Trainer Sven Körner kontert sieben mitunter pikante AZ-Thesen zur abgelaufenen Spielzeit

„Champions League für Stendal“

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Als „Micky Mäuse der Oberliga“ hatte Trainer Sven Körner seinen 1. FC Lok vor dem Saisonstart gesehen. Am Ende schrieb er mit Klassenerhalt und Pokalfinale eine Erfolgsgeschichte.

Stendal. Lange Zeit musste der 1. FC Lok Stendal in den Niederungen der Fußball-Verbandsliga darben, ehe in der Vorsaison die ersehnte Rückkehr in die Oberliga gelang.

Als Aufsteiger ging es für die Altmärker um nichts anderes als den Klassenerhalt, der am Ende mit 33 Zählern hochverdient gelang. Als I-Tüpfelchen glückte den Stendalern sogar der Einzug in den DFB-Pokal. Die Saison 2017/18 hätte unter dem Strich also nicht erfolgreicher enden können, und dennoch lief wahrlich nicht alles rund. Die Altmark Zeitung hat Trainer Sven Körner mit sieben Thesen zum abgelaufenen Spieljahr konfrontiert.

Der Mannschaft ist es gelungen, die Aufstiegseuphorie mit in die Oberliga-Saison zu nehmen, weshalb ein starker Saisonstart mit acht ungeschlagenen Spielen am Stück gelang.

Das ist definitiv richtig! Die Mannschaft hat durch eine sehr ruhige, konzentrierte Vorbereitung sowie Gier auf die neue Liga einen eindrucksvollen Start in die Saison hingelegt. Uns kannte niemand, wir haben total befreit aufgespielt und den Grundstein für eine an sich dann doch erfolgreiche Hinrunde gelegt.

Die schwere Verletzung von Moritz Instenberg war ein Rückschlag, der auf Dauer nicht kompensiert werden konnte.

Mit dieser These gehe ich komplett einher. Moritz ist für uns ein Spieler, der eins zu eins nicht zu ersetzen ist. Wir freuen uns, wenn er wieder dabei ist und unserer Mannschaft auch mit seiner Qualität wieder zur Verfügung steht.

Den Grundstein für den Klassenerhalt hat der 1. FC Lok im „Hölzchen“ gelegt, während die Auswärtsleistungen häufig zu wünschen übrig ließen.

Wenn man auf die letzten Jahre zurückblickt, kann man feststellen, dass das „Hölzchen“ wieder zu einer kleinen Festung geworden ist. Wir wollen das natürlich ausbauen. In den Auswärtsspielen treten wir leider zu oft zu unorganisiert und leicht ausrechenbar auf.

Der Traum vom DFB-Pokal hat die Prioritäten der Spieler im Frühjahr unfreiwillig verschoben, weshalb der Klassenerhalt noch einmal in Gefahr geriet.

Es ist doch menschlich, wenn man als Amateurverein und auch als Spieler solch ein Ereignis erreicht, dass man träumt. Nur wir dürfen nicht vergessen, welche Verantwortung jeder Einzelne dieser Mannschaft für Region, Fans, Sponsoren, Ehrenamtliche und Stadt trägt. Das beginnt für mich bei der Vorbereitung und Durchführung des Trainings und geht weiter, wie ich mich privat zeige, sowie ich mit Menschen umgehe.

Im Saisonendspurt war es vor allem eine starke Willensleistung der Mannschaft, die den Ligaverbleib perfekt gemacht hat.

Das ist definitiv richtig! Die Spieler haben in dieser Phase Verantwortung übernommen und sich den Klassenerhalt dadurch absolut verdient.

Von den sechs Neuzugängen haben lediglich Iereidis und Kycek eingeschlagen. Möglicherweise werden vier von ihnen den Verein in diesem Sommer bereits wieder verlassen haben. Die Stendaler Transferpolitik ist fehlgeschlagen.

Bedingt! Iereidis und Kycek haben ihre Leistungen abgerufen. Diese beiden waren absolute Verstärkungen. Von Balaskas haben wir mehr erwartet und das haben wir ihm auch in Gesprächen klar gemacht. Tim Seidel-Holland ist ein sehr junger, ehrgeiziger Spieler aus dem eigenen Stall und kann noch viel lernen. Leider ist es so, dass ihn immer kleinere Dinge zurückgeworfen haben. Petro Alergush ist meiner Meinung nach ein Spieler, der ein großes Potenzial hat und bei dem das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Das zweite Oberliga-Jahr wird ungleich schwieriger, da die Mannschaft mit dem Einzug in den DFB-Pokal auf dem Höhepunkt angekommen zu sein scheint.

Höhepunkt? Jeder muss seinen Höhepunkt selbst definieren. Wir müssen in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen, ansonsten wird es schwer die Liga zu halten. Mit dem Wechsel in die Nordstaffel erwartet uns eine völlig neue Herausforderung mit vielen neuen spannenden Aufgaben, die wir mit einer hohen Motivation angehen sollten. Die Flagge Lok Stendal soll noch lange in der Oberliga wehen. Stand heute ist es so, dass die Oberliga die „Champions League“ für Stendal ist. Das hat viele Gründe ... Aber innerhalb des Vereins arbeiten viele fleißig, um eventuell den nächsten Schritt zu machen. Das Spiel gegen Arminia Bielefeld im DFB-Pokal ist eine tolle Herausforderung für jeden einzelnen. Sei es im organisatorischen, sportlichen oder im Bereich der Ausrichtung.

Von Tobias Haack

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