FUSSBALL – LANDESKLASSE Uwe Schmidt will als OFC-Coach viel erreichen

„Bin ein Leistungsmensch“

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Auf dem Rasen spielte Uwe Schmidt (am Ball) am liebsten auf der Sechser-Position. Nun wird er den Osterburger FC als neuer Trainer führen. 

Osterburg – Aufbruchstimmung an der Biese: Landesklassist Osterburger FC startet heute Abend in die Vorbereitung. An der Seitenlinie steht erstmals seit zehn Jahren nicht mehr Ron Göthe. Er hatte kurz vor Ende der zurückliegenden Spielzeit seinen Abschied angekündigt.

Und wird vorerst von Uwe Schmidt abgelöst. Der 29-Jährige hat zuletzt selbst noch gespielt. Er möchte dafür sorgen, dass die junge Mannschaft wieder Selbstbewusstsein tankt und ihr taktisches Verständnis verbessert.

Uwe Schmidt setzt sich hohe Ziele.

„Jeder hat ja seine Philosophie. Es wäre schön, wenn elf Leute sich auf eine einigen könnten. Es muss ja nicht die beste sein.“ Vor Uwe Schmidt liegt ein Jahr mit viel Arbeit. Die Osterburger Landesklasse-Fußballer sind spielerisch auf einem sehr guten Niveau. „Was fehlt, ist die taktische Ausbildung“, weiß der neue Trainer. Er selbst ist in jungen Jahren beim 1. FC Magdeburg und beim 1. FC Lok Stendal durch unzählige Taktik-Schulungen gegangen. In der Theorie weiß er, wie er seine Schützlinge coachen will. Eine Trainerausbildung hat der 29-Jährige bis dato nicht absolviert. Das Amt traut er sich dennoch zu. Von seinen damaligen FCM-Trainern habe er viel gelernt, was er nun weitergeben möchte. Grundordnung, Spielsystem, taktische Ausrichtung: Daran werde er mit der Mannschaft hauptsächlich arbeiten. „Und am Selbstvertrauen“, kennt er die zweite Schwachstelle der abgelaufenen Saison.

Eigentlich war er gemeinsam mit Präsident Sven Metzlaff nur mit der Trainersuche betraut. „Weil ich ein sehr großes Netzwerk habe“, erklärt er. Doch keiner der Kandidaten sei in Frage gekommen. „Ein sehr guter Kandidat war dabei, der mit hoher Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr anfangen kann, wenn er seine Ziele beim jetzigen Verein nicht erreicht“, lässt Schmidt durchblicken, dass er in der kommenden Spielzeit wieder auf dem Rasen stehen könnte. „Das wird jetzt so ein Übergangsjahr.“

Eines, in dem ihm nur ein vergleichsweise kleiner Kader zur Verfügung steht. Keine Neuzugänge, keine Abgänge: Die Mannschaft geht unverändert in die neue Saison. Außer, dass Schmidt nicht mehr auflaufen wird. Ihm stehen 17 Spieler zur Verfügung, darunter drei Torhüter. Zudem werden einige A-Junioren die Vorbereitung mitmachen. Sie könnten bei der schmalen Personaldecke durchaus gebraucht werden. Und sollen auch gleich ein taktisches Verständnis entwickeln. „Wir haben drei sehr gute Sechser, aber keinen klassischen Stürmer“, kennt er seine Schützlinge genau. Sie in eine Grundordnung zu pressen, das hat er nicht vor. „Man guckt, welche Spieler man hat und überlegt sich dann das Spielsystem.“ Andersherum funktioniere es nicht. Schmidt kann auf die Unterstützung von Stefan Holtmann setzen, der ihm als Co-Trainer zur Seite stehen wird. Der 24-Jährige fällt durch seinen Kreuzbandriss in der kompletten Saison aus. Beim Training und in den Spielen steht er mit an der Seitenlinie. Da die meisten Spieler unter der Woche aufgrund von Studium oder Arbeit verhindert sind, werden die Trainingseinheiten von drei auf zwei reduziert. Mit dem Hauptschwerpunkt am Freitag, damit auch möglichst alle dabei sein können.

Was den neuen Coach freut: „Die Jungs sind fit.“ Per App gibt er ihnen Läufe und Workouts vor, die er so auch trackern kann. Derzeit absolvieren alle noch das gleiche Fitnesstraining. Doch auch das will Schmidt ändern. Einige bräuchten mehr Krafteinheiten, andere Yoga. Auch das ist ein Schritt hin zu mehr Qualität. „Die Leistungsdichte ist hoch in der Landesklasse.“ Zusätzlich das Selbstbewusstsein zu stärken, dürfte fast die größte Herausforderung werden. Schmidt geht mit bestem Beispiel voran und gibt Rang fünf als Saisonziel aus. „Ich gebe immer Ziele an, die ziemlich hoch sind. Das hat damit zu tun, dass man sich hohe Ziele stecken sollte, wenn man etwas erreichen möchte.“

Und noch etwas möchte Uwe Schmidt: dass der Leistungsgedanke die höchste Prämisse hat. Das bedeute nicht, dass das freundschaftliche Verhältnis zwischen Trainer und Spielern damit zu Ende sei. „Aber ich bin ein absoluter Leistungsmensch, der vorangeht. Das kennen die Jungs und ziehen mit.“

Testspiele OFC

Freitag, 19. Juli, 19 Uhr: Möringer SV (A)

Sonnabend, 20. Juli, 15 Uhr: Eintracht Mechau (A).

VON SABINE LINDENAU

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