Basketball: Daniel Günther und der VfL Kalbe vor dem entscheidenden Playoff-Halbfinale in Halle

Bescheidener Topscorer

Hat mit seinem Team heute Abend beim USV Halle die Chance, eine ganz große Sensation zu schaffen: Daniel Günther (VfL Kalbe). Foto: Jacobs

Kalbe. „In der Halle könnte es schön kuschelig werden“, sagt Harald Lotsch vom Basketball-Oberligisten VfL Kalbe vor dem dritten Playoff-Halbfinale seines Teams beim Titelfavoriten USV Halle.

Grund für die Vermutung des Spielertrainers sind die Fans des VfL, die in einem eigens gecharterten Reisebus in die Saalestadt reisen werden um ihr Team ab 19 Uhr lautstark zu unterstützen.

„Die Hallenser sind haushoher Favorit, aber sie sind es nicht gewohnt in eigener Halle richtig Stimmung gegen sich zu haben“, erklärt Lotsch. Außerdem hofft er, dass auch sein Team dadurch noch ein bisschen motivierter in die Partie geht. Der Trainer weiß aber auch, wie schwer es wird, die Sensation aus der Vorwoche – Kalbe gewann in eigener Halle mit 78:76 – zu wiederholen. „Es wird viel davon abhängen, wie wir in die Partie kommen. So lange wie möglich alles offen halten, muss unser Ziel sein. Dann wird der USV vielleicht nervös“, hofft Lotsch auf die Mini-Chance. Fehlen wird beim VfL lediglich Jan Lohse, der sich im Urlaub befindet.

Definitiv dabei ist Aufbauspieler Daniel Günther. Die Nummer sieben des VfL landete nach der regulären Saison unter den Top fünf der Liga-Scorerliste und ist schon jetzt so etwas wie der Spieler der Saison bei den Altmärkern. „Daniel war eigentlich immer dabei und hat auch immer seine Punkte gemacht. Die Basis unserer erfolgreichen Saison ist die mannschaftliche Geschlossenheit, aber er ragt schon ein bisschen heraus“, lobt Lotsch.

Kalbes Topscorer nimmt die Loorbeeren aber nicht an. „Wir sind eine Mannschaft und haben zusammen eine tolle Saison gespielt, denn wir haben ein Spiel mehr gewonnen, als im letzten Jahr. Außerdem ist der zweitbeste Werfer in unserem Team nicht weit hinter mir“, sagt Günther bescheiden. Die Bescheidenheit kann der Mann mit dem Vollbart auch leicht erklären: „Vor der Saison haben wir gedacht, wir haben keine Mannschaft und nun sind wir in den Playoffs. Das ist super.“ Dabei geriet die fast schon sichere Teilnahme an den Ausscheidungsspielen gegen Saisonende noch in Gefahr. Kalbe gewann in Wolmirstedt, kassierte aber anschließend eine Spielwertung. Als Günther davon erfuhr, war er geschockt: „Ich dachte nur: Warum? Das kann nicht wahr sein!“ Die Stärke des VfL-Teams zeigte sich jedoch danach: „Wir haben den Faden nicht verloren. Einen Tag ärgern und weiter“, erklärt Günther das Motto zur Krisenbewältigung. Ob der Weg für den VfL nun auch ins Finale führt, entscheidet sich heute.

Von Michael Jacobs

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