FUSSBALL – LANDESKLASSE Die bittere Erkenntnis des Rossauer SV

Brutaler Ergebnissport

Der Rossauer SV um Kapitän Robert Vorlop hat gegen Gardelegen II ein starkes Spiel abgeliefert, wenn da nicht die katastrophale Chancenverwertung wäre.
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Der Rossauer SV um Kapitän Robert Vorlop hat gegen Gardelegen II ein starkes Spiel abgeliefert, wenn da nicht die katastrophale Chancenverwertung wäre.

Gardelegen – Fußball ist und bleibt ein reiner Ergebnissport, wobei am Ende lediglich die geschossenen Tore über Sieg oder eben Niederlage entscheiden.

Und dabei spielt es auch bekanntlich keine Rolle, ob eine Mannschaft am Ende verdient oder auch nicht den Platz als Sieger verlässt. Diese bittere Erkenntnis musste am Sonnabend auch Christian Schulze, Trainer des Rossauer SV, machen.

Das Aufsteigerduell in der Fußball-Landesklasse zwischen dem SSV 80 Gardelegen II und dem Rossauer SV war das beste Beispiel dafür, wie brutal der Fußball sein kann. In dem Fall für die Gäste aus Rossau. Auch wenn die Gardelegener den besseren Start erwischten und früh in Führung gingen, spielten fortan nur noch die RSV-Kicker. Und das richtig gut. Die Ostaltmärker kreierten sich im ersten Durchgang Chance um Chance. Die erste wurde vergeben, die zweite auch. Kann passieren. Aber als seine Spieler auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit klarste Möglichkeiten nicht verwerten konnte, kam Schulze schon etwas ins Grübeln. „Wenn wir nicht schon mit 0:1 hinten liegen würden, würde sich das rächen“, merkte der RSV-Coach Mitte der ersten Halbzeit scherzend an. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, es sollte sich noch rächen. Und wie, denn die Gardelegener präsentierten sich im Vergleich zu ihrem Gegner in Sachen Chancenverwertung eiskalt. Aus vier Gelegenheiten und einer Halbchance machten die SSV-Kicker nämlich vier Tore und führten knapp eine Viertelstunde vor dem Ende mit 4:0.

Der Rossauer Trainer stand mal kopfschüttelnd an der Seitenlinie, mal vergrub er sein Gesicht in den Händen. Schulze verstand die Welt nicht mehr, denn zu diesem Zeitpunkt hätte es gut und gerne auch schon 8:4 stehen können, wohlgemerkt aus Sicht des Rossauer SV. In der Schlussphase legten die Gäste ihre Ladehemmung zwar ab und trafen noch dreimal. Doch die drei Tore kamen schlussendlich zu spät, denn der Rossauer SV musste sich am Ende mit 3:4 geschlagen geben. Dementsprechend ratlos war Schulze auch nach dem Schlusspfiff. „Heute muss mir jemand den Fußball erklären. Es ist aus meiner Sicht nur sehr schwer in Worte zu fassen. Dieses Spiel dürfen wir aufgrund der klaren Chancenvorteile nie verlieren“, mühte sich Christian Schulze um eine erste Analyse der Geschehnisse über 90 Minuten.

Die Erklärung ist aber eigentlich ganz einfach: Fußball ist und bleibt eben doch ein Ergebnissport, der ab und an auch mal brutale Züge annehmen kann.

VON TOBIAS WEBER

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