FUSSBALL – Grabaus positive Erkenntnisse aus dem Bernburg-Spiel

Bismarks Leistungs-Schablone

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Zeigt Mut für Neues: Christoph Grabau. Der Trainer des Landesligisten TuS Schwarz-Weiß Bismark brachte den TV Askania Bernburg zuletzt ins Grübeln.

Bismark – 90 Minuten lang war der TuS Schwarz-Weiß Bismark am Sonnabend unangenehm. Und machte es dem Oberligisten TV Askania Bernburg in der zweiten Runde des Fußball-Landespokals richtig schwer. 0:2 hieß es am Ende.

Sportlich hat die Mannschaft von Trainer Christoph Grabau verloren. Auf der anderen Seite hat sie aber auch gewonnen. Es sind Erkenntnisse, die die Bismarker künftig in der Landesliga als eine Art Leistungs-Schablone für sich nutzen können.

„Natürlich ist es immer schwer gegen einen Gegner, der tief steht, Räume zu finden. Das ist jetzt auch nicht unbedingt das Spiel, was wir aus der Liga gewöhnt sind. Von daher war das sicherlich auch eine Umstellung.“ Bernburgs Trainer Tobias Donath hat mit solch einem starken Bismark-Auftritt nicht gerechnet. Schließlich liegen zwei Spielklassen zwischen der Ober- und der Landesliga. Vom Fußballerischen habe man gesehen, dass Bernburg ballsicherer sei, befand Donath. Doch die spielerische Stärke brachte keine Abschlüsse ein. Bismark trat geordnet auf und ließ dem Gegner kaum Platz. Und der favorisierte Oberligist wackelte. Bis zur 60. Minute. Donath: „Durch ihre aggressive Spielweise haben sie uns zu leichten Ballverlusten gezwungen, was ich von meiner Mannschaft eigentlich nicht gewohnt bin.“

Die Grabau-Elf schloss im 4-3-2-1-System das Zentrum und überzeugte mit Disziplin. Daran hatte Bernburg über eine Stunde zu knabbern. Bismark bekam sogar Chancen, um die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung zu erzielen. Es waren drei Hochkaräter gegen eine Mannschaft, die zwei Klassen höher spielt, ärgerte sich Grabau über die vergebenen Möglichkeiten. Nach Abpfiff offenbarte Grabau auch den Matchplan seines TuS Bismark, der – bis auf das Ergebnis – gegen Bernburg funktionierte: „Wir haben die immer wieder im Mittelfeld genervt, waren immer wieder dran und haben Bälle erobert.“

Die konsequente und disziplinierte Spielweise brachte Bernburgs Trainer schon während des Spiels zum Staunen. Mit dem Abpfiff war das letztlich unspektakuläre Weiterkommen des Favoriten besiegelt. „Teils, teils“, antwortete Donath auf die Frage, ob er zufrieden oder einfach nur erleichtert sei. „Bismark hat mit Leidenschaft, Einsatz und Kampfgeist mitgemacht und hier ein sehr gutes Spiel abgeliefert“, musste der Bernburg-Coach anerkennen. Donath und seine Spieler hatten sich ohnehin darauf eingestellt, dass es schwer wird. Diese Vorahnung bestätigten Grabau und Co. mit ihrer konsequenten Spielweise.

Dass der TuS Schwarz-Weiß Bismark nicht mehr im Landespokal vertreten ist, störte Grabau nicht. Im Gegenteil. Schließlich setzten seine Spieler das um, was er vorgegeben hatte. „Aus Spielen gegen solche spielerisch starken Mannschaften zieht man als Trainer sehr viele Erkenntnisse. Gerade was die Raumaufteilung und das Spiel in die Schnittstellen betrifft, da haben wir uns sehr gut angestellt“, sah Grabau Elemente, die seiner Mannschaft im weiteren Saisonverlauf sicher helfen können.

Diesen Auftritt kann Bismark auf den Liga-Alltag übertragen. Und hat mit dem Bernburg-Spiel trotz des 0:2 eine eigene Leistungs-Schablone für sich entwickelt. An dieser gilt es, sich künftig zu orientieren. Oder um es in Grabaus Worten zu sagen: „Wenn wir daran anknüpfen, brauchen wir in der Landesliga vor keinem Angst haben.“

VON PATRICK NOWAK

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