Handball – DHB-Pokal: SC Magdeburg beim Final Four in Hamburg / Bergischer HC im Halbfinale

Die Chance auf einen Titel

Hamburg. 1996 hielten sie die Pott schon einmal in ihren Händen, im Vorjahr scheiterten sie im Siebenmeter-Werfen – die Handballer des SC Magdeburg sind am Wochenende in der Hamburger Barclaycard Arena Teilnehmer des Rewe Final Four, bei dem der Pokalsieger der Saison 2015/16 ermittelt wird.

Erste Hürde ist morgen um 17.45 Uhr im Halbfinale der Bergische HC, den die Elbestädter in der Bundesliga daheim mit 28:25 bezwingen konnten. Begleitet von 3000 Anhängern will die Sieben von Trainer Bennet Wiegert dieses Spiel gewinnen, um wie im Vorjahr in das Endspiel einzuziehen. Im Fall eines Erfolges würde der SCM im Finale auf den Sieger der Partie Rhein Neckar Löwen gegen Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt treffen.

Vor dem Duell gegen den Bergischen HC müssen die Magdeburg das Viertelfinal-Aus im EHF-Cup aus den Köpfen bekommen. Am Mittwoch reichte bekanntlich der 29:27-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen nicht aus, um die 25:31-Hinspielpleite zu korrigieren. Nach einer zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Führung (24:17., 44.) sind dem SCM in der Schlussphase zu viele Fehler unterlaufen, die die Göttinger sofort bestraften.

„Eine Mannschaft, die am Boden lag, will immer eine Trotzreaktion zeigen. Wir wollen am Wochenende in Hamburg Bambule machen. Das Halbfinale gegen den BHC ist das Wichtigste. Sieben Jahre habe ich es nicht geschafft mit dem SCM auf dem Rathausbalkon zu stehen. Ich möchte endlich da oben einen Titel feiern“, hofft Rechtsaußen Robert Weber.

Trainer Wiegert schaut ebenfalls nach vorn und glaubt an seine Mannen. „So ein Erlebnis wie gegen Göppingen, wollen wir nicht noch einmal erleben. Die Mannschaft soll nach vorn gucken. Wir haben die Chance, in Hamburg was Großes zu machen.“ Intensiv bereiten sich die Magdeburger deshalb auf den morgigen Gegner vor, an das Finale wird noch kein Gedanke verschwendet.

Moralische Unterstützung erhält der SCM auch von Jure Natek, der nach einer Schulteroperation noch nicht wieder einsatzfähig ist, aber als 16. Mann mit auf dem Spielbogen stehen wird. „Eine tolle Sache“, so der Slowene, der nach der Saison in seine Heimat zurückkehren wird, und so gerne noch einmal für den SCM auf dem Feld stehen möchte.

Mit einem Negativerlebnis reist auch Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt an, der am Mittwoch im Viertelfinale der Champions League beim polnischen Meister KS Kielce mit 28:29 unterlag und damit aus der Königsklasse ausschied. Und in der Bundesliga rangieren die Norddeutschen drei Punkte hinter den Rhein Neckar Löwen, so dass der DHB-Pokal für das Team von Trainer Ljubomir Vranjes die einzige noch realistische Titelchance ist. In Polen haderten die Flensburger mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen, so dass die Enttäuschung nach der Partie groß war. Ähnlich wie die Magdeburger, müssen auch die Flensburger dieses Spiel mental verdauen.

Gegen die beiden Vorjahresfinalisten spricht auch der Umstand, dass sie beim Final Four im Halbfinale auf ausgeruhte Gegner treffen, was bei der Leistungsdichte der Kontrahenten ein Vorteil für die Löwen und den BHC ist.

Von Renee Sensenschmidt

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