Sprinter Thomas Barthel aus Neuermark-Lübars holt bei U20-WM Rekord-Medaille mit 4x100 Meter-Staffel

Die Bronze-Nacht des Thomas B.

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Thomas Barthel sprintet – das kann er richtig gut. Das 17-jährige Talent aus Neuermark-Lübars holte unerwartet eine Medaille.

Bydgoszcz. Nach der Dopingkontrolle im längst leeren Stadion von Bydgoszcz ging es zu wie bei der Formel 1. Champagnerdusche! Diese Medaille musste in der Nacht zu Sonntag ausgiebig gefeiert werden.

Es war vorher keine Rede davon, dass Thomas Barthel mit einer Medaille zurück nach Deutschland kommt. Gestern Abend landete der Sprinter mit Bronze im Gepäck in Leipzig. Die U20-Leichtathletik-Weltmeisterschaft bedeutete für das Leichtathletik-Talent aus Neuermark-Lübars ein riesen Erfolg.

Am Sonnabend war Barthel Teil der deutschen Mannschaft, die unerwartet auf den dritten Platz über die 4x100 Meter sprintete. In neuer deutscher Rekordzeit in der Altersklasse holte sich der 17-Jährige, der für den SC Magdeburg startet, mit Roger Gurski (LG Rhein-Wied), Niels Torben Giese (SC DHfK Leipzig) und Manuel Eitel (SSV Ulm) den Sieg.

Der Ostaltmärker durfte als zweiter Starter laufen und machte seine Sache so gut, dass in der Summe die Folge ein Sprung aufs Treppchen war. Der Altmärker hielt auf der Gegengerade mit den Amerikanern und Japanern mit. Dass Barthel beim Wechsel aus Niels Torben Giese den Staffelstab zweimal zielen musste, spielte keine Rolle. „Ich dachte, die anderen sammeln mich gleich ein“, sagte Barthel „leichathletik.de“. Knapp einen Meter vor dem Ende der Wechselzone gelang die Staffelübergabe doch noch.

Nachdem Eitel, derzeit vor Barthel schnellster deutscher U20-Sprinter, als Schlussläufer das Ziel durchschritt, stand fest: Es ist sogar eine Rekordzeit. Die DLV-Staffel kam in der deutschen Fabelzeit von 39,13 Sekunden über die Linie. „Das war der Hammer daran“, freute sich Barthel gegenüber der AZ. Die Zeit von 1983 (39,25 Sekunden): egalisiert. Zudem war das Team um Barthel die erste deutsche U20-Auswahl, welche seit 1998 eine Staffelmedaille holte. Und mittendrin ein Altmärker.

Im Sololauf erfüllte sich sein Traum nicht. Im Vorlauf über 100 Meter schied Barthel in 10,67 Sekunden aus. Seine Bestzeit bis dato: 10,50 Sekunden, gelaufen Ende Juni in Mannheim. „Die Konkurrenz war stark“, gab er zu. Der Amerikaner Noah Lyles gewann später den WM-Sprint in 10,17 Sekunden. Was aber auch zählte: Barthel war dabei. In Polen lief Barthel als einer von 65 DLV-Talenten mit – und holte unerwartet Bronze. Der „Saisonhöhepunkt“ ist erreicht. Die deutsche Meisterschaft von Freitag bis Sonntag in Mönchengladbach sei „Zusatz“. Die Medaille mit nächtlicher Champagnerdusche bleibt für Barthel unvergessen.

Von Benjamin Post

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