AZ-Serie - Der letzte Mann

Björn Diezel: Ruhepol beim Kreveser SV

Torwart Björn Diezel vom Kreveser SV beim Spiel gegen den Osterburger FC.
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Schätzt die Duelle mit den Ortsnachbarn: Torhüter Björn Diezel (rechts) vom Kreveser SV, hier mit Osterburgs Marius Melms. Der 33-Jährige hat seit Jahren seinen Platz zwischen den Pfosten beim KSV.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
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Er kann mal der rettende Held sein, mal der verfluchte Versager. Seine Position ist Fluch und Segen zugleich. Mal wird er gefeiert, mal ausgepfiffen. Der Torhüter wandelt stets auf dem schmalen, oder eben torbreiten Grat zwischen Triumph und Niederlage. Dadurch nimmt er im Fußball eine ganz besondere Rolle ein. In unserer neuen AZ-Serie widmen wir uns dem „letzten Mann“ auf dem Rasen.

Krevese - Björn Diezel steht beim Fußball-Landesklassisten Kreveser SV seit geraumer Zeit zwischen den Pfosten. Der 33-Jährige begann im Alter von sechs Jahren mit dem Fußball im Verein. Und schloss sich damals dem SV Krüden/Groß Garz an. Dort agierte er als Feldspieler, lief häufig als Verteidiger auf. Erst aus der Not heraus fand er seinen Platz im Tor. „Ich war mit der größte Feldspieler bei uns. Bei den Trainingsspielen wurde in die Runde gefragt, wer sich ins Tor stellen würde. Ich war dann meistens derjenige, der sich als zweiter Torwart zur Verfügung gestellt hat. Und dann hat sich das so langsam herauskristallisiert“, blickt Björn Diezel auf seine Anfänge zurück.

Björn Diezel ließ sich umstimmen

Vorbilder auf der Torhüterposition hat er keine, „dadurch, dass ich erst im Männerbereich Torwart geworden bin.“ Rückblickend weiß er, dass es ein nicht vergleichbarer Aspekt ist, wenn man als Feldspieler eingesetzt wird. Es sei ein deutlich anderes Gefühl, da man wusste, dass noch jemand hinter einem sei, meint Diezel. Nun hat er die Rolle des letztens Manns selbst inne. Dabei hatte er in der Vergangenheit im ersten Herrenjahr in Krüden aufgrund von Knieproblemen mit dem Gedanken gespielt, die Fußballlaufbahn zu beenden. Seitdem läuft er mit einer Bandage am Knie auf. Sein langjähriger Trainer Holm Hansens, der Diezel bis heute coacht, konnte den Keeper von diesem Schritt jedoch abhalten.

Nach ein paar Testtrainings in Krevese gab es ein positives Feedback von der Mannschaft und vom Trainer.

Björn Diezel (Torhüter des Kreveser SV)

Und Diezel überzeugen, dass er zum KSV wechselt. „Nach ein paar Testtrainings in Krevese gab es ein positives Feedback von der Mannschaft und vom Trainer. Und das hat mir die Entscheidung recht leicht gemacht, dorthin zu gehen.“ Diese hat Diezel bis heute nicht bereut. Er schätzt mit Hansens die Kontinuität auf der Trainerbank, die dem Verein einen positiven Gefallen tut. So weiß die Mannschaft um Diezel, was der Coach fordert.

Auf der anderen Seite kennt Hansens seine Spieler gut, um sie bestmöglich einzusetzen. Gleichzeitig zeigt sich Diezel zufrieden damit, dass aus dem Nachwuchsbereich der ein oder andere Akteur den Schritt in die erste Herrenmannschaft des KSV wagt und im Verein verbleibt.

Aufstieg in die Landesliga 2013/2014

Ebenso blieben die Erfolge nicht aus. Mit dem Aufstieg in die Landesliga 2013/2014 hat die Kreveser Mannschaft ein großes sportliches Kapitel geschrieben. Drei Jahre lang konnten sich Diezel und Co. in der Spielklasse halten, ehe es nach dem Abstieg wieder zurück in die Landesklasse ging. Man habe Erkenntnisse mitgenommen und baue darauf, so der Keeper, der sich auch mit der Landesklasse anfreunden kann. Sie hat ihre Reize.

In erster Linie sind es die nordaltmärkischen Prestigeduelle mit dem Osterburger FC und dem Rossauer SV. „Gegen den Ortsnachbarn will man immer gewinnen. Da gibt es untereinander diese kleinen Hänseleien. Das nehmen wir aber sportlich“, so Diezel über die besonderen Begegnungen mit den beiden umliegenden Kontrahenten. Humorvolle Neckereien gehören nun mal zu sportlichen Auseinandersetzungen dazu – vor allem, wenn man sich untereinander gut kennt.

Wir sagen eher: Ich bin der ruhige Pol der Mannschaft, der versucht, die Mannschaft ruhig zu halten.

Björn Diezel

Diezel selbst ist eher der gelassene Torwart, der nicht ständig etwas rein ruft, um keine Hektik ins Spiel zu bringen. „Wir sagen eher: Ich bin der ruhige Pol der Mannschaft, der versucht, die Mannschaft ruhig zu halten.“ Aktuell kann er in der fußballfreien Zeit nicht viel ausrichten. Ein Ziel hat er dennoch mit dem Kreveser SV. Für seinen Verein war in der Vergangenheit im Altmarkstrompokal öfters kurz vor dem Endspiel Schluss. „Das wurmt uns schon sehr, dass wir es nicht schaffen übers Halbfinale hinauszukommen“, so Diezel, der mit seiner Elf den Halbfinalfluch künftig beenden möchte.

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