Fußball-Landesliga: Krevese verliert trotz großer Moral achtes Spiel in Folge / Krüger verletzt

Es bleibt nur noch Mitleid

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90 Minuten gerannt, gegrätscht, gekämpft und doch wieder nicht belohnt. Der Kreveser SV um Rechtsaußen Christian Bissinger (vorne) hat auch sein Heimspiel gegen Grün-Weiß Ilsenburg verloren und jetzt schon acht Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz der Landesliga.

Krevese. Torhüter Björn Diezel stand am vergangenen Samstag wie kein Zweiter sinnbildlich für die Misere des Kreveser SV.

Er gab sein Bestes, zeigte etliche Paraden, spielte trotz einer Schulterverletzung durch und doch konnte er mit seiner Top-Leistung die achte Niederlage in Serie nicht abwenden. Der KSV unterlag dem FSV Grün-Weiß Ilsenburg mit 0:1 (0:1) und bleibt punktloses Schlusslicht der Landesliga.

Diezel war dabei kein Einzelfall. Zwar war nicht jeder Spieler der KSV-Notelf – erneut fehlten wichtige Stützen wie Marius Weihrauch oder Sven Hintze – so formstark wie der Schlussmann, doch zumindest an Moral und Leidenschaft mangelte es nicht. „Sie haben gekämpft wie die Löwen“, konstatierte auch Trainer Holm Hansens. Eine Belohnung blieb dennoch aus. Kurz vor der Pause kam Ilsenburg mit einem Konter durch die bis dato solide Kreveser Defensive und traf nach Diezel-Parade letztlich per Abstauber. Artur Piotr Galeza stand beim Treffer des Tages goldrichtig.

Der Rückstand mit dem Pausenpfiff war der dritte Nackenschlag für die Hausherren in einer ausgeglichenen Partie gegen die Spitzenmannschaft aus dem Harz. Zunächst musste Rechtsverteidiger Tino Krüger mit einer Prellung am Fuß verletzt vom Platz (24.), dann tat sich Diezel bei einer Rettungsaktion an der Schulter weh und musste lange behandelt werden. Der Keeper biss auf die Zähne und quälte sich bis zum Ende durch. „Eigentlich konnte er seinen linken Arm gar nicht mehr richtig hoch nehmen“, erklärte Hansens nach der Partie. Seine Mannschaft reagierte trotz der drei Negativerlebnisse überraschend gefestigt. „Na klar waren sie kurz geschockt, aber dann haben sie das schnell verdaut und sich reingekämpft“, so Hansens.

Dass es zur Belohnung für soviel Moral am Ende aber nicht mal einen Zähler gab, hatte schmerzhafte Gründe. Der Kreveser SV fand offensiv einfach nicht statt. Lange Bälle und versuchte Verlängerungen per Kopf blieben über 90 Minuten fast das einzige Mittel der Nordaltmärker – zu wenig, um die keineswegs starken Gäste ernsthaft zu gefährden. Dem KSV fehlte es im Spiel nach vorne schlicht und einfach an der nötigen Landesliga-Qualität. Ein möglicher Strafstoß-Pfiff nach Foul gegen Manuel Neumann blieb zudem aus (62.).

Die zahlreichen Ausfälle können in Krevese aktuell nicht kompensiert werden. Trainer Hansens fehlt es zudem an Alternativen auf der Bank. Ein erfolgreicher Abstiegskampf wird unter diesen Voraussetzungen Utopie bleiben, die Verantwortlichen sind nur noch zu bemitleiden. Aufgeben wollen sich die Gelb-Schwarzen aber nicht. „Wir müssen es ausblenden, dass wir jetzt achtmal verloren haben“, so Hansens Plan gegen die Krisenstimmung.

• Tor: 0:1 Artur Piotr Galeza (45.).

Von Tobias Haack

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