Beim TuS Schwarz-Weiß stimmt vieles – nur kaum einer will es sehen

Der Bismarker Weg

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Bismark tanzt derzeit ziemlich oft, denn der Erfolg ist da. Die Mannschaft, unten rechts Felix Knoblich, fragt sich nur, wo die Fans sind. Trainer Dirk Grempler hat eine Erklärung für die positive Entwicklung des Vereins.

Bismark. Der kürzeste Weg nach oben ist, wenn man Erfolg hat. Beim TuS Schwarz-Weiß Bismark zeigt die Entwicklung in die richtige Richtung. Die Mannschaft: ziemlich gut drauf. Der Trainer: hat dazugelernt. Der Nachwuchs: wird eingebaut. Die Reserve: auch gut dabei.

Doch wo so viel Positves ist, liegt auch das Negative nicht fern.

Und das brennt dem Chef des Teams und stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins besonders unter den Nägeln. Da läuft es in der Landesliga so gut, seit sieben Spielen ist das Team von Trainer Dirk Grempler schon ungeschlagen, doch nicht viele nehmen sichtlich Notiz von dem Erfolg. „Das macht die Mannschaft traurig“, sagt Grempler. „Das finden wir schade“, so TuS-Kapitän Michael Metzger. Ironischerweise sind die Bismarker auswärts erfolgreicher als daheim. Ins heimischen Waldstadion verirren sich nur wenige Zuschauer, wenn es hoch kommt über 50. Doch der Coach und Vorstand sieht, dass da eine Mannschaft sei, „die alles gibt“. Nur den gewünschten Zuspruch erhält sie nicht. „Das hätte die Mannschaft verdient“, betont Grempler. Die guten Leistungen, die den TuS bisher auf den fünften Tabellenplatz gebracht haben, sollten die Leute „mal honorieren“.

Denn wer weiß, wo das mit Bismark noch hinführt. In die Verbandsliga? Zumindest möglich. Der Übungsleiter winkt zwar noch ab, die sechste Liga sei „Utopie“. „Wir sind Klein-Bismark“, gibt Grempler zu Bedenken. Aber dieses Klein-Bismark macht es derzeit gut, das lässt sich sachlich feststellen ohne Fan zu sein. Personelle Rückschläge nach der Winterpause hatten dem Teams nichts an, es holte seine Punkte und ist allein in der Rückrunde auf vier Siege und zwei Unentschieden gekommen. Nur zwei Gegentore fingen sich die Bismarker in sechs Partien, die Defensive mit seiner Viererabwehrkette ist Trumpf. Hinten gewinnt man seine Spiele. Sie liefern in Bismark nicht immer die schönsten Spiele ab, doch der Erfolg gibt ihnen recht.

Und der Trainer nimmt sich zurück. Grempler hat nicht nur seine Spieler weitergebracht, sondern auch sich selbst. In Bismark wird neuerdings anders gecoacht. „Ich lasse die Spieler mitentscheiden“, erklärt der Chef, das habe Grempler „für sich gelernt“. Bei taktischen Marschroute zählt das Wort der Spieler. Es zähle, „sich gegenseitig auszutauschen“, beschreibt Metzger, der einen „Entwicklungsprozess“ sieht.

Grempler: „Ich frage die Mannschaft. Wir reden offen.“ Das Team hat sich weiterentwickelt, beim jüngsten 2:0-Sieg in Förderstedt hatte die Elf etwa kein Problem mit der Umstellung von zwei Sechsern im Mittelfeld auf einen. Der Vorteil dieser Mitbestimmung: „Wenn die Jungs sich einbringen, haben sie Verantwortung.“ Grempler lässt das Wirken. „Für mich ist das auch eine interessante Erfahrung.“ „Im Moment funktioniert es“, bestätigt Metzger.

Von Vorteil ist auch, dass der Coach „junge, hungrige Spieler“ zur Verfügung hat. Immer wieder werden A-Jugendliche eingesetzt, der Bismarker Weg trägt Früchte. „Wir fahren die Ernte ein“, freut sich der Übungsleiter der Ersten, der die Juniorenarbeit in den Vordergrund stellt. „Das macht Bismark aus.“ Spieler wie die Brüder Florian und Felix Knoblich zählen zum Stamm, Max Voigt erhält Einsatzzeiten wie andere auch. Grempler hebt zudem die Zusammenarbeit mit der zweiten Kreisoberliga-Mannschaft hervor. „Das Zusammenspiel mit Jens Knoblich funktioniert“, so Grempler zur Arbeit mit dem Trainer der Reserve, die Zweiter sind.

„Zur Zeit macht es einfach Spaß“, fasst Grempler die Stimmung zusammen. Fehlen nur noch mehr Zuschauer.

Von Benjamin Post

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