Es bleibt wohl nur ein großer Traum

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Haben nach den drei Rückrundenspielen vom Wochenende nur noch theoretische Chancen, die Klasse in der Tischtennis-Oberliga zu halten: Marielle Warnecke (l.) und Ulrike Grobleben.

Gardelegen/Berlin - Von Christian Buchholz. Pflicht erfüllt. Mehr nicht. So lautet das Fazit, das die Tischtennis-Damen des SSV Gardelegen nach dem abgelaufenen Wochenende ziehen können. Nach dem knappen und vor allem hart erkämpften Heimsieg am Sonnabend folgten gestern Nachmittag zwei Niederlagen gegen die Mannschaften des TTC Berlin Neukölln II und III. Zumindest eines Sieges hätte es in der Bundeshauptstadt bedurft, um sich in der Rolandstadt ernsthafte Gedanken um ein zweites Jahr in der Oberliga machen zu können. So bleiben die Chancen auf den Klassenerhalt trotzdem noch bestehen, sind allerdings nur noch theoretischer Natur.

SSV Gardelegen - ESV Prenzlau 8:5. Tief durchatmen war bei den Damen des SSV Gardelegen nach dem Pflichtsieg am Sonnabend gegen Kellerkind ESV Prenzlau angesagt. Das letzte Fünkchen Resthoffnung in Bezug auf den Klassenerhalt brannte vorläufig weiter. Dabei verlief die Partie nicht gerade nach den Vorstellungen von Trainer Egon Berg. Der glaubte beim zwischenzeitlichen 5:5 nämlich gar nicht mehr richtig an einen Sieg seiner Damen. Doch die belehrten ihn eines Besseren.

Die Prenzlauerinnen traten in der Wander-Turnhalle mit den Nummern zwei, vier, fünf und der Nummer drei aus der zweiten Mannschaft an. Leichtes Spiel für den SSV? Pustekuchen! Zwar lagen die Gardelegenerinnen nach den Doppeln mit 2:0 in Front, doch dem guten Start folgte die Ernüchterung auf dem Fuß, weil Ulrike Grobleben den fünften Satz an Nicole Skiba mit 9:11 abgeben musste und auch Marielle Warnecke mit 1:3 Christin Reiß unterlag. Es waren die Nerven, die den jungen Gardelegenerinnen in dieser Phase der Partie offensichtlich einen Strich durch die Rechnung machten.

Der Vorsprung war dahin. Was folgte, war an Spannung kaum zu überbieten. Ulrike Scheinert legte gegen Anna Schatz wieder vor (3:2), die Gäste aus der Uckermark zogen erneut vorbei. Es ging hin und her – bis zum Stand von 5:5.

Was Trainer Berg zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hatte, trat tatsächlich ein. Ulrike Scheinert besiegte die Nummer eins, Christin Reiß, mit 3:1. Und plötzlich war auch bei Ulrike Grobleben und Marielle Warnecke wieder richtig viel Selbstvertrauen da. Erstgenannte gewann mit 3:1 gegen Bax, Warnecke mit 3:0 gegen Schatz. Der 8:5-Erfolg war perfekt, der Jubel dementsprechend groß.

SSV Gardelegen: Grobleben (1,5 Punkte), Warnecke (2,5), Scheinert (3,5), Haack (0,5).

ESV Prenzlau: Reiß (2), Skiba (1), Bax (1), Schatz (1).

TTC Berlin Neukölln II - SSV Gardelegen 8:2. Viel ausgerechnet hatten sich die vier Gardelegenerinnen gegen den Tabellenführer der Oberliga nicht. Und die Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. Mit 4:0 zog die zweite Vertretung des Gastgebers davon, ehe Ulrike Scheinert (3:2 gegen Nina Priebe) und Dagmar Haack (3:2 gegen Jutta Pflieger) durch Siege im unteren Paarkreuz auf 2:4 verkürzen konnten. Das wurmte den Spitzenreiter offenbar dermaßen, dass er einen Gang hoch schaltete und die folgenden vier Begegnungen allesamt für sich entschied.

SSV Gardelegen: Grobleben, Warnecke, Scheinert (1), Haack (1).

TTC Berlin Neukölln III - SSV Gardelegen 8:3. Viel Zeit zur Regeneration hatten Ulrike Grobleben, Marielle Warnecke, Ulrike Scheinert und Dagmar Haack nicht. Denn kurz nach der Niederlage gegen Berlin Neukölln II stand die Partie gegen Neukölln III auf dem Programm. Und wie schon so oft in dieser Saison war für die Westaltmärkerinnen wieder mehr drin. Beide Doppel gingen verloren und auch Ulrike Grobleben musste ihr erstes Einzel abgeben. Dann war es Marielle Warnecke, die durch eine starke Leistung die Nummer eins des TTC III, Kristin Herlemann, mit 3:1 in die Schranken wies. Als kurz darauf auch noch Ulrike Scheinert punktete (3:0 gegen Blanke), schien ein Auswärtssieg im Bereich des Möglichen. Doch die folgenden Niederlagen von Dagmar Haack, Ulrike Grobleben und Marielle Warnecke – letztere unterlagen jeweils im fünften Satz – sorgten wieder einmal für Ernüchterung im SSV-Lager. Ulrike Scheinert hatte für die neuerliche Niederlage ein kurzes Statement parat: „So langsam nervt es!“

SSV Gardelegen: Grobleben, Warnecke (1), Scheinert (2), Haack.

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