA möchte deshalb nun mit der Politik ins Gespräch kommen. Die Sorgen sind groß, doch Lösungen könnte es geben.

Landsberg/Altmark – Die Inzidenzzahlen sinken, die Zahlen der Erst- und Zweit-Geimpften steigen. So langsam aber sicher scheint der Scheitelpunkt der dritten Coronawelle überwunden zu sein. Klar, dass da die Rufe nach Lockerungen lauter werden. Nicht zuletzt im Amateursport, der sich seit über einem Jahr massiv einschränken muss. Am schlimmsten betroffen sind dabei die Hallensportarten. Wie etwa das Tischtennis, dessen hiesiger Landesverband TTVSA sich nun mit einem Brief an die Führungskräfte des Landes gewandt hat. Das Ziel: Die zeitnahe Rückkehr in die Hallen.

Aufgesetzt wurde das Schreiben von Konrad Richter, TTVSA-Präsident, und Hagen Binneböse, TTVSA-Vizepräsident Nachwuchssport, persönlich. Die Situation im Verband und bei den Vereinen an der Basis sei mittlerweile „angespannt, weil sie nicht zufriedenstellend ist“, heißt es in dem Brief. Was den Sportlerinnen und Sportlern fehlt, seien „Licht am Ende des Tunnels“ und eine „hoffnungsvolle Perspektive.“

Von der Politik fühlt sich der Tischtennisverband in seinen Interessen bislang nicht ausreichend vertreten. So sei in den jüngsten Eindämmungsmaßnahmen und Richtlinien noch immer nicht geregelt, „wann die Sporthallen allen Sportlerinnen und Sportlern wieder zugänglich gemacht werden.“ Ein unbefriedigender Zustand, der sich längst auch auf das Vereinsleben niederschlägt. „Es wird immer schwieriger, Mitglieder mit einer hoffnungsvollen Perspektive positiv zu stimmen, im Verein zu halten oder gar für Alternativen zu begeistern. Was wird aus der Jugend?“, heißt es im Brandbrief des TTVSA.

Doch die Verfasser wollen ihr Schreiben nicht als Instrument zum Frustabbau verstanden wissen. Sie möchten einen Schritt auf die Politik zugehen, ihre Mitarbeit anbieten, auf einen konstruktiven Austausch hinarbeiten. So schlagen Konrad Richter und Hagen Binneböse vor, den Hallensport in eines der immer zahlreicher aufkommenden Modellprojekte einzubeziehen.

Die Voraussetzungen sieht das TTVSA-Führungsduo dafür hinreichend erfüllt. Schließlich haben die Tischtennisvereine im kurzen Zeitfenster der Öffnung im Vorjahr bewiesen, tragfähige Hygienekonzepte entwickeln und erfolgreich umsetzen zu können. „Infektionen oder Corona-Hotspots sind während unseres Trainingsbetriebs nicht aufgetreten“, rufen die Verfasser in ihrem Schreiben in Erinnerung. Mittlerweile seien außerdem zahlreiche Sportlerinnen und Sportler längst geimpft oder testen sich regelmäßig auf Covid-19. Die Grundlage, die Sporthallen zu öffnen und die Aktiven zumindest für Modellversuche wieder an ihre Platten zu lassen, wäre also gegeben.

Um diesen Gedanken umzusetzen, baut der TTVSA auf die Zusammenarbeit mit der Politik, im Großen wie im Kleinen. „Die Betreiber der Sporthallen, die Kreise und Kommunen, bitten wir mit uns in den Dialog zu treten, damit Lösungen erarbeitet werden können“, heißt es.

Das Schreiben ging den zuständigen Landesministerien, Landräten, Oberbürgermeistern und Bürgermeistern in Sachsen-Anhalt zu. Nun hofft der TTVSA im Sinne seiner Vereine und Aktiven, dass es zeitnah zu konkreten Gesprächen kommt.

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