Fußball: Das Stendaler Landespokalfinale gegen den 1. FC Magdeburg in fünf Punkten

Buschke auf dem Schirm

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Der Respekt des 1. FC Magdeburg vor Niclas Buschke (links) war schon vor dem Endspiel groß. Wäre der Ball in dieser Szene zum 1:1 ins Tor gerollt, hätte sich der 22-Jährige wohl nachhaltig auf den Notizblöcken der Magdeburger verewigt.

Magdeburg/Stendal. Das Pokalfinale gegen den künftigen Zweitligisten vom 1. FC Magdeburg war für die Freizeitfußballer des 1. FC Lok Stendal ein fußballerischer Feiertag.

Eine stimmungsvolle Kulisse von 4.000 Zuschauern, bestes Wetter und mit 0:1 ein Ergebnis, das sich sehen lassen konnte. In einer Szene war sogar mehr möglich. Unsere Nachlese in fünf Punkten:.

„Er bringt ihn nicht scharf genug“

Als Niclas Buschke in der 59. Minute einen von Dennis Erdmann unterschätzten langen Ball ersprintete, stockte den hunderten FCM-Fans im Heinrich-Germer-Stadion der Atem. Stendals Angreifer umkurvte Torhüter Mario Seidel und schob den Ball aufs leere Tor. „Er bringt ihn nicht scharf genug“, konstatierte FCM-Trainer Jens Härtel nach der Partie. Erdmann war zur Stelle und bügelte seinen Fehler auf der Torlinie persönlich aus. „Wenn wir da das Tor machen, muss Magdeburg uns erstmal wieder was anbieten“, trauerte Lok-Trainer Sven Körner der Chance hinterher. „Ich hätte den machen können. Das war ein bisschen unglücklich“, fand Buschke.

Mit höchstem Respekt vor Niclas Buschke

Dass Buschke, der neben der Ausgleichsmöglichkeit auch in der 21. Minute eine starke Szene hatte, zu einem Problem werden könnte, hatten die Magdeburger im Vorfeld geahnt. „Wir wussten, dass er vorne lauert, aber auch gut nacharbeitet“, erklärte Härtel später. Noch bei der Erwärmung hatte der FCM-Trainer die Stendaler genau unter die Lupe genommen. Aus genau einem Grund, wie Lok-Coach Körner wusste: „Der hat sich Niclas Buschke angeguckt!“ Seine Erkenntnisse vermittelte Härtel seiner Start-Elf noch während der Aufwärmphase. Buschke selbst genoss die Partie trotz seiner vergebenen Chancen in vollen Zügen: „Ich habe ihren Verteidigern ein bisschen Probleme bereitet. Sie waren auch ein bisschen sackig und haben dann mit versteckten Fouls gearbeitet. Es war toll, gegen solche Spieler zu spielen und mal zu sehen, wo man selbst eigentlich steht.“

Instenbergs Wiedersehen

Ein weiterer Spieler, den der Drittliga-Meister mit Sicherheit auf dem Radar gehabt hätte, wäre Loks Langzeitverletzter Moritz Instenberg gewesen. Der Mittelfeld-Regisseur lief von 2010 bis 2012 für den 1. FCM in der Regionalliga auf (25 Spiele) und genoss das Wiedersehen mit alten Bekannten auch in seiner Zuschauerrolle. So tauschte sich der 28-Jährige vor der Partie intensiv mit seinem ehemaligen Mitspieler Matthias Tischer sowie mit FCM-Zeugwart Heiko Horner und Silvio Bankert aus.

Mit den eigenen Pokal-Waffen

Vom starken Auftritt des Stendaler Außenseiters zeigte sich Jens Härtel kaum überrascht. Viel mehr fühlte sich der Magdeburger Erfolgscoach an eigene DFB-Pokal-Highlights erinnert. „Es war klar, dass sie sich in jeden Ball reinhauen werden. Wir kennen das ja, wenn wir gegen einen Bundesligisten spielen. Da sind wir extrem fokussiert, machen immer einen Meter mehr und verteidigen es auch einfacher“, so Härtel, der mit seinem Team erst im vergangenen Sommer den FC Augsburg geschlagen hatte (2:0). Das Aus in Runde zwei gegen Borussia Dortmund (0:5) war dann aber auch mit Leidenschaft nicht mehr zu verhindern. Ähnlich wie die unter dem Strich verdiente Stendaler 0:1-Niederlage am Pfingstmontag.

Die Traumlose im DFB-Pokal

Bereits vor der Partie am Montag stand fest, dass sich sowohl Magdeburg als auch Stendal für den DFB-Pokal der kommenden Saison qualifiziert haben würden. Entsprechend konkret konnten die beiden Trainer bei der anschließenden Pressekonferenz auch die Fragen nach einem Wunschgegner beantworten. „Wir nehmen es, wie es kommt und wenn Augsburg kommt, wäre es gut“, witzelte Härtel. „Ich finde Domenico Tedesco als Trainer sehr ansprechend und würde mich freuen, wenn Schalke 04 nach Stendal kommt“, antwortete Sven Körner. Ausgelost wird am 8. Juni.

Von Tobias Haack

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