FUSSBALL – LANDESKLASSE SV Liesten nimmt Lauerstellung ein

Bereit für den Tag X

Sie wollen dran bleiben an Rosario Schulze (vorn) und Saxonia Tangermünde. Henning Schröder (l.), Lukasz Koneczek und der SV Liesten.
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Sie wollen dran bleiben an Rosario Schulze (vorn) und Saxonia Tangermünde. Henning Schröder (l.), Lukasz Koneczek und der SV Liesten.

Liesten – Ein halbes Jahr lang hat der SV Liesten die Fußball-Landesklasse beeindruckend souverän dominiert. Am vergangenen Sonnabend wurde der Titelkandidat aus der Westaltmark gestürzt.

Und wie! Mit 0:6 ging die sonst so stabile Elf von Trainer Michael Piotrowski unter und findet sich nun in der Verfolgerrolle wieder. Eine Rolle, die Mannschaft und Trainer annehmen. Denn noch sehen sie die Meisterschaft bei lediglich zwei Zählern Rückstand auf die Saxonen nicht entschieden.

„In dieser Liga sind sehr viele Gegner sehr unangenehm zu bespielen“, weiß SVL-Coach Piotrowski. „Wir sind jetzt der Jäger. Wenn Tangermünde irgendwo Punkte liegen lässt, wollen wir bereit sein.“ Dass die Liestener nach der Abreibung an der Elbe nachhaltig aus dem Tritt kommen, ist nicht zu befürchten. „Das war ein Spiel, aber deswegen spielen wir ja immer noch keine schlechte Serie“, macht Piotrowski deutlich. Die Bilanz seiner Mannschaft liest sich noch immer beeindruckend. Aus 16 absolvierten Partien haben die Westaltmärker 13 Siege und ein Unentschieden geholt. Die Niederlage in Tangermünde war erst Pleite Nummer zwei. Macht in der Summe 40 von 48 möglichen Punkten. Da sollte auch ein 0:6 in Tangermünde das Selbstbewusstsein nicht nachhaltig beschädigen.

Richtungsweisend dürfte bereits der kommende Spieltag sein, wenn die Liestener den SV Eintracht Salzwedel zum Lokalderby empfangen. Gegen die Eintracht hatte der SVL in der Hinrunde seine einzige Niederlage kassiert (0:1). Wiederholt sich die Geschichte, könnte der Rückstand auf Saxonia auf fünf Punkte anwachsen. In diesem Fall dürfte es schwierig werden, die Rolle des hartnäckigen Verfolgers mit Leben zu füllen.

Eine Extra-Motivation sollte im Nachbarschaftsduell vor heimischer Kulisse allerdings nicht nötig sein. Eine andere Einstellung als in Tangermünde, wo man ohne Frage auch mal verlieren kann, ist aber zwingend notwendig. „Mich stört es, wie wir uns nach dem 0:4 verkauft haben“, legt Piotrowski den Finger in die Wunde. Aufgegeben hatte sich seine Elf und dadurch das Ergebnis erst so schmerzhaft werden lassen. Im Offensivspiel gelang den 22ern über die gesamten 90 Minuten wenig. „Da haben wir keine gute Leistung gebracht. Wir haben ja nicht einen Konter vernünftig ausspielen können“, bringt es Liestens Trainer auf den Punkt. Als Hauptgrund für die jüngste Niederlage hat Michael Piotrowski aber einen Klassiker ausgemacht, wenn es für seine Mannschaft gegen Saxonia Tangermünde geht: „Eckbälle sind gegen Saxonia schwer zu verteidigen. Das ist jedes Mal unser Problem, weil man gar nicht weiß, welchen von ihren Kanten man zuerst verteidigen soll.“

Mittlerweile ist das 0:6 Geschichte. Der Fokus geht nun auf den Rest der Saison, wo Liesten bestenfalls keine Punkte mehr liegen lassen möchte. Schließlich sind sie jetzt der Jäger und wollen zur Stelle sein.

VON TOBIAS HAACK

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