FUSSBALL – 2. LIGA: Steven Lewerenz gibt beim 1. FCM Vollgas

„Bin einer, der zocken will“

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Fühlt sich angekommen: Steven Lewerenz blickt der Partie gegen seinen Ex-Verein Holstein Kiel erwartungsfroh entgegen und hofft, in der Startelf zu stehen.

Magdeburg – Die blonde Mähne ist Geschichte, die Zeit bei Holstein Kiel ebenso. Steven Lewerenz hat seinen neuen Lebensabschnitt beim 1. FC Magdeburg mit neuer Frisur begonnen. „Das machen auch Männer“, sagt der 27-Jährige lächelnd.

Vier Tage vor dem Zweitligaspiel gegen seinen Ex-Verein fiebert er der Partie entgegen.

„Es ist was ganz Besonderes, wenn man gegen seinen alten Klub spielt.“ Dreieinhalb Jahr hat der gebürtige Hamburger bei den Störchen gespielt. Ist mit ihnen in Liga zwei aufgestiegen und erreichte sogar die Relegation zum Fußball-Oberhaus.

Doch zum Ende der Hinrunde hin war Lewerenz nur noch Bankdrücker. Das soll sich in Magdeburg ändern. Beim abstiegsbedrohten Club möchte er seine Qualitäten einbringen. Über die spricht der bescheidene Fußballer aber nicht so gern. „Das überlasse ich anderen“, sagt er fast schüchtern. Doch er gesteht, dass er vor allem spielerische Akzente setzen möchte.

„Natürlich versucht man, der Mannschaft auch im Läuferischen und Kämpferischen zu helfen. Aber ich bin schon einer, der spielen will, der zocken will.“ Das ist ihm in der Vorbereitung schon gut gelungen. Als er am vergangenen Freitag erstmals im Liga-Betrieb zum Einsatz kam, eher weniger. Das gibt er selbstkritisch zu. „Das war mein schlechtestes Spiel in meiner Karriere.“ Gleichwohl auch ihm klar ist, dass die gesamte Mannschaft nicht ihren besten Tag hatte. Doch er hat einen Haken hinter das Ingolstadt-Spiel gemacht. Hier zähle nur das Ergebnis. Die drei Punkte haben er und seine Teamkollegen gern mit nach Hause genommen.

Wenn es am kommenden Sonntag, 10. Februar, ab 13.30 Uhr vor heimischer Kulisse gegen Holstein Kiel geht, möchte Steven Lewerenz natürlich gern im Startaufgebot von Michael Oenning stehen. Noch habe ihn der Trainer nicht gefragt, wie man am besten gegen seinen Ex-Verein gewinnen kann. „Aber wenn er mich fragt, würde ich mich gern mit Tipps anbieten wollen.“ Der Hanseat ist aber überzeugt, dass Oenning ganz genau wisse, wie er seine Elf auf den kommenden Gegner einstellen muss.

Einfach werde es keinesfalls, den zweiten Heimsieg in Folge einzufahren. „Ich glaube, wir müssen die gewisse Aggressivität rüberbringen. Kiel ist eine starke Mannschaft, sie stehen nicht umsonst da oben. Wir müssen alles reinhauen, kompakt als Mannschaft agieren. Dann haben wir auch eine gute Chance“, ist Lewerenz überzeugt. Ins Team hat er sich schnell integriert, fühlt sich angekommen. Bislang zwar eher im Verein als in der Stadt.

Aber er sagt auch: „Man kann sich in Magdeburg wohlfühlen.“ Im Vergleich zu Kiel sei es kein großartiger Unterschied. „Aber ich komme aus Hamburg“, sagt er grinsend. Mit der Elbe hat er ein Stück Heimatgefühl in der Fremde. Was ihm hier aber besonders positiv aufgefallen ist, das ist die Begeisterungsfähigkeit. Diese Fanstrukturen kennt er aus Kiel nicht. Schon als er hier mit seinem Ex-Verein aufgelaufen ist, sei er von den Fans sehr angetan gewesen.

Das war auch einer der Gründe dafür, warum er sich ziemlich schnell für den Wechsel entschieden hat. Lewerenz kennt Oenning schon länger. „Als er noch Trainer in Nürnberg in der Bundesliga war, wollte er mich schon holen“, erinnert sich der Spieler mit der Rückennummer 27. Seinerzeit hat er sich noch dagegen entschieden. Doch die Gespräche an Neujahr dieses Jahres seien so positiv verlaufen, dass er sich direkt entschied, Teil der Oenning-Elf zu werden. Lewerenz reiste ins Trainingslager nach Spanien hinterher und zeigte dort schon in den Tests sowie auf dem Trainingsplatz seine spielerischen Qualitäten.

Sein persönliches Ziel ist auch das des 1. FC Magdeburg: „Wir wollen die Klasse halten. In den ersten beiden Spielen haben wir gezeigt, dass wir es unbedingt wollen, dass wir es schaffen können. Und wir versuchen jetzt, die nächsten Spiele genauso anzugehen.“

Möglichst aber nicht so wie in Ingolstadt, als am Ende mit Glück der 1:0-Erfolg stand. Doch so ist eben der bittere Abstiegskampf. „Wir haben gewonnen und wissen, was wir in den nächsten Spielen besser machen müssen“, blickt der 1,76 Meter große Spieler nur noch nach vorn. Vor allem zum nächsten Spiel. Wenn er gegen Holstein Kiel auflaufen und möglichst auch gewinnen kann, dann sind die ersten Wochen in Magdeburg für ihn perfekt.

VON SABINE LINDENAU

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