FUSSBALL Nachwuchstrainer Bernhard Fankhänel feiert 70. Geburtstag

„Berni ist mein Vorbild“

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„Berni“ Fankhänel trainierte einst auch Henning Schröder, der aktuell beim SV Liesten sein Können zeigt.

Kakerbeck – „Berni ist mein Vorbild. Er lebt für den Fußball, ich habe so viel von ihm gelernt.“ Der Klötzer Ronald Gürges findet nur lobende Worte, wenn er an seine Zusammenarbeit mit Bernhard Fankhänel denkt, der heute sein 70. Lebensjahr vollendet.

Im Alter von zwölf Jahren hat der Kakerbecker, der dem TuS Blau-Weiß und dessen Vorgänger Traktor immer treu geblieben ist, seine Liebe zum Fußball entdeckt.

Mit 16 Jahren durfte Bernhard bereits bei den Männern aushelfen, zwei Jahre später gehörte „Bomber“, so sein Spitzname, als Rechtsverteidiger zur Stammelf des damaligen Bezirksklassen-Vertreters. Mit 18 Jahren hat der Jubilar mit der damaligen B-Jugend erstmals eine Nachwuchs-Mannschaft trainiert. Er erwarb eine B-Lizenz, nahm seitdem regelmäßig an Weiterbildungen teil und kennt daher alle alten und neuen Trainingsmethoden.

„Es gibt Dinge, die stehen in keinem Lehrbuch. Wie man aus unterschiedlichen Charakteren eine Mannschaft formt, das steht nicht drin“, gibt Bernhard Fankhänel zu bedenken. Doch der 70-Jährige hat in seiner langjährigen Trainertätigkeit ein Händchen für den richtigen Umgang mit dem Nachwuchs entwickelt.

„Ach, die kommen eigentlich von alleine“, antwortet Bernhard auf die Frage, wie er es schafft, immer wieder neue Nachwuchs-Mannschaften in einem so kleinen Ort wie Kakerbeck in den Spielbetrieb zu bringen. Von seinen ersten Schützlingen des Jahrganges 1956 hat er inzwischen auch zahlreiche Kinder und Enkelkinder trainiert. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass Bernhard den Kindern neben dem Fußballspielen auch Werte wie Anstand, Pünktlichkeit und Respekt vermittelt.

Bärenstarker Jahrgang: In der Saison 2009/2010 sicherte sich die D-Jugend des TuS Kakerbeck die Landesmeistertitel in der Halle und im Freien.

„Berni bringt den Kindern unterschiedlicher Herkunft auch den sozialen Umgang miteinander bei. Das schätze ich an ihm besonders“, erinnert sich Nicole Gürges an die Jahre, in denen sie sich als Mutter und Betreuerin in die erfolgreichste Mannschaft einbrachte, die der TuS Kakerbeck in seiner fast 100-jährigen Vereinsgeschichte hervorgebracht hat – die D-Jugend der Saison 2009/10, die alles gewann, was es zu gewinnen gab.

Zwei Jahre zuvor sorgten die Schützlinge der Trainer Bernhard Fankhänel und Ronald Gürges mit dem Gewinn der Hallen-Landesmeisterschaft bereits für Aufsehen. Doch was in der D-Jugend folgte, war schier sensationell. Die Kakerbecker wurden erneut Landesmeister unter dem Hallendach und sicherten sich mit 17 Siegen in 20 Begegnungen dann auch souverän den Staffelsieg in der Landesliga. In Kakerbeck fand danach die Endrunde der vier Staffelsieger um die Landeskrone statt. Der 1. FC Magdeburg (1:0), der Hallesche FC (1:0) und Rot-Weiß Thalheim (2:0) wurden besiegt, der zweite Landesmeistertitel für die D-Jugend der Blau-Weißen war perfekt.

„Leider gibt es noch zu viel Vereinsdenken“, ärgerte sich Bernhard Fankhänel noch heute, dass die Erfolgsgeschichte in der C-Jugend keine Fortsetzung fand, weil eine Spielgemeinschaft mit dem VfB Klötze scheiterte. Und so zog es die meisten Jungs nach Salzwedel, wo Ronald Gürges weitere Erfolge feierte, die in einem weiteren Landesmeistertitel im A-Jugendbereich gipfelten.

Bernhard Fankhänel hat den Weg seiner Schützlinge in anderen Vereinen immer verfolgt und freut sich über deren Entwicklung. Für den Nachwuchstrainer eine Frage der Einstellung. „Schon als kleine Kinder wollten die Jungs mehr. Und so hat sich alles entwickelt. Der Antrieb kam von den Kindern selbst, ich habe sie auf ihrem Weg lediglich unterstützt. Ich habe geholfen, dass die Jungs Spaß am Fußball haben“, bemerkt der Jubilar, der aktuell mit Andy Lingelmann und Wilfried Hesse die F- und C-Jugend des Vereins trainiert.

Bernhard Fankhänel ist ein leidenschaftlicher und manchmal auch strenger Trainer, der sein Herz am richtigen Fleck trägt. Er hat unzählige Nachwuchsfußballer geprägt und es freut ihn, wenn sie noch heute auf ihn zukommen und ihn begrüßen. „Das ist für mich die schönste Anerkennung.“

Sein Geburtsdatum, der 24. Juli, teilt er übrigens mit seinem persönlichen Vorbild Albert Lange, dem Namensgeber des Kakerbecker Sportplatzes, und mit Noah Rieke aus der erfolgreichen D-Jugend, der anschließend den Weg zum Halleschen FC gefunden hat. Bernhard Fankhänel liebt den Fußballsport und er ist ein Glücksfall für den TuS Kakerbeck, denn er hegt und pflegt auch den Fußballplatz des Vereins. Ohne ihn würde es die Sektion Fußball nicht mehr geben, seine Leistung ist nicht hoch genug zu würdigen.

VON RENEE SENSENSCHMIDT

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